Noch in diesem Jahr
Steinfurt bekommt seine erste Fahrradstraße

Steinfurt -

Steinfurt bekommt seine erste Fahrradstraße. Mit zehn Verkehrsschildern, Piktogrammen, rotem Asphalt in den Kurven, Tempo 30, Betonkegeln und der Sperrung für den Durchgangsverkehr soll der Nünningsweg zwischen Borghorst und Burgsteinfurt zur Paradestraße für Pedalritter umfunktioniert werden. Der Bauausschuss hat am Donnerstag mit einer denkbar knappen Neun-zu-acht-Abstimmung dem Vorhaben seinen parlamentarischen Segen gegeben.

Freitag, 04.09.2020, 19:36 Uhr aktualisiert: 09.09.2020, 14:39 Uhr
Bislang stehen am Nünningsweg nur Tempo-30-Schilder. Noch in diesem Jahr soll aus der Strecke Steinfurts erste Fahrradstraße werden.
Bislang stehen am Nünningsweg nur Tempo-30-Schilder. Noch in diesem Jahr soll aus der Strecke Steinfurts erste Fahrradstraße werden. Foto: Axel Roll

 

In einem ersten Schritt hat der bislang noch unter Autofahrern beliebte Schleichweg zwischen beiden Ortsteilen ab dem Blocktor eine neue Asphaltdecke bekommen. Die dafür notwendigen 90 000 Euro zahlt die EU. Die Folge ist allerdings, dass dafür die überörtlichen Fahrradwege wie die 100-Schlösser-Route nicht mehr durchs Bagno, sondern über den Nünningsweg führen müssen (diese Zeitung berichtete ausführlich).

Wie Technischer Beigeordneter Hans Schröder erläuterte, ist neuer Asphalt für den bislang noch unbehandelten Teil des Weges nicht mehr fern. Auch dafür soll es einen Zuschuss geben. Diesmal in Höhe von 60 000 Euro. Die Kennzeichnung als Fahrradstraße kostet die Stadt übrigens rund 60 000 Euro. Noch in diesem Jahr sollen die Schilder aufgestellt und die Farbe aufgebracht werden.

CDU und Teile der Freien Wähler lehnten das Vorhaben ab. Die Christdemokraten waren nicht gegen die Fahrradstraße an sich, forderten aber am Abzweig Blocktor in Burgsteinfurt weitere Maßnahmen, um das Radfahren dort sicherer zu machen. „Die Radler müssen mehrfach die Hauptstraße kreuzen“, kritisierte Rolf Diekmann. Man habe sich zusammen mit dem ADFC die Situation angeschaut und sei gemeinsam zu dem Schluss gekommen, dass dort dringend etwas passieren müsse. Diekmann wörtlich: „Da wird den Radfahrern eine Sicherheit vorgegaukelt, die es gar nicht gibt.“

Die knappe Ausschussmehrheit wollte die Fahrradstraße nicht mit dem Blocktor verknüpfen, zumal die Stadt dort nicht Herr über die Trasse ist, sondern das Land. „Sich damit zu einigen, kann ewig dauern“, warnte Rolf Howe-König von den Grünen.

Baudezernent Hans Schröder bekräftige in diesem Zusammenhang den Willen der Stadt, die seit Jahren gesperrte Brücke ins Bagno wieder reparieren zu lassen. Die Widerlager des Bauwerks seien in Ordnung, so könne mit relativ wenig Aufwand die Verbindung für Radfahrer und Spaziergänger wieder hergestellt werden. Eigentümer der Brücke ist das Fürstenhaus. Darum müssten noch Abstimmungsgespräche geführt werden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7567934?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686838%2F
Nachrichten-Ticker