Evangelische Jugendhilfe Münsterland plant Zwei-Millionen-Invest an der Liedekerker Straße
Kommunikative „Schaltzentrale“

Steinfurt -

Vom Kompetenzzentrum Pflegefamilien an der Kreuzstiege über das Sozialkaufhaus „Möbelbörse“ an der Goldstraße bis hin zu verschiedenen Wohngruppen und Offenen Ganztagsschulen und demnächst auch eine Kita: Die Liste der Einrichtungen, Dienste und Projekte, die die Evangelische Jugendhilfe Münsterland als Träger allein in Steinfurt betreut, ist lang. Addiert man die vielen Angebote in den Außenstellen in den Kreisen Borken, Coesfeld und Steinfurt sowie in der Stadt Münster, ergibt sich eine beeindruckende Vielfalt.

Sonntag, 09.08.2020, 13:38 Uhr
Der Neubau der Geschäftsstelle der Ev. Jugendhilfe Münsterland zwischen Schule am Bagno und Kreishaus soll im Herbst kommenden Jahres bezugsfertig sein.
Der Neubau der Geschäftsstelle der Ev. Jugendhilfe Münsterland zwischen Schule am Bagno und Kreishaus soll im Herbst kommenden Jahres bezugsfertig sein. Foto: Varwick Architekten und Bauingenieure

 

Es ist klar, dass diese Angebotspalette nur mit einer leistungsfähigen Verwaltung vorzuhalten ist. 35 Mitarbeiter gehören der Geschäftsstelle Steinfurt an. Der Großteil sitzt in der „Villa Engel“, dem ehemaligen Pastorat der Ev. Kirchengemeinde am Viefhoek. Zudem gibt es zwei Nebenstandorte in der Altstadt. Diese Zersplitterung, die der Mitarbeiterbegegnung und -kommunikation nicht unbedingt förderlich ist, wird bald passé sein: Der soziale Dienstleister plant die Errichtung einer neuen Geschäftsstelle an der Liedekerker Straße. Auf dem Grundstück zwischen Kreishaus und Schule am Bagno entsteht ein dreigeschossiger Neubau, der die Verwaltung an einem Standort konzentriert.

„Es ist das größte Projekt in der Geschichte unserer Einrichtung“, sagt Geschäftsführer Egbert Große Ahlert. Nachdem sich die Suche nach einer geeigneten Bestandsimmobilie zerschlagen hatte, sei die ursprüngliche Idee beim Bezug eines Neubaus gewesen, diesen von einem Investoren errichten zu lassen und sie anschließend anzumieten. Als sich aber die Lösung auf dem Areal der Ev. Kirchengemeinde abzeichnete, habe man sich dazu entschieden, selbst als Bauherr aufzutreten, ergänzt Karin Beckmann, zweite Geschäftsführerin der Einrichtung. Spätestens Anfang September soll der erste Spatenstich gesetzt werden, derzeit finden bereits erste vorbereitende Bauarbeiten für die Erschließung statt. Die Zuwegung erfolgt von der Liedekerker Straße aus, dem Gebäude vorgelagert ist ein Wendehammer.

Rund zwei Millionen Euro nimmt der Träger der Jugendhilfe bei dem Bauprojekt in die Hand. 1000 Quadratmeter Bürofläche, rund ein Drittel mehr als aktuell, werden insgesamt geschaffen. Viel Wert wird neben gut ausgestatten Büros auch auf Begegnungs- und Konferenzmöglichkeiten gelegt. Ein Gebäudeteil wird ausschließlich dafür zur Verfügung stehen.

Etwas schwierig bei der Planung, die zusammen mit dem Architekturbüro Varwick erfolgt ist, sei die Abschätzung gewesen, wie stark sich der wegen der Corona-Pandemie bedeutender werdende Homeoffice-Trend in Zukunft weiterentwickeln wird, berichtet Karin Beckmann. Auf der anderen Seite erwartet die Ev. Jugendhilfe weiter steigende Fallzahlen in ihrem Massengeschäft. „Wir haben versucht, darauf mit Flexibilität zu reagieren“, macht die Geschäftsführerin deutlich. Auch eine Vergrößerung sei möglich – durch eine Geschossaufstockung.

Energetisch ist das neue Geschäftsstellengebäude auf der Höhe der Zeit, gleiches gilt für die technische Ausstattung. Bei der Gestaltung seien auch die Mitarbeiter einbezogen worden, die künftig vornehmlich in Zweierbüros arbeiten werden, betonen die beiden Geschäftsführer. Wenn alles so läuft wie geplant, soll der Neubau im Oktober 2021 Jahres bezugsfertig sein.

Das rund 2000 Quadratmeter große Grundstück, auf dem gebaut wird, gehört der Ev. Kirchengemeinde Burgsteinfurt, die das Areal nach dem Erbbaurecht an den Träger verpachtet hat. Sie möchte mittelfristig auch die weitere, verbliebene Fläche in einer Größenordnung von rund 16 000 Quadratmetern erschließen. Im Fall der Villa Engel geht Pfarrer Guido Meyer-Wirsching davon aus, dass diese nach Auszug der Jugendhilfe wieder vermietet werden kann. Welche genaue Folgenutzung sich ergibt, stehe derzeit noch nicht fest.

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