Anwohner der Rubensstraße fordern Maßnahmen gegen Raser
„Getan wird dagegen nichts“

Borghorst -

Inge und Jürgen Cremers haben vor ihrem großen Wohnzimmerfenster einen Logenplatz. Links das gemächliche Treiben der Enten und Schwäne auf dem Göckenteich. Rechts die Rubensstraße. Und dort geht es, wie sie seit ihrem Einzug vor vier Jahren beobachten, trotz Tempo 30 alles andere als gemütlich zu. „Hier wird mitunter dermaßen gerast, dass wir Angst haben, uns im Umfeld des Heinrich-Roleff-Hauses zu bewegen“, sagt Jürgen Cremers. Sein Vorwurf an die Politik und die Verwaltung: „Getan wird dagegen nichts.“

Mittwoch, 29.07.2020, 16:31 Uhr
Die „30“ auf der Fahrbahn der Rubensstraße ist eigentlich nicht zu übersehen. Trotzdem halten sich viele Autofahrer nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung, beobachten Anwohner immer wieder.
Die „30“ auf der Fahrbahn der Rubensstraße ist eigentlich nicht zu übersehen. Trotzdem halten sich viele Autofahrer nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung, beobachten Anwohner immer wieder. Foto: Axel Roll

Der ehemalige Bundeswehrsoldat und seine Frau sind beide auf einen elektrischen Rollstuhl angewiesen und als Gehbehinderte im Straßenverkehr besonderen Gefährdungen ausgesetzt. Aber auch für Kinder und Jugendliche, die gerade morgens auf dem Weg zum Gymnasium auf die Berufspendler stoßen, ist die schmale Straße nicht ohne, wenn sich die Autofahrer nicht an die vorgeschriebenen 30 km/h halten.

„Viele Mitbewohner hier im Betreuten Wohnen haben Angst, die Straße zu überqueren“, weiß Jürgen Cremers aus vielen Gesprächen in der Nachbarschaft. Er ist darum schon vor drei Jahren aktiv geworden und hat die verantwortlichen Stellen im Rathaus und in der Politik angeschrieben. Die Reaktionen darauf waren für das Ehepaar enttäuschend. „Von der SPD gab es einen knappen Dreizeiler, die Verwaltung hat uns damals mitgeteilt, dass das Problem bekannt sei, aber mehr als das Einrichten einer Tempo-30-Zone könne man auch nicht unternehmen“, bedauert Jürgen Cremers. Auch den Seniorenbeirat habe er eingeschaltet. Der hatte auf die Planungen für das benachbarte Weberquartier hingewiesen. Damit könne eventuell auch eine Umgestaltung der Rubensstraße einhergehen.

Nach den augenblicklich geltenden Plänen dürfen die Anwohner nur in einem Bereich Entlastung erwarten. Der Gehweg soll hinter eine Baumreihe verlegt werden, der jetzige Bürgersteig soll zum Parken genutzt werden. Dafür wird die Verkehrsbelastung noch eher zunehmen, soll die die Rubensstraße doch bis zur Mauritiusstraße durchgebaut und dort durch einen Kreisverkehr angeschlossen werden. Damit dürfte der Rubensstraße eine Haupterschließungsfunktion für das neue Quartier zukommen.

Inge und Jürgen Cremers könnten sich vorstellen, dass schon eine mobile Überwachungsanlage, die mit einem lachenden oder schmollenden Smiley anzeigt, ob sich der Autofahrer an die 30 hält, einen längerfristigen Erziehungseffekt hat. Viele mimten nämlich immer noch den Ahnungslosen, obwohl neben den Tempo-30-Zonenschildern die Straße mit einer „30“ bemalt und zusätzliche Warnschilder aufgestellt wurden. Jürgen Cremers: „Mich hat wirklich mal jemand gefragt: Wo steht denn hier Tempo 30?“

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