Beton-Zipfelmützen gegen Schnellfahrer
Feldversuch am Veltruper Kirchweg

Burgsteinfurt -

Einen eindeutigen Beschluss gibt es noch nicht. Die Politik reagiert bislang aber sehr zurückhaltend auf die Idee des Kreises, an der Kreuzung Veltruper Kirchweg mit der Radbahn den Pedalrittern Vorfahrt einzuräumen. Der Kreis möchte damit für sein „Triangel“-Projekt auf die Tube drücken und mehr Menschen zum Umstieg auf den Muskelantrieb bewegen. Die Kommunalpolitiker haben mehr die Gefahren im Blick, die die Ecke bei einem Umdrehen der Vorfahrtsregelung bergen würde. Schließlich ist der Veltruper Kirchweg Haupterschließungsstraße, auf dem viele Autofahrer täglich unterwegs sind, sich aber nur wenige an die vorgeschriebenen Tempo 30 halten.

Donnerstag, 27.08.2020, 16:08 Uhr
Von links und rechts kommen die Radler, geradeaus fahren die Autos: Auf dem Veltruper Kirchweg haben bislang die Blechkarossen Vorfahrt. Der Kreis möchte das ändern.
Von links und rechts kommen die Radler, geradeaus fahren die Autos: Auf dem Veltruper Kirchweg haben bislang die Blechkarossen Vorfahrt. Der Kreis möchte das ändern. Foto: Axel Roll

 

Trotz der Vorbehalte der Ratsparteien hat das Baudezernat jetzt einen „Feldversuch“ mit einer Reihe von Beton-Zipfelmützen gestartet, die früher einmal Freiburger Kegel hießen. Damit müssen die Autofahrer jetzt beim Passieren der Radbahn-Überfahrt einen Schlenker fahren, der sie dann, so die Hoffnung, zum Abbremsen zwingt.

Das Ganze soll mittels eines Messgeräts in den nächsten Tagen dokumentiert werden. Im Februar stand die Kiste schon einmal am Veltruper Kirchweg. Damals fuhren die Autos dort im Durchschnitt 43 Stundenkilometer, also 13 schneller als erlaubt.

Wie aus dem Tiefbauamt zu erfahren war, könnten die Kegel ein wirksames Mittel sein, die Autos zum Bremsen zu bewegen. Zeigten sie Erfolg, könnten sie dann irgendwann einmal Aufpflasterungen, Verengungen oder Baumbeeten weichen, die aus dem Provisorium etwas Dauerhaftes machten.

Ob solche baulichen Schikanen aber auch die Kfz-Frequenz auf der Straße verringern, scheint fraglich. Bei der Zählung des Kreises im Frühjahr kamen wochentags zwischen 2500 und 3400 Fahrzeuge zusammen, an Sonntagen waren es noch immerhin 1400 bis 1700. Fahrräder queren täglich unter 1000 die Haupterschließungsstraße.

Bislang funktioniert der Knotenpunkt tadellos, hatte die Stadt noch im März festgestellt. Unfälle habe es dort noch nicht gegeben.

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