Umzug des Stadtarchivs von Burgsteinfurt nach Borghorst ist geschafft
Keller mit Wohlfühltemperaturen

Steinfurt -

Die Erleichterung steht Achim Becker im Gesicht geschrieben. Der Umzug des Stadtarchivs vom ehemaligen Behördenhaus gegenüber der Hohen Schule in Burgsteinfurt in die ehemalige Nikomedesschule an der Kapellenstraße in Borghorst ist geschafft.

Dienstag, 01.09.2020, 15:50 Uhr aktualisiert: 02.09.2020, 14:06 Uhr
Auch die alten Zeitungsbände haben in den Regalen einen neuen Platz gefunden.
Auch die alten Zeitungsbände haben in den Regalen einen neuen Platz gefunden. Foto: Drunkenmölle

Die Erleichterung steht Achim Becker im Gesicht geschrieben. Der Umzug des Stadtarchivs vom ehemaligen Behördenhaus gegenüber der Hohen Schule in Burgsteinfurt in die ehemalige Nikomedesschule an der Kapellenstraße in Borghorst ist geschafft. Ein Kraftakt, beschreibt der Stadtarchivar die zurückliegenden zwei Wochen, in denen „das Steinfurter Gedächtnis“ in unzähligen Archivboxen in über 1000 Umzugkartons verstaut, zum Teil auf Paletten gestapelt, wieder ausgepackt und an ihren neuen Platz eingeräumt werden mussten. Schwere Schränke wurden bewegt, ein Großteil des Mobiliars wurde mitgenommen. „Alle Beteiligten haben ganze Arbeit geleistet“, zollt Becker nicht nur den Profi-Packern der Umzugsspedition, sondern auch den vielen Helfern, die „für kleines Geld“ mit angepackt haben, Respekt, wie sie diese Aufgabe bewältigt haben.

Großzügiger, übersichtlicher, moderner und nutzerfreundlicher ist alles geworden. In ehemaligen Klassenräumen sind ebenerdig drei Büros, ein Technikraum, ein Gruppenarbeitsraum und der Lesesaal mit angegliederten Regalraum entstanden, in denen die Benutzerbibliothek jetzt vollständig ausgepackt zur Verfügung steht. „Das ist ein dickes Plus für alle Besucher“, fügt Becker an. Für sie gibt es ausreichend Arbeitsplätze. Auch kleine Gruppen finden jetzt Möglichkeiten, sich in aller Ruhe mit Steinfurter Geschichte zu beschäftigen.

Kein Vergleich also zum alten Standort, wo es unter dem Dach des Behördenhauses im Winter feucht und kalt und im Sommer schwül und heiß war. Eine anhaltende Klimakatastrophe für die teilweise wertvollen Bestände im Magazin, die bei den extrem schwankenden Temperaturen stark gelitten haben. Als 2016 als auch noch der mit Kartons vom Boden bis zur Decke vollgepackte Keller des Behördenhauses nach einem Starkregen unter Wasser stand, war die Not groß und die Politik endgültig bereit, den Umzug zu beschließen. Eine Entscheidung, die insbesondere unter Burgsteinfurter Heimatfreunden bis heute umstritten ist.

Unten im Keller erfüllt die neue Luftentfeuchtungsanlage ihren Dienst. 18 bis 20 Grad Wohlfühltemperatur ist für die kompletten Archivbestände aus Burgsteinfurt und Borghorst eingestellt. Nach Restaurierung und fünf Jahren Zwischenlagerung in einer Fachwerkstatt in Trier ist auch der Burgsteinfurter Altbestand. Zugleich hat auch das Archiv der Stadt Steinfurt hier seinen Platz gefunden. Die 1200 Regalmeter haben noch reichlich Reserven.

Und was passiert mit dem alten Behördenhaus? Anfragen habe es bereits gegeben, sagt Erster Beigeordneter Michael Schell. Konkrete Konzepte gibt es noch nicht. Vorstellbar sei vielleicht, eine Nutzung in Zusammenhang mit dem Förderprojekt „Dritte Orte“.

Das Steinfurter Stadtarchiv in der ehemaligen Nikomedesschule, Kapellenstraße 7, ist dienstags und freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr sowie dienstags von 14 bis 16 Uhr für Besucher geöffnet. Die aktuellen Corona-Schutzbestimmungen erfordern zurzeit allerdings eine Terminabsprache Telefon 0 25 52/92 54 15.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7561882?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686838%2F
Nachrichten-Ticker