483 mehr Arbeitslose als vor einem Jahr im Bereich der Arbeitsagentur-Geschäftsstelle Steinfurt
Die Quote steigt spürbar an

Steinfurt -

Dass die Zahl der Arbeitslosen im Sommer steigt, ist typisch für den Arbeitsmarkt in dieser Jahreszeit. Jetzt kommen auch noch die Auswirkungen der Corona-Pandemie hinzu. Folge: Die Quote steigt weiter an.

Donnerstag, 30.07.2020, 15:29 Uhr aktualisiert: 30.07.2020, 16:55 Uhr
Vergleichsweise günstig war die Veränderung der Arbeitslosigkeit in Steinfurt. Dort stieg der Bestand an Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahresmonat um 20 Prozent.
Vergleichsweise günstig war die Veränderung der Arbeitslosigkeit in Steinfurt. Dort stieg der Bestand an Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahresmonat um 20 Prozent. Foto: Agentur für Arbeit Rheine

Dass die Zahl der Arbeitslosen im Sommer steigt, ist typisch für den Arbeitsmarkt in dieser Jahreszeit. Jetzt kommen auch noch die Auswirkungen der Corona-Pandemie hinzu. Folge: Die Quote steigt weiter an.

Allein im Einzugsbereich der Steinfurter Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit sind Ende Juli 101 Frauen und Männer mehr als im Juni vergangenen Jahres erwerbslos registriert. Aktuell sind 2854 Personen betroffen. Das sind 483 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote ist gegenüber Juli 2019 von 4,4 auf 5,3 Prozent gestiegen. Ein vergleichsweise günstiger Wert, wenn man die Entwicklungen in den weiteren Geschäftsstellenbezirken der Agentur im Kreis Steinfurt heranzieht.

„Obwohl mit Kurzarbeit bislang in vielen Unternehmen Entlassungen vermieden werden konnten, erleben wir nun bedauerlicherweise, dass es auch zunehmend Fälle gibt, in denen Kündigungen unvermeidbar geworden sind“, berichtet Heinz-Josef Müller, stellvertretender Leiter der Agentur für Arbeit Rheine. Seit März haben insgesamt 4200 Betriebe im Kreis Kurzarbeit angemeldet. Nach Meldungen der Firmen sind aktuellen 55 592 Arbeitnehmer betroffen, das sind mehr als ein Drittel der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Region.

Ohne Job waren dort im Juli 12 834 Männer und Frauen. Im Vergleich zu Juni hat die Zahl um 413 zugenommen, das entspricht einer Steigerung um 3,3 Prozent. Damit hat der Arbeitsmarkt spürbar nachgegeben. Die Arbeitslosenquote ist im gesamten Bezirk um 0,2 Prozentpunkte auf zuletzt fünf Prozent gestiegen.

Wie stark Corona die Wirtschaft im nördlichen Münsterland treffe, zeige der Vergleich zu den Arbeitsmarktzahlen aus dem Vorjahr, erläutert Müller. So ist die Arbeitslosigkeit gegenüber Juli 2019 um 2415 Personen gestiegen. Die Quote erhöhte sich um einen Prozentpunkt.

Berücksichtigt werden muss allerdings auch, darauf verweist der Experte, dass die Jugendarbeitslosigkeit in den Sommermonaten typischerweise steigt. Betroffen seien vor allem Nachwuchskräfte, die nach dem Ende ihrer Lehrzeit nicht übernommen werden. In der Regel würden sie als gut qualifizierte Fachkräfte schnell eine neue Beschäftigung finden. In der aktuellen Situation müssten sie aber mit einer längeren Bewerbungsphase rechnen. Allerdings, so macht Müller Hoffnung, gebe es derzeit auch Unternehmen, die neues Personal suchen: „Das ist ein positives Signal.“

Die Folgen der Corona-Krise sind im Bereich der Grundsicherung weniger stark als in der Arbeitslosensicherung zu spüren. Zu diesem Ergebnis kommt Tanja Neumann, Vorstand Arbeitsmarkt des Jobcenters Kreis Steinfurt. Wenngleich die Zahlen deutlich über dem Vorjahresniveau liegen, scheine die negative Entwicklung vorerst gestoppt. In Steinfurt hat sich der Bestand an Menschen, die sogenannte Hartz-IV-Leistungen beziehen, um sechs auf 1761 Personen verringert. Dabei meldeten sich 155 Personen neu oder erneut arbeitslos, 45 weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig haben 167 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beendet, 76 weniger als im Juli 2019.

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