Drogen-Deal vor dem Amtsgericht
36-Jähriger will raus aus der Szene

Burgsteinfurt -

Bevor er möglicherweise eine noch höhere Strafe kassiert, hat ein 36-jähriger Steinfurter den Widerspruch gegen einen Strafbefehl zurückgezogen, den das Steinfurter Amtsgericht gegen ihn Anfang Juni verhängt hat.

Mittwoch, 12.08.2020, 17:12 Uhr

Bevor er möglicherweise eine noch höhere Strafe kassiert, hat ein 36-jähriger Steinfurter den Widerspruch gegen einen Strafbefehl zurückgezogen, den das Steinfurter Amtsgericht gegen ihn Anfang Juni verhängt hat. Der Mann, zurzeit Mini-Jobber in einer Dienstleistungsfirma, war zu 60 Tagessätzen á zehn Euro verdonnert worden. Er hatte mit Drogen gedealt und war am 22. Oktober vergangenen Jahres erwischt worden, als er zwei Gramm Marihuana für 20 Euro an einen Freund verkaufen wollte.

Zunächst hatte sich der 36-Jährige nicht zu den Vorwürfen geäußert. Gleich zu Beginn der Verhandlung am Dienstag hat er aber dann doch freimütig zugegeben, schuldig zu sein. Sein Rechtsanwalt erklärte: „Er hat sich aus dem Drogenmilieu entfernt und damit nichts mehr zu tun. Er ist raus aus der Szene.“ Offenbar, so war den Ausführungen des Verteidigers zu entnehmen, hatte die Freundin seinem Mandanten die Pistole auf die Brust gesetzt, dass er eine Kehrtwende vollziehen und endgültig mit seiner Drogen-Vergangenheit abschließen muss. Geplant sei, dass die beiden zusammenziehen. Außerdem hat der 36-Jährige Aussicht , fest angestellt zu werden und ein regelmäßiges Einkommen zu erhalten.

Sowohl die Vorsitzende Richterin als auch der Vertreter der Staatsanwaltschaft fanden den Sinneswandel des Angeklagten und die Bereitschaft, sein Leben zu verändern, gut. Was ihnen aufstieß, war die Tatsache, dass der Angeklagte kurz vor dem Ende einer laufenden Bewährungszeit wieder mit dem Gesetz in Konflikt geraten war. Die Chancen auf ein milderes Urteil hätte er sich vertan, weshalb die Richterin dem Steinfurter zu verstehen gab, den Widerspruch gegen den Strafbefehl lieber zurückzuziehen. Der 36-Jährige hatte den Wink verstanden. Er akzeptierte den Strafbefehl. Gleichwohl muss der Mann aber damit rechnen, dass seine Bewährungszeit verlängert wird.

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