Außengastronomie in Coronazeiten
Wie stellen sich die Gastwirte für die kommende kalte Jahreszeit auf?

Steinfurt -

Außenbewirtung heißt in der Pandemie das Zauberwort für viele Gastronomen. Nach den teils massiven Einbußen während des Lockdowns im Frühjahr lautet bei vielen die Devise, die Freiluftsaison so lange wie irgend möglich auszudehnen. Indes: Die kalte Jahreszeit steht nun vor der Tür – und treibt ihnen die Sorgenfalten auf die Stirn. Aber es gibt auch andere Meinungen, wie eine Umfrage dieser Zeitung ergab.

Montag, 21.09.2020, 17:16 Uhr aktualisiert: 21.09.2020, 17:38 Uhr
Das Steakhaus Sarajevo gehört zu den Restaurants, die im Herbst möglichst lang auf Außengastronomie setzen wollen – dafür wurde entsprechend investiert.
Das Steakhaus Sarajevo gehört zu den Restaurants, die im Herbst möglichst lang auf Außengastronomie setzen wollen – dafür wurde entsprechend investiert. Foto: rs

Außenbewirtung heißt in der Pandemie das Zauberwort für viele Gastronomen. Nach den teils massiven Einbußen während des Lockdowns im Frühjahr lautet bei vielen die Devise, die Freiluftsaison so lange wie irgend möglich auszudehnen. So lassen sich die Corona-Auflagen besser einhalten und dem Gast das gute Gefühl vermitteln, wenig Ansteckungsrisiko ausgesetzt zu sein. Das durchweg gute Wetter spielte den Gastwirten dabei zuletzt in die Karten. Indes: Die kalte Jahreszeit steht nun vor der Tür – und treibt ihnen die Sorgenfalten auf die Stirn. Aber es gibt auch andere Meinungen, wie eine Umfrage dieser Zeitung ergab.

Osman Omerovic, Inhaber des Steakhauses Sarajevo in Burgsteinfurt, möchte seinen Biergarten so lange wie irgend möglich für die Außengastronomie nutzen. Dafür hat er investiert: Nicht nur in eine Markise, sondern in Seitenwände, die je nach Bedarf heruntergefahren werden können sowie auch in zwei gasbetriebene Heizstrahler. Einen Komfort, den seine Gäste zu schätzen wissen: „Die Sommersaison ist sehr gut gelaufen und kann auch gerne so weitergehen“, sagt der Gastronom wohlwissend, dass irgendwann die Temperaturen so sehr in den Keller gehen werden, dass all die kleinen Helferlein nicht mehr wirken werden.

Aus ökologischen Gründen keine Heizpilze

Realistin in dieser Hinsicht ist auch Heidi Schüler-Girke, die nach neunwöchiger Lockdown-bedingter Schließung seit dem späten Frühjahr im Café Schwan guten Umsatz gemacht hat – viel davon mit der gerne genutzten Außengastronomie an der Steinstraße. Auch wenn die NRW-Landesregierung und Ministerpräsident Armin Laschet Anfang September angekündigt haben, das bis dato reglementierte Aufstellen von Heizpilzen in der Außengastronomie in Corona-Zeiten aufheben zu wollen, um mehr Gäste bewirten zu können, möchte sie nicht in derartige energiefressende Hilfsmittel investieren. „Wenn es kalt ist, ist es kalt“, betont die Schwan-Inhaberin. Sie setzt im Winter auf die Innenbewirtung, die Voraussetzungen seien gegeben, zum Beispiel auch durch eine verbesserte Lüftung, die sie in die Räumlichkeiten hat einbauen lassen. Indes: Bei 36 Gästen ist die Kapazität des Cafés erschöpft.

Aus ökologischen Gründen keine Heizpilze, dafür in moderne Lüftungstechnik investieren – ganz ähnlich verfährt auch Mathias Elshoff, Inhaber des Borghorster Café-Restaurants „Ello 1895“. Das Virus sei nun mal Realität, den Folgen könne man nicht ausweichen. „Und die sind nun mal so, dass ich unter der Woche den Einbruch bei den Gästezahlen habe“, glaubt der Gastronom, der zudem eine Filialbäckerei betreibt, nicht daran, dass eine Verlängerung der Außengastronomie in die kalte Jahreszeit da viel ändern wird. Den Leuten im Inneren optimale, coronakonforme Bedingungen bieten, das ist sein Ziel. Vielleicht zeitweise ein Glühweinstand außen, dass könne er sich vorstellen. Elshoff: „Unter welchen Voraussetzungen das klappt, muss aber erst noch mit dem Ordnungsamt abgeklärt werden“.

„Eine warme Jacke tut es auch“

Ganz so gebeutelt wie seine Kollegen sieht er sich nicht: In den Bäckereien, dem Hauptstandbein des Unternehmens, sei es in den vergangenen Monaten sehr gut gelaufen. Elshoff: „Das gleicht einiges aus.“

Gar fast keine Änderung im Vergleich zu Nicht-Corona-Zeit gibt es im Café Probst in Burgsteinfurt. „Wir haben schon seit Jahren, beginnend mit den damaligen strengeren Raucher-Auflagen immer auch eine Außengastronomie im Winter, das wird auch so bleiben“, sagt Dieter Probst. Der Seniorchef sieht auch keine Veranlassung, eine Außenheizung zu installieren. Probst: „Wir halten zwei, drei Tische bis zur Geschäftsschließung um 18.30 Uhr bereit, das lohnt nicht.“ Eine wärmende Jacke oder Decke tue es auch.

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