Reihe „Abendvisite“: Online-Vortrag von Dr. Gerold Thölking über Bluthochdruck
Ein schleichender Killer

Steinfurt -

Chefarzt Privatdozent Dr. med. Gerold Thölking vom UKM Marienhospital Steinfurt, Abteilung Innere Medizin/Allgemeine Medizin und Nephrologie, informierte in einer weiteren Folge der Vortragsreihe „Abendvisite“ über die genaue Definition von Bluthochdruck, Gründe, Diagnostik und Therapiemöglichkeiten.

Montag, 31.08.2020, 20:35 Uhr aktualisiert: 01.09.2020, 15:50 Uhr
Dr. Gerold Thölking hielt seinen Vortrag in einem eigens eingerichteten Studio der FBS.
Dr. Gerold Thölking hielt seinen Vortrag in einem eigens eingerichteten Studio der FBS. Foto: Stephan Schonhoven

Erhöhter Blutdruck gehört zu den wesentlichen Risikofaktoren für Schlaganfall oder Herzinfarkt. Leider wird die so genannte „arterielle Hypertonie“ oft erst spät erkannt, da zu Anfang keine Symptome spürbar sind. Bis zu 50 Prozent der Erwachsenen leiden an Bluthochdruck.

Chefarzt Privatdozent Dr. med. Gerold Thölking vom UKM Marienhospital Steinfurt, Abteilung Innere Medizin/Allgemeine Medizin und Nephrologie, informierte in einer weiteren Folge der Vortragsreihe „Abendvisite“ über die genaue Definition von Bluthochdruck, Gründe, Diagnostik und Therapiemöglichkeiten. Neu war die Veranstaltungsform. Auf Grund der Coronakrise wurde die Abendvisite erstmalig online in Form einer Videokonferenz präsentiert. Mit Laptop, Smartphone oder Tablet ließ sich der Vortrag von zu Hause aus verfolgen. „Die Resonanz auf dieses Angebot war gut“, betont Jan-Philip Zimmermann als Moderator. Er ist Leiter der mitveranstaltenden Familienbildungsstätte (FBS). Die Reihe wird monatlich zunächst im Online-Format weitergeführt.

„Optimal eingestellt ist der Blutdruck bei einem systolischen Wert von unter 120 sowie einem diastolischen unter 80“, erläuterte Thölking. Allerdings ist das altersabhängig. Mit den Lebensjahren steigt auch der Blutdruck an. Von leichter Hypertonie spricht man bei Werten von 140 bis 159 mmHg systolisch sowie 90 bis 99 mmHg diastolisch. Bei Werten von mehr als 180/110 diagnostizieren die Mediziner schwerwiegende Hypertonie. Wird zu großer Druck auf die Blutgefäße im Körper ausgeübt, besteht die Gefahr, dass sie reißen und es zu einem Schlaganfall kommt. Gefäßverkalkungen im höheren Lebensalter oder durch ungünstige Ernährung können zu Herzinfarkten führen.

„Zu 90 Prozent handelt es sich bei Blutdruckpatienten um „Essenzielle Hypertonie“, sagt der Arzt, „bei der die Gründe nicht präzise feststellbar sind.“ Meist hat es mit Lifestyle und Alter zu tun. Unter anderem spielen hoher Alkohol- beziehungsweise Koffeinkonsum, hohe Kochsalzzufuhr, Übergewicht oder auch Stress eine Rolle. Durch Änderung ihrer Gewohnheiten haben Betroffene die Möglichkeiten, dem Hochdruck entgegenzuwirken.

„Bei circa zehn Prozent der Patienten liegt eine „Sekundäre Hypertonie“ vor“, erläuterte Thölking. In diesem Fall lassen sich Ursachen durch spezielle Diagnoseverfahren nachweisen. Die Gründe reichen von Nierenproblemen und Schilddrüsenüberfunktion bis hin zu einer Schlafapnoe.

Um Hypertonie vorzubeugen erweisen sich weniger Alkoholkonsum, Einstellen des Rauchens, Gewichtsreduktion und mediterrane Kost als vorteilhaft. Die regelmäßige Selbstmessung und Dokumentation der Blutdruckwerte erlauben, die Entwicklung über einen längeren Zeitraum zu beobachten. „Wichtig ist, stets im Ruhezustand zu messen, also nicht gerade dann, wenn man sich körperlich angestrengt hat“, rät der Experte.

Die Abendvisite ist eine Kooperation von UKM Marienhospital Steinfurt, Volkshochschule (VHS) im Kulturforum und Familienbildungsstätte Steinfurt.

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