Coronabedingte Maskenpflicht in Steinfurter Taxis und Bussen
Totalverweigerer absolute Ausnahme

Steinfurt -

Weil sie sich weigerten, im Taxi eine Schutzmaske zu tragen, legten sich kürzlich zwei Männer in Bielefeld mit dem Fahrer an und schlugen ihm ins Gesicht. In Großstädten werden immer öfter Sicherheitskräfte eingesetzt, die die Fahrer von Linienbussen bei der Kontrolle der Einhaltung der Corona-Schutzregeln unterstützen. Und wie sieht es mit der Einhaltung der Maskenpflicht in der Personenbeförderung in Steinfurt aus? Die WN hörten sich bei Taxi- und Busunternehmen um.

Mittwoch, 16.09.2020, 15:30 Uhr aktualisiert: 18.09.2020, 09:30 Uhr
Die Anzahl der Maskenverweigerer bei Taxifahrten ist in der Kreisstadt marginal. Spätestens nach Aufforderung durch den Fahrer legen Fahrgäste den Mund- und Nasenschutz an.
Die Anzahl der Maskenverweigerer bei Taxifahrten ist in der Kreisstadt marginal. Spätestens nach Aufforderung durch den Fahrer legen Fahrgäste den Mund- und Nasenschutz an. Foto: dpa-tmn/Monika Skolimowska

Weil sie sich weigerten, im Taxi eine Schutzmaske zu tragen, legten sich kürzlich zwei Männer in Bielefeld mit dem Fahrer an und schlugen ihm ins Gesicht. In Großstädten werden immer öfter Sicherheitskräfte eingesetzt, die die Fahrer von Linienbussen bei der Kontrolle der Einhaltung der Corona-Schutzregeln unterstützen. Und in Steinfurt? Die Kreisstadt scheint von derartigen Szenarien weit entfernt. Die Einsicht, einen Mund- und Nasenschutz bei der öffentlichen Personenbeförderung zu tragen ist groß, wie eine Umfrage dieser Zeitung bei lokalen Taxiunternehmen und Verkehrsbetrieben, die lokale Buslinien bedienen, ergab.

„Ich kann mich an bislang nur einen konkreten Fall erinnern, dass ein Fahrgast sich partout weigerte, eine Schutzmaske aufzusetzen“, gibt Christine Elfring, Chefin beim Taxiunternehmen Geise/Trapmann in Burgsteinfurt, ihre Erfahrungen wieder. Dem Fahrer sei keine andere Wahl geblieben, als den Fahrgast, es handelte sich um einen jungen Mann, stehen zu lassen. Relativ häufig aber komme es vor, dass Fahrgäste aus Unwissen- oder Gedankenlosigkeit keine Maske tragen, wenn sie ins Taxi einsteigen und zu ihrem Wunschort gefahren werden wollen. „Wir fordern diejenigen dann dazu auf, ihren Mund- und Nasenschutz aufzusetzen – und zwar so, dass er regelkonform sitzt“, so Christine Elfring weiter. Das klappe in aller Regel problemlos. Falls ein Fahrgast einen Schutz mal nicht zur Hand hat, sei das auch kein Problem. „In allen Taxis haben wir einen kleinen Vorrat, den wir bei Bedarf auch kostenlos ausgeben.“ Das käme indes sehr selten vor. Christine Elfring: „Die allermeisten Fahrgäste sind sehr diszipliniert und einsichtig, dass die Pandemie nur dann eingedämmt werden kann, wenn jeder seinen Beitrag dazu leistet – und dazu gehört auch das Aufsetzen einer Schutzmaske in einem mit mehreren Personen besetzten Taxi.“

So problemlos sich die Einhaltung der Hygienevorschriften bei der Beförderung der Fahrgäste beim Burgsteinfurter Taxiunternehmen erweist, so schwierig gestaltet sich indes die wirtschaftliche Lage des Unternehmens seit dem Lockdown. Um über die Runden zu kommen, seien ihr Mann und sie über Wochen rund um die Uhr im Einsatz gewesen, berichtet Christine Elfering.

Auch beim Borghorster Taxiunternehmen Hille kennt man Maskenverweigerer eher nur aus Zeitungsberichten oder vom Hörensagen aus Großstädten. „Es gibt zwar Leute, die murren und sogar Studien ins Feld führen, die den Maskenschutz in Frage stellen“, hat Inhaber Patrick Weinert feststellen müssen. Aber letztlich angelegt werde in den allermeisten Fällen dann doch. Rund 120 Fahrten verzeichnet das Unternehmen im Durchschnitt täglich. „Wenn da einer dabei ist, der sich als Gegner der Maskenpflicht entpuppt, ist das schon viel“, macht Weinert die Dimension deutlich. Viel häufiger sei es der Fall, dass „den Leuten gar nicht bewusst ist, dass sie im Taxi Mund- und Nasenschutz zu tragen haben“.

Insgesamt sei die Akzeptanz sehr hoch. Der theoretisch denkbare Fall, dass ein renitenter Maskenverweigerer sich ins Taxi setzt und dort auch sitzen bleibt, sei noch nicht aufgetreten. Erst dann sei der Fahrer angehalten, die Polizei hinzuzurufen, die dann ein Bußgeld verhängen kann. „Aber mal ehrlich“, räumt Weinert ein, das sei wirklich der äußerste, sehr unwahrscheinliche Fall.

Der Verkehrsbetrieb Schäpers aus Nordwalde ist eines der Busunternehmen, die im Schulbus- und Linienbetrieb der Stadt Steinfurt eingesetzt sind. Wie sind deren Erfahrungen im Umgang mit der Maskenpflicht? „Speziell in den Schulbussen achten wir äußerst penibel darauf, dass diese eingehalten wird“, sagt Geschäftsführerin Ute Schäpers-Scheiwe mit Blick darauf, dass viele Eltern Sorgen geäußert haben, ob die Corona-Auflagen eingehalten werden können. Die Tragedisziplin unter den Schülern sei nach anfänglichen Lücken mittlerweile sehr gut, gibt sie ihre und die Eindrücke der Fahrer wieder. Falls es doch mal hapere, insbesondere weil der Mund-/Nasenschutz nicht korrekt aufgezogen sei, reiche in der Regel eine Durchsage vom Fahrer, um das Problem zu lösen.

Indes: Was innerhalb des Busses gelte, sei an der Haltestelle weniger der Fall. Obwohl dort ebenfalls die Corona-Auflagen greifen, würden sie dort weit weniger eingehalten. Eine Kontrolle sei schwierig.

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