Oberärztin Dr. Nicola Pöppelmann ist auf Fehlstellungen spezialisiert
Die Hälfte läuft auf krankem Fuß

Steinfurt -

Mit 26 Knochen, 33 Gelenken, 20 Muskeln und Sehnen sowie 107 Bändern gehört der Fuß eines Menschen zu den komplexesten Körperteilen. Dank ihrer Architektur ermöglichen die Füße eine aufrechte Körperhaltung. Bei jedem Schritt federn sie nicht nur das Körpergewicht ab, sondern ermöglichen eine Vielzahl unterschiedlicher Bewegungen wie Gehen, Springen und Tanzen. „Fast die Hälfte der Deutschen leidet unter Fußproblemen“, sagt Oberärztin Dr. Nicola Pöppelmann. Die Chirurgin hat sich auf die Behandlung von Fußfehlstellungen spezialisiert und sieht im UKM Marienhospital Steinfurt jeden Tag viele Füße. Daher weiß sie, dass Verformungen an den Füßen und Zehen ganz normal sind. Sie beantwortet drei Fragen zu Fußfehlstellungen.

Mittwoch, 23.09.2020, 15:22 Uhr aktualisiert: 24.09.2020, 16:14 Uhr
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t Foto: UKM-Marienhospital

 

Was sind die Ursachen für Fußfehlstellungen und wann sollten sie behandelt werden?

 

Pöppelmann: Erbliche Veranlagung, ungeeignetes Schuhwerk und Übergewicht können dazu führen, dass die Füße sich im Laufe des Lebens so verändern, dass jeder Schritt schmerzt. Ballenzeh, Hammerzeh, Fersensporn, Schneiderballen oder Knicksenkfuß sind einige Bespiele für Erkrankungen der Füße. Sie alle schränken die Mobilität ein, verursachen Schmerzen und sollten deshalb behandelt werden.

Was kann man tun, um Fußfehlstellungen zu vermeiden?

 

Pöppelmann: Bequemes und flaches Schuhwerk tragen. Denn Schuhe mit hohem Absatz fördern den Druck auf die Mittelfußköpfchenreihe und sind eine unnötige Mehrbelastung. Sie verstärken dadurch den Spreizfuß. Außerdem dürfen Schuhe nicht drücken. Es besteht die Gefahr, dass Druckstellen entstehen, die zu offenen Hautstellen an den Zehen und am Fuß führen. Bleiben sie unbehandelt, können Infektionen entstehen.

Wann sind Operationen erforderlich?

 

Pöppelmann: Zunächst gibt es eine Reihe von konservativen Behandlungsmethoden, die die Betroffenen nach Rücksprache mit ihrem Arzt anwenden sollten. Dazu gehören Schuheinlagen, aber auch Übungen, um das Bindegewebe im Fuß zu stärken. Erst wenn diese Maßnahmen keinen Erfolg bringen, können Operationen erforderlich sein, um zum Beispiel die Schmerzen zu reduzieren, die Beweglichkeit zu verbessern oder das Voranschreiten der Erkrankung zu verhindern. Im Rahmen einer Untersuchung wird zunächst die Ursache für die Fußfehlstellung genau geklärt. Denn der chirurgische Eingriff sollte ganz gezielt erfolgen. Es werden ausführlich das Operationsverfahren, die Alternativen und die Risiken der Operation besprochen. Wir informieren den Patienten detailliert über die Nachbehandlung und was er weiterhin beachten sollte, bis er den Fuß wieder normal belasten darf.

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