Sexueller Missbrauch
Zweites mutmaßliches Opfer meldet sich

Borghorst -

Eine zweites mutmaßliches Opfer hat sich beim Bistum Münster im Anschluss an den Bericht dieser Zeitung über die Strafanzeige gegen einen früheren leitenden Pfarrer der Gemeinde gemeldet. Er wird von einer weiteren Person beschuldigt, sexuell übergriffig geworden zu sein.

Donnerstag, 13.08.2020, 18:40 Uhr aktualisiert: 14.08.2020, 08:28 Uhr
Sexueller Missbrauch: Zweites mutmaßliches Opfer meldet sich
Ein ehemaliger leitender Pfarrer der St. Nikomedes-Gemeinde in Steinfurt-Borghorst wird von einer weiteren Person beschuldigt, sexuell übergriffig geworden zu sein. Foto: Axel Roll

Der Interventionsbeauftragte des Bistums, Peter Frings, teilte jetzt bei einem Treffen von Kirchenvorstand, Pfarreirat und Mitarbeitern der Gemeinde St. Nikomedes mit, dass sich diese zweite Person anwaltlich beraten lassen wolle. Das geht aus einer Stellungnahme der Pressestelle des Bistums hervor.

Neben Frings nahm der Verantwortliche für das Seelsorge-Personal, Karl Render, an dem Treffen teil. Beide Bistumsvertreter stellten den Gremien die Chronologie des Falles vor. Von Seiten der Bistumsleitung habe man sich kontinuierlich um die erste mutmaßlich betroffene Person, einen Priester , gekümmert, heißt es weiterhin in dem Pressetext. Dieser hatte sich Ende 2018 beim Bistum gemeldet, im Dezember eine offizielle Aussage beim Generalvikariat gemacht und Mitte Juli dieses Jahres Strafanzeige gegen den früheren leitenden Pfarrer gestellt. Wiederholt habe auch Münsters Bischof Dr. Felix Genn Kontakt zu dem Betroffenen in Form von Telefonaten, einem persönlichen Gespräch und per Briefwechsel gesucht und ihn ermutigt, eine Strafanzeige zu erstatten, so die Darstellung des Bistums. Das mutmaßliche Opfer war den Schritt an die Öffentlichkeit gegangen, um andere Betroffene zu ermutigen, sich ebenfalls zu melden.

„Wir haben ihm immer wieder Hilfsangebote gemacht und unsere Unterstützung zugesagt“, erklärten Render und Frings. Letztendlich müsse aber der Betroffene selbst entscheiden, ob und wann er seinen Fall öffentlich machen wolle. Ein solcher Schritt stelle immer eine starke emotionale Belastung dar. Dies gelte es zu respektieren.

Die Vorwürfe gegen den ehemaligen leitenden Pfarrer nehme das Bistum ernst. Für diesen habe sich inzwischen ein Rechtsanwalt beim Bistum gemeldet.

Zunächst müsse jetzt abgewartet werden, was die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen ergeben würden, Ein Sprecher der Behörde hatte am Wochenbeginn den Eingang der Strafanzeige auf Nachfrage dieser Zeitung bestätigt. Bis dahin könne man keine weiteren Angaben zu der Angelegenheit machen, so das Bistum. Mit den Gremien werde man überlegen, ob und was die Pfarrei in dieser Zeit an begleitender Unterstützung bräuchte, schreibt die Bistumspressestelle abschließend.

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