Nutzung der Sporthallen in Steinfurt
Vereine wollen klare Ansage

Steinfurt -

Ein geregelter Trainingsbetrieb in den Hallen war für den Vereinssport nach dem Lockdown im März monatelang nicht möglich. Jetzt, nach Ende der Sommerferien und nach Erlass der neue Corona-Schutzverordnung, scharren die Vereine mit den Hufen.

Freitag, 14.08.2020, 11:24 Uhr
Auch die Fechter des TB Burgsteinfurt warten derzeit darauf, ihren Trainingsbetrieb unter Corona-Auflagen wieder aufnehmen zu können.
Auch die Fechter des TB Burgsteinfurt warten derzeit darauf, ihren Trainingsbetrieb unter Corona-Auflagen wieder aufnehmen zu können. Foto: Vera Szybalski

Ein geregelter Trainingsbetrieb in den Hallen war für den Vereinssport nach dem Lockdown im März monatelang nicht möglich. Jetzt, nach Ende der Sommerferien und nach Erlass der neue Corona-Schutzverordnung, scharren die Vereine mit den Hufen. „Jeden Tag klingelt bei uns das Telefon, und Vereinsmitglieder fragen an, wann und wie es denn nun endlich weitergeht mit dem Hallentraining“, sagt Dörte Michels. Die Geschäftsführerin des TB Burgsteinfurt kann indes nur vertrösten. Was fehlt, ist eine klare Regelung von Seiten der Stadt und des Kreises, wie und ab wann die Hallen wieder nutzbar sind: „Wir brauchen eine Perspektive,“ sagt Michels.

Die Geschäftsführerin ist froh, dass die Mitglieder des Großvereins bislang sehr geduldig mit der Situation umgegangen und in aller Regel bei der Stange geblieben sind, sprich ihre Vereinsbeiträge weitergezahlt haben. „Wir dürfen den Bogen aber auch nicht überspannen“, sagt sie – und hat dabei insbesondere die zahlreichen Kindergruppen im Blick, die derzeit noch auf Eis liegen. „Die saßen wochenlang zu Hause und konnten nicht zum Sport“, betont Michels. Mit den Ferienfreizeiten habe man zwar zuletzt etwas Boden wieder gutmachen können, die Notwendigkeit eines regelmäßigen Sportangebots indes sei überfällig.

Ärgerlich in dieser ohnehin schon angespannten Situation: Einige Hallen, die der TB nutzt, stehen wegen Reparaturarbeiten nicht zur Verfügung. Laut Dörte Michels sind dies die Hauptschul- und die Willibrordhalle sowie die kreiseigenen Hallen an der Garten- und der Liedekerker Straße.

„Wir brauchen von Seiten der Stadt eine Info, wie es mit der Hallennutzung weitergehen soll“, meldet Carsten Blanke, Geschäftsführer des TV Borghorst, ebenso dringenden Handlungsbedarf an. Auch in der Geschäftsstelle des TVB fragen viele Mitglieder an, wann und wie der Vereinssport in den Hallen nun wieder starten könne. „Laut aktueller Corona-Schutzverordnung dürfen sie mit gewissen Auflagen ja“, so Blanke. „Wir müssen dann Rede und Antwort stehen, obwohl es letztlich ja gar nicht an uns ist, das zu entscheiden.“

Der TVB wartet noch auf das Okay, eine seiner Hallen, die Nikomedeshalle, nach reparaturbedingter Schließung wieder nutzen zu dürfen. Blanke geht davon aus, dass das ab der kommenden Woche der Fall sein dürfte.

Michael Schell, Erster Beigeordneter der Stadt, hat viel Verständnis für die Situation der Vereine und geht davon aus, dass der Sportbetrieb in den Hallen kurzfristig starten kann. Das werde ähnlich erfolgen können, „wie vor den Ferien auch“, nur eben unter den Auflagen der aktuellen, gelockerten Corona-Schutzverordnung. Will heißen: Die Hallennutzer müssen die vorgeschriebenen Hygienestandards und die Mindestabstände garantieren. Auch die Benutzung von Umkleide- und Duschräumen ist erlaubt, wenn die besagten 1,5 Meter Distanz eingehalten werden. Zudem ist für eine gute Durchlüftung in den Hallen zu sorgen.

Insbesondere zu letzterem Punkt seien aktuell Mitarbeiter der Stadt unterwegs, um zu prüfen, wie dies im Trainingsbetrieb am besten umzusetzen ist. „Ich rechne damit, dass ein Ergebnis schnell vorliegt“, sagt Schell. Auch bekämen die Vereine kurzfristig Aussagen darüber, wie mit der geforderten Desinfektion von Trainingsmaterialien umzugehen ist. „Wir sind da in engem Austausch mit dem Stadtsportverband und auf einem guten Weg“, so der Erste Beigeordnete, der in dieser Aussage vom SSV-Vorsitzenden Jens Kösters bestätigt wird. Seien diese noch offenen Fragen geklärt, könne der Trainingsbetrieb unter den genannten Auflagen starten. Schell: „Ich gehe davon aus, dass die Vereine sich daran auch halten.“

Zur den Hallenschließungen aufgrund von Reparaturen bestätigte der Erste Beigeordnete, dass die Nikomedeshalle kurzfristig zur Verfügung steht. Bei der Hauptschulhalle werde es bis zur Öffnung noch etwas dauern, weil die Reparaturen umfangreicher seien.

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