Bundesforschungsministerin Anja Kaliczek besucht FH
Wasserstoffmodellregion Steinfurt

Steinfurt -

Welche Projekte die Fachhochschule derzeit durchführt und welche strategischen Forschungsaktivitäten geplant sind, darüber hat sich Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung, jetzt persönlich auf dem Steinfurter Campus informiert. Dabei überreichte ihr FH-Präsidentin Prof. Dr. Ute von Lojewski das Konzept der Hochschule zum Thema „Wasserstoffsystemtechnik als strategisches Handlungsfeld“.

Montag, 20.07.2020, 19:22 Uhr aktualisiert: 21.07.2020, 16:38 Uhr
Übergabe des strategischen Konzepts auf dem Steinfurter Campus (v.l.): Vizepräsident Carsten Schröder, Prof. Dr.-Ing. Christof Wetter, Prof. Dr.-Ing. Thomas Schmidt, Prof. Dr. Thomas Jüstel, Kanzler Guido Brebaum, Präsidentin Prof. Dr. Ute von Lojewski, Regierungspräsidentin Dorothee Feller und Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek.
Übergabe des strategischen Konzepts auf dem Steinfurter Campus (v.l.): Vizepräsident Carsten Schröder, Prof. Dr.-Ing. Christof Wetter, Prof. Dr.-Ing. Thomas Schmidt, Prof. Dr. Thomas Jüstel, Kanzler Guido Brebaum, Präsidentin Prof. Dr. Ute von Lojewski, Regierungspräsidentin Dorothee Feller und Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek. Foto: FH/Kipp

Ressourcen nutzen, schonen, zurückführen, wiederverwenden – diesen Weg der Stoffkreislaufführung verfolgen Wissenschaftler der FH Münster schon lange – auch auf dem Steinfurter Campus. Ein wichtiges Entwicklungsthema ist dabei auch Wasserstoff. Mehr als 20 Professoren forschen in diesem Bereich und tragen so zur Umsetzung der nationalen Wasserstoffstrategie bei. Welche Projekte die Hochschule derzeit durchführt und welche strategischen Forschungsaktivitäten geplant sind, darüber hat sich Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung, jetzt persönlich auf dem Steinfurter Campus informiert. Dabei überreichte ihr FH-Präsidentin Prof. Dr. Ute von Lojewski das Konzept der Hochschule zum Thema „Wasserstoffsystemtechnik als strategisches Handlungsfeld“., wie aus einer Presseinformation der Fachhochschule hervorgeht.

„Aus unserer Sicht ist für die Energiewende besonders ‚grüner‘ Wasserstoff sinnvoll“, sagte Prof. Dr.-Ing. Christof Wetter vom Fachbereich Energie-Gebäude-Umwelt (EGU). Die Idee: grüne Energie, also überschüssiger Strom aus Wind-, Photovoltaik- oder Biogasanlagen, über Elektrolyse zur Produktion von Wasserstoff zu nutzen. „Dieser kann dann zeitversetzt und bedarfsgerecht – beispielsweise in einer Brennstoffzelle – zur Rückverstromung oder als Energieträger und somit als Substitut für fossile Kraftstoffe im Mobilitätssektor eingesetzt werden.“ Wasserstoff könne so im Energiesystem der Zukunft eine entscheidende Rolle neben dem Strom einnehmen und die Sektoren Strom, Wärme und Mobilität gezielt verknüpfen.

Das führe zu vielen übergeordneten Fragestellungen, denen sich die Forscher der FH widmen. „Wir verfügen über verschiedene Fachkompetenzen und lassen diese in unsere Projekte einfließen“, sagte Wetter und nannte Beispiele – etwa das Vorhaben, bei dem aus Biomasse Wasserstoff gemacht wird. Dass sich Steinfurt zur Wasserstoffmodellregion entwickelt habe, liege auch an der engen Zusammenarbeit mit den Akteuren in der Region. „Hier sind mehr als 160 Institutionen und Unternehmen im Bereich Wasserstoff aktiv“, so Wetter.

Damit ist er bei Karliczek auf offene Ohren gestoßen. „Wir brauchen Fachleute vor Ort, die in der Lage sind, die Komplexität des Themas Wasserstoff zu begreifen und über die Grenzen hinweg zu tragen“, sagte die Bundesministerin. Eine gute Begleitung aus den Hochschulen sei dabei wichtig. „Wir müssen von der Grundlagenforschung in die Anwendung.“

Genau hier positioniert sich die FH. „Wir sehen uns als Schnittstelle zwischen anwendungsnaher Forschung und Praxis“, sagte Carsten Schröder, Vizepräsident für Transfer, Kooperation und Innovation. Die Hochschule engagiere sich seit vielen Jahren in Bildung und Forschung, um kooperativ und innovativ an Fragen zur Ressourcenschonung zu arbeiten, und habe das Themenfeld auch im Hochschulentwicklungsplan (HEP) integriert. „Auch Wasserstoff ist als Bildungs- und Forschungsthema fest verankert. Dies würden wir gern stärken“, so Schröder und verwies auf das Strategiekonzept der Hochschule. „Als zentralen Bestandteil unseres Konzepts wünschen wir uns eine Professur im Kontext Wasserstoff und Sektorenkopplung“, sagte der Vizepräsident und bat die Bundesministerium um eine Einschätzung. Es gebe viele thematische Stränge, und der nationale Wasserstoffrat müsse jetzt überlegen, wie er diese zusammenbringt, so Karliczek.

Neben Anja Karliczek war auch Regierungspräsidentin Dorothee Feller nach Steinfurt gekommen. „Wir müssen die Menschen überzeugen, dass Wasserstoff wichtig ist.“ Erfreulich sei das Zusammenwirken von Unternehmen, um das Thema voranzubringen. „Unsere Region ist besonders gut aufgestellt“, so Feller.

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