Wilfried Küppers ist wieder in St. Nikomedes als Seelsorger im Einsatz
Gott ist gleich um die Ecke

Steinfurt -

Wilfried Küppers ist wieder da. Obwohl, richtig weg war der langjährige Krankenhausseelsorger nach seinem Abschied aus dem Marienhospital eigentlich nicht. Im Verlauf der vergangenen sechs Jahre, in denen Küppers als Klinikseelsorger bei den Alexianern in Münster eingesetzt war, hat er weiterhin in der Kreisstadt gewohnt. Die vielen Kontakte hier werden ihm die neuen Aufgaben, die er in der katholischen Pfarrei übernommen hat, leichter machen.

Dienstag, 08.09.2020, 17:19 Uhr
Pastor Wilfried Küppers ist seit Juli wieder in der St.-Nikomedes-Gemeinde als Seelsorger unterwegs und hilft darüber hinaus im Kreisdekanat aus, wo gerade Personalnot herrscht.
Pastor Wilfried Küppers ist seit Juli wieder in der St.-Nikomedes-Gemeinde als Seelsorger unterwegs und hilft darüber hinaus im Kreisdekanat aus, wo gerade Personalnot herrscht. Foto: Drunkenmölle

Wilfried Küppers ist wieder da. Obwohl, richtig weg war der langjährige Krankenhausseelsorger nach seinem Abschied aus dem Marienhospital eigentlich nicht. Im Verlauf der vergangenen sechs Jahre, in denen Küppers als Klinikseelsorger bei den Alexianern in Münster eingesetzt war, hat er weiterhin in der Kreisstadt gewohnt. Die vielen Kontakte hier werden ihm die neuen Aufgaben, die er in der katholischen Pfarrei übernommen hat, leichter machen. Bischof Felix Genn ist dem Wunsch des 64-jährigen Pastors (mit dem Titel eines Pfarrers) gefolgt und hat ihn zurück nach St. Nikomedes geholt. Dort soll er in der Gemeinde und darüber hinaus im Kreisdekanat Steinfurt helfen, die Personalnot zu lindern. „Ich freue mich“, fühlt sich der in Moers geborene Niederrheiner unter Westfalen wohl und gut aufgenommen. Seine Herkunft will und kann er ohnehin nicht verbergen: „Schön isset hier.“

Küppers besitzt eine bewegte Biografie. Er hat Theologie, Philosophie und Liturgiewissenschaft in Münster und Rom studiert, wurde 1981 zum Priester geweiht, war lange Zeit bis 1995 Ordensbruder im Kapuziner-Kloster Oberhausen, verfügt als Lizenziat über eine Lehrbefugnis und war, bevor er 2010 nach Borghorst kam, fast zehn Jahre im St.-Rochus-Hospital in Telgte in der Psychiatrie als Seelsorger eingesetzt.

„Ich bin eher bildungsmäßig unterwegs“, beschreibt Küppers, was ihm besondere Freude bereitet. „Ich würde mich unheimlich freuen, wenn wir beispielsweise wieder einen Liturgiekursus mit theologischen und praktischen Übungen zusammenkriegen“, antwortet Küppers auf die Frage, was ihm am Herzen liegt. Als Liturgiewissenschaftler verfügt er über großes Wissen und lange Erfahrung in der Arbeit beispielsweise im Katholischen Bildungswerk oder Familienbildungsstätten. Einkehr- und Besinnungstage oder Studienreisen, auch das könnte sich Küppers vorstellen, in Steinfurt zu begleiten.

An erster Stelle aber steht für ihn, dort zu helfen, wo er gebraucht wird. Taufen, Hochzeiten, Beerdigungen, da können die Gemeindemitglieder auf ihn zählen. Übrigens auch dann, wenn es mal nötig ist, sich in anderer Sprachen mitzuteilen. Küppers beherrscht gleich mehrere davon.

„Wichtig ist mir, Kontakt mit den Menschen zu haben. Da bin ich immer noch Kapuziner, ganz nah dran zu sein an denjenigen, die wirklich Unterstützung brauchen“, beschreibt Küppers seinen Auftrag. „Wer Gott sucht, muss nicht gleich bis nach Rom pilgern. Er findet ihn gleich hier um die Ecke. Direkt in Steinfurt“, ist der Pastor überzeugt, dass sich die Nähe zu Gott in dem ausdrückt, wie die Menschen die christliche Botschaft verstehen, ein Zeugnis davon geben und sie leben. „Es gibt so viele engagierte Frauen und Männer, so viele Vereine und Organisationen hier, in denen der gute Geist jeden Tag spürbar ist.“ Kirche, dass sei nicht der Pfarrer alleine. Die Kirche, so Küppers, werde von der Gemeinschaft aller Christen getragen.

Und was ist damit, dass Vertrauen und Glaubwürdigkeit in die Kirche abnehmen und nicht zuletzt auch aufgrund der jüngsten Entwicklungen in St. Nikomedes erschüttert sind? Küppers steht auf der Seite derjenigen, die sich für Transparenz und Aufklärung einsetzen: „Wir müssen uns der Verantwortung und den Menschen stellen. Es sind viele vertrauensvolle und ehrliche Gespräche in dieser Sache geführt worden. Aber es wäre auch ungerecht, ein ganzes Leben und alles, was Gutes getan worden ist, auf das zu reduzieren, was jetzt vor Gericht geklärt werden muss.“

Er sei, so versicherte Küppers, immer für Gespräche offen. „Das muss ja nicht immer in der Kirche sein. Beim Einkauf im Edeka gibt’s ja auch schon manchmal Gesprächsstoff genug, um sich auszutauschen“. An Arbeit werde es ihm jedenfalls nicht mangeln. Küppers ist schließlich ja auch noch in den Nachbarorten „im Namen des Herrn“ unterwegs.

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