Stadt bessert nach
Kunstrasen voller Fallen - Platz in Burgsteinfurt zum zweiten Mal gesperrt

Burgsteinfurt -

Wenn der Kunstrasenplatz in einem Stadion an zwei Spieltagen hintereinander vom Schiedsrichter für unbespielbar erklärt wird, ist das eine ziemlich einmalige Angelegenheit. Geschehen ist das jetzt in Steinfurt-Burgsteinfurt. 

Montag, 12.10.2020, 17:04 Uhr aktualisiert: 12.10.2020, 18:54 Uhr
Die geflickten Rasenstücke sind deutlich zu erkennen. Sie haben längere Halme und eine deutlich frischere Farbe.
Die geflickten Rasenstücke sind deutlich zu erkennen. Sie haben längere Halme und eine deutlich frischere Farbe. Foto: Axel Roll

Noch am Freitagmorgen hatte Technischer Beigeordneter Hans Schröder beteuert, dass der marode Kunstrasenplatz im Burgsteinfurter VR-Bank-Stadion so weit repariert sei, dass Spiel- und Trainingsbetrieb bis zum Austausch gegen den neuen Untergrund störungsfrei laufen könnten. 48 Stunden später war dieses Versprechen schon wieder Makulatur. Bevor die 2. Mannschaft des SVB gegen Bilk antreten konnte, erklärte der Schiedsrichter den Platz für unbespielbar.

Rund um mehrere Wasserdüsen für die Sprinkleranlage barg der Platz durch lose Kunstrasenstücke nicht zu tolerierende Verletzungsrisiken für die Spieler, so die Meinung des Unparteiischen. Schon in der Woche zuvor war das Spielfeld wegen zweier Löcher gesperrt worden (diese Zeitung berichtete ausführlich). Mit der Folge, dass in beiden Fällen der 2. SVB-Vorsitzende Bernhard Lefert in Nullkommanichts den nebenliegenden Rasenplatz für das Match klarmachen musste. Logisch, dass er wenig Verständnis zeigt: „Wenn der neue Kunstrasenplatz wie beabsichtigt im Sommer fertig geworden wäre, wäre uns das alles erspart geblieben.“

Am Montagmorgen hat es einen Ortstermin mit der SVB-Führung, dem Technischen Beigeordneten und dem zuständigen Fachdienst für Tiefbau gegeben. Mit dem Ergebnis, dass der Platz zügig noch einmal genau unter die Lupe genommen und die Löcher gestopft, pardon, geklebt wurden. Darum will SVB-Vorsitzender Jörg Hülsey der Verwaltung auch keine großen Vorwürfe machen. „Die am Wochenende entdeckten Stellen sind ganz andere als die am Sonntag zuvor bemängelten.“ Er hofft, dass jetzt endlich Ruhe einkehrt und der Spielbetrieb ohne größere Störungen bis zum Austausch des Kunstrasens laufen kann.

Wie Stefan Overberg als zuständiger Ingenieur aus dem Fachdienst Tiefbau schon am Nachmittag bei einer Begehung feststellte, hatte der Platzwart die losen Kunstrasenstücke auf den Sprinklern schon geklebt. Auch er ist darum bemüht, dass auf der Fläche ohne weitere Probleme gekickt werden kann. „Ich versuche noch in dieser Woche, mir den Platz mit einem Verantwortlichen der Schiedsrichter gemeinsam anzugucken. Sollte es dann noch etwas zu beanstanden geben, könnten wir schnell reagieren“, schlägt der Ingenieur vor. Seiner Überzeugung nach ist der Platz aber jetzt in Ordnung.

Die beiden Stellen, die Mitte vergangener Woche geflickt wurden, sind gut zu erkennen. „Die neuen Rasenstücke haben keine 15 Jahre auf dem Buckel“, erklärt der Ingenieur, warum sie noch dieses frische Grün und längere Kunsthalme haben. „Das lässt sich auch nicht ändern“, so Stefan Overberg. Um keine neuen Verletzungsherde zu produzieren, habe der Platzwart die neuen Stücke mit der Schere beschnitten. Alles mit der Hand. Aus fachlicher Sicht kann sich Overberg gut vorstellen, dass die neuen 8000 Quadratmeter Kunstrasen erst im Frühjahr ausgerollt werden. Die Gefahr, dass das Wetter die Verlegearbeiten unnötig in die Länge ziehen, sei im Herbst und Winter sehr groß. Wenn es hingegen trocken und nicht zu kalt sei, könnte die ganze Aktion in vier Wochen über die Bühne gegangen sein. Idealerweise liefen dann die Pflasterarbeiten, die außerdem notwendig seien, parallel.

In der Zwischenzeit, verspricht Overberg, hätten alle Beteiligten ein besonderes Auge auf den alten Rasen. „Gerade an den Nähten kann es passieren, dass der Belag hochkommt, wenn dort ein Spieler mit den Stollen dagegentritt.“

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