Eröffnung der „Fairen Woche“ mit Dokumentarfilm-Vorführung im Steinfurter Kino
Aufruf zu bewussterem Einkauf

Steinfurt -

Die Eine-Welt-Gruppe Steinfurt und der Arbeitskreis „Faire Woche Nordwalde“ haben sich unter dem Motto „Fleischindustrie – moderne Sklaverei“ vernetzt und zwei Veranstaltungen in ihre Programme für die „Faire Woche“ aufgenommen: Die gemeinsame Eröffnung, bei der im Steinfurter Kino der Film „Regeln am Band, bei hoher Geschwindigkeit“ gezeigt wurde und ein Vortrags- und Gesprächsabend mit Pfarrer Peter Kossen in der Nordwalder Dionysius-Pfarrkirche am Dienstag (15. September).

Sonntag, 13.09.2020, 18:00 Uhr
Eröffneten die „Faire Woche“ am Freitag im Steinfurter Kino (v.l.): Vera Edeling, Bärbel Schnieder, Sonja Schemmann, Lilo Paßlick, Claudia Bögel-Hoyer, Ulrike Wanink und Ruth Ueter. Anschließend wurde der Film Film „Regeln am Band, bei hoher Geschwindigkeit“ vorgeführt.
Eröffneten die „Faire Woche“ am Freitag im Steinfurter Kino (v.l.): Vera Edeling, Bärbel Schnieder, Sonja Schemmann, Lilo Paßlick, Claudia Bögel-Hoyer, Ulrike Wanink und Ruth Ueter. Anschließend wurde der Film Film „Regeln am Band, bei hoher Geschwindigkeit“ vorgeführt. Foto: Claudia Mertins/jip Film

Seit genau 20 Jahren gibt es die Aktion „Faire Woche“. Sie soll die gerechten Handelsbeziehungen zwischen den Erzeugern im sogenannten globalen Süden und den Konsumenten in Deutschland fördern. Bilder von ausgemergelten Kaffee- oder Bananenpflückern werden automatisch mit den Begriffen „Faire Woche“ oder allgemein „Fairtrade“ verbunden. Dass sich aber sehr unfaire, ja menschenunwürdige Arbeitsbedingungen auch vor der eigenen Haustür finden lassen, ist spätestens seit dem Corona-Ausbruch in deutschen Schlachthöfen bekannt.

Die Eine-Welt-Gruppe Steinfurt und der Arbeitskreis „Faire Woche Nordwalde“ haben sich unter dem Motto „Fleischindustrie – moderne Sklaverei“ zu dieser aktuellen Thematik vernetzt und zwei Veranstaltungen in ihre Programme aufgenommen: Die gemeinsame Eröffnung, bei der im Steinfurter Kino der Film „Regeln am Band, bei hoher Geschwindigkeit“ gezeigt wurde und ein Vortrags- und Gesprächsabend mit Pfarrer Peter Kossen in der Nordwalder Dionysius-Pfarrkirche am morgigen Dienstag (15. September).

Die Auftaktveranstaltung im Kino Steinfurt, zu der Bärbel Schnieder (Lenkungsgruppe „Fairtrade Stadt Steinfurt“) eingeladen hatte, ist auf sehr großes Interesse gestoßen. Die Bürgermeisterinnen beider Kommunen sprachen ein Grußwort und dankten den Organisatorinnen beider Ortsgruppen für ihr großes Engagement und die gelungene Kooperation. Claudia Bögel-Hoyer versprach den Anwesenden, einen Appell an die Steinfurter Wirtschaft zu senden, um den Konsum von fair gehandelten Produkten weiter zu steigern. Darüber hinaus stellte Claudia Bögel-Hoyer die ganz persönlichen Gewissensfragen: „Wo kaufe ich meine Kleidung ein? Welchen Kaffee trinke ich?“

Die beiden Leiterinnen der Fairtrade-Gruppen, Ulrike Wanink (Steinfurt) und Lilo Paßlick (Nordwalde) stellten kurz ihr jeweiliges Aktionsprogramm vor, das in beiden Städten auch hochkarätige Musikveranstaltungen beinhaltet.

Dann öffnete sich der rote Kinovorhang für die Preview des Dokumentarfilms „Regeln am Band, bei hoher Geschwindigkeit“. Regisseurin Yulia Lokshina geht dabei den Arbeits-und Lebensbedingungen der Osteuropäer nach, die unter anderem bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück arbeiten. Die bedrückenden Interviews und Bilder werden unterbrochen von Theaterproben zu dem Brecht-Stück „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“. Der Film wurde mehrfach ausgezeichnet. Die Jury auf dem Filmfestival Max Ophüls Preis 2020 urteilte: „Feinfühlig, vom ersten Moment an fesselnd und vielschichtig öffnet der Film den Blick für ein großes Problem unserer Gesellschaft. Dabei lenkt er in einer dramaturgisch sich verdichtenden Erzählung unsere Aufmerksamkeit behutsam auf das, was niemand sehen will: Die beklagenswerte Zeitlosigkeit des kapitalistischen Ausbeutungssystems manifestiert sich auch mitten in unserer Gesellschaft. Ohne zu predigen setzt der Film auf Beobachtung, Empathie und intellektuelle Durchdringung der Thematik.“

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