Coworking Space in Steinfurt
Raum für neue Arbeitsformen

Steinfurt -

In der Lounge abhängen, networken und dann geht’s zum Multi-Space, einem Ort ohne fest zugewiesene Arbeitsplätze: Vielleicht sieht der Alltag nicht ganz so entspannt aus, aber so ähnlich arbeitet man prinzipiell in sogenannten Coworking Spaces. Innerhalb der Stadtverwaltung wird zurzeit geprüft, ob, wann und wie sich so ein Modell in Steinfurt realisieren lässt.

Montag, 07.09.2020, 16:24 Uhr aktualisiert: 08.09.2020, 17:19 Uhr
Rund 250 Coworking Spaces gibt es bereits in Deutschland. Freiberufler, kleinere Startups oder digitale Nomaden arbeiten dabei in meist größeren, verhältnismäßig offenen Räumen und können auf diese Weise voneinander profitieren.
Rund 250 Coworking Spaces gibt es bereits in Deutschland. Freiberufler, kleinere Startups oder digitale Nomaden arbeiten dabei in meist größeren, verhältnismäßig offenen Räumen und können auf diese Weise voneinander profitieren.

In der Lounge abhängen, networken und dann geht’s zum Multi-Space, einem Ort ohne fest zugewiesene Arbeitsplätze: Vielleicht sieht der Alltag nicht ganz so entspannt aus, aber so ähnlich arbeitet man prinzipiell in sogenannten Coworking Spaces. Innerhalb der Stadtverwaltung wird zurzeit geprüft, ob, wann und wie sich so ein Modell in Steinfurt realisieren lässt. Die Grüne Ratsfraktion hat einen entsprechenden Antrag gestellt, weil die anhaltende Corona-Krise zeigt, wie gut dezentrales Arbeiten funktioniert. Aber: Homeoffice ist nicht immer einfach. Haushalt, Kinderbetreuung und Job unter einen Hut zu kriegen, Privates von Beruflichem zu trennen, das klappt nicht immer reibungslos. Und nicht überall steht eine perfekte Büro-Infrastruktur mit Drucker, Scanner und leistungsstarkem Internet zur Verfügung. Hier, so die Grünen, könnten Bürogemeinschaften nicht nur eine praktikable Lösung für Unternehmen und Mitarbeiter, sondern auch ein wertvoller Beitrag zur Belebung der Innenstädte sein. Und ganz abgesehen davon, dass die Ansteckungsrisiken weiter sinken, auch Umwelt- und Klimaschutz würden profitieren.

„Dabei muss das Rad nicht neu erfunden werden, denn seit einigen Jahren gibt es eine stärker werdende Bewegung für Coworking-Spaces im ländlichen Raum“, schreiben die Grünen in ihrem Antrag.

Viola Keller, Mitarbeiterin im Steinfurter Stadtmarketing, berichtete den Mitglieder im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, dass die Stadt bereits ihre Fühler ausgesteckt hat. Kontakte seien zur Firma co:viron in Rheine aufgenommen und bereits intensive Gespräche darüber geführt worden, wie sich das Modell von Rheine auf Steinfurt übertragen lässt. Co:viron sei bereit, gemeinsam mit der Stadtverwaltung und den Stadtwerken einen Coworking-Space in Steinfurt einzurichten. Die Rheinenser könnten sich vorstellen, als Berater, Projektmanager oder Betreiber zu agieren. Die Stadtwerke hätten ihrerseits die Bereitschaft signalisiert, die notwendige technische Infrastruktur zu schaffen. Die Grünen hatten unterdessen vorgeschlagen, eine Kooperation mit dem Hof Homann in Laer zu prüfen, wo man bereits ähnlich auf dem Gebiet unterwegs ist.

Auch wenn der Bedarf für diese Arbeitsform in Steinfurt nur grob geschätzt werden könne, sei sich die co:viron sicher, dass es zudem auch Möglichkeiten und Potenziale für kollaboratives Arbeiten in Steinfurt gibt, heißt es in der Information der Stadtverwaltung. Schließlich, sei bei der Einrichtung von Büroarbeitsgemeinschaften nicht nur an die Beschäftigten zu denken, deren Arbeitsstätten weit entfernt liegen, sondern auch an mögliche Synergien, die durch die Anmietung von Arbeitsplätzen unterschiedlicher Firmen entstehen. Angestrebt wird außerdem, den Firmenpool an vorhandene Gastronomie anzubinden.

Keller berichtete weiter, dass aufgrund der Lage und Größe eine Immobilien in Burgsteinfurt infrage kommt. Dort seien allerdings Instandsetzungsarbeiten erforderlich. Der Kontakt mit dem Eigentümer sei bereits hergestellt. Dieser sei für das Projekt aufgeschlossen gewesen. Allerdings müssten zunächst die Kosten ermittelt und abgeklärt werden, wann die Räume zur Verfügung stehen. Darüber hinaus würden sowohl weitere Ladenleerstände als Standorte als auch Fördermöglichkeiten beispielsweise durch das „Sofortprogramm zur Stärkung unserer Innenstädte und Zentren“ oder im Rahmen des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) geprüft.

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