Blutentnahme im Marienhospital
Wie, war’s das schon?“

Steinfurt -

Wenn Suse Sundrup ins Zimmer kommt, hat sie ein Lächeln auf dem Gesicht und versprüht gute Laune. „Ich bin hier im Haus die kleine Bluthexe“, stellt sie sich dem Patienten augenzwinkernd vor. Damit ist das Eis schnell gebrochen. Sundrup gehört zum festen Team der Blutentnahme am UKM Marienhospital in Steinfurt. Bei ihr kommen die Patienten nicht um den berüchtigten Pieks in die Vene herum.

Donnerstag, 23.07.2020, 15:42 Uhr aktualisiert: 24.07.2020, 18:14 Uhr
Zum festen Team der Blutentnahme am UKM Marienhospital gehören (v.r.) Suse Sundrup, Sarah Hessel und Anne Terbrüggen. Sie versprühen immer gute Laune und trösten so manchen Patienten über mehr als nur den Pieks hinweg.
Zum festen Team der Blutentnahme am UKM Marienhospital gehören (v.r.) Suse Sundrup, Sarah Hessel und Anne Terbrüggen. Sie versprühen immer gute Laune und trösten so manchen Patienten über mehr als nur den Pieks hinweg. Foto: UKM Marienhospital

Wenn Suse Sundrup ins Zimmer kommt, hat sie ein Lächeln auf dem Gesicht und versprüht gute Laune. „Ich bin hier im Haus die kleine Bluthexe“, stellt sie sich dem Patienten augenzwinkernd vor. Damit ist das Eis schnell gebrochen. Sundrup gehört zum festen Team der Blutentnahme am UKM Marienhospital in Steinfurt. Bei ihr kommen die Patienten nicht um den berüchtigten Pieks in die Vene herum.

Es gibt Patienten mit eher schlechten Venen, die schon mal ängstlich sind, weil sie schlechte Erfahrungen bei der Blutentnahme gemacht haben. „Aber wir haben da so unsere Tricks“, verrät die Medizinisch-technischeFachangestellte. Erstmal sei es wichtig, dass es nicht zu Stress kommt. „Ich frage die Patienten ganz in Ruhe, wo wir denn am liebsten pieksen sollen.“ Anschließend ist dann Ablenkung gefragt. „Oft sage ich den Patienten, dass das hier mein absoluter Traumjob ist und diesen mit Leidenschaft ausübe. Ich frage sie dann, was sie denn so beruflich machen oder früher einmal gearbeitet haben. Es ist ganz wichtig, sich für den Patienten zu interessieren“, findet die 51-Jährige. Oft spüren die Patienten redefreudig abgelenkt den kleinen Stich nicht mehr. Sundrup: „Viele fragen mich dann: Wie, das war‘s schon?“

Das mit dem Traumjob kommt übrigens aus tiefster Überzeugung. Als Sundrups Arbeitsvertrag bei der Insolvenz des Steinfurter Krankenhauses im Jahr 2016 auslief, war die Burgsteinfurterin fix und fertig. „Ich habe das hier so sehr vermisst.“ Sobald das UKM das Marienhospital übernommen hatte, schrieb Sundrup eine Bewerbung. „Zwei Wochen später habe ich wieder in der Blutentnahme angefangen – und ich hier möchte ich auch bleiben.“

Gerade in der Corona-Zeit sei das Team der Blutabnahme wichtig für die Patienten, sagt Suse Sundrup. „Ich habe viele Menschen erlebt, die tieftraurig waren, weil sie keinen Besuch empfangen durften.“ Da habe sie sich gerne etwas mehr Zeit für die Kommunikation genommen und mit ihnen geredet, zum Beispiel über die Enkel. „Da blühen viele Patienten auf. Ein kleines Gespräch kann manchmal Wunder bewirken – nicht nur beim Blutabnehmen.“

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