„Theater der Klänge“ gastiert zum Bauhaus-Jubiläum mit „Lackballett“ in Steinfurt
Rausch an Farben und Klängen

Steinfurt -

Das Düsseldorfer „Theater der Klänge“ hat das Jubiläum „100 Jahre Bauhaus“ im vergangenen Jahr zum Anlass genommen, sich mit der „rheinisch-bergischen Arbeit“ des ehemaligen Bauhausmeisters Oskar Schlemmer auseinanderzusetzen, die Idee zeitgenössisch in neuer Gestalt weiterzuentwickeln und nun – 77 Jahre später – erstmalig öffentlich aufzuführen. Zur einer Vorstellung kommt das Ensemble auch nach Steinfurt.

Freitag, 23.10.2020, 17:23 Uhr aktualisiert: 28.10.2020, 17:05 Uhr
Das Düsseldorfer „Theater der Klänge“ tritt am
Das Düsseldorfer „Theater der Klänge“ tritt am

Der vormalige Bauhausmeister Oskar Schlemmer hat als letztes Bühnenwerk 1941 in geschütztem Rahmen in den Farbwerken Herberts Wuppertal – da er seinerzeit als sogenannter entarteter Künstler galt – ein „Lackballett“ entworfen. Es wurde einmal, am 6. Dezember 1941, in Wuppertal im Rahmen eines Festes der Farbwerke, die ihn damals als künstlerischen Mitarbeiter und Ausbilder für Lackexperimente beschäftigt hatten, aufgeführt. Seither wurde es nicht mehr gezeigt.

Das Düsseldorfer „Theater der Klänge“ hat das Jubiläum „100 Jahre Bauhaus“ im vergangenen Jahr zum Anlass genommen, sich mit der „rheinisch-bergischen Arbeit“ Schlemmers auseinanderzusetzen, die Idee zeitgenössisch in neuer Gestalt weiterzuentwickeln und nun – 77 Jahre später – erstmalig öffentlich aufzuführen. Zum Einen wurden die von Schlemmer entworfenen und realisierten Figuren neu interpretiert. Dabei ging es dem „Theater der Klänge“ vor allem um eine Material- und Farbinterpretation, da das Thema Lack 2018/19 andere Antworten ermöglichte, als noch in den 1940er Jahren. Zum Anderen sind sowohl die skulpturalen Bewegungsmöglichkeiten, als auch die daraus resultierenden Choreografien in Form von Material- und Figurinentänzen sowie einem finalen „Reigen“ für ein abendfüllendes Programm neu entwickelt.

Gezeigt wird das „Lackballett“ am 22. November (Sonntag) auch in Steinfurt. An diesem Tag gastiert das „Theater der Klänge“ mit seiner Produktion im Gymnasium Arnoldinum in Burgsteinfurt, Pagenstecherweg 1. Die Vorstellung beginnt um 19.30 Uhr.

1987 wurde das Theater der Klänge als Musik- und Tanztheater in Düsseldorf gegründet. Das Theater ist ein freies Ensemble, das sich als professionell arbeitendes Künstlertheater versteht und neue Ansätze von mehrmedialen Bühnenformen entwickelt.

Das „Lackballett“ ist eingebettet in eine interaktive Live-Videoszenografie und interaktive liveelektronische Musik, wie das Theater dies schon seit 2005 für mehrere intermediale Tanzproduktionen entwickelt und erprobt hat. Auf diese Weise wird der Brückenschlag von der klassischen zur digitalen Moderne gemacht, heißt es in der Terminankündigung von Claudia Seegers, Projektleiterin „Neuyes Bauhaus“ in Borghorst.

Resultat ist eine zeitgenössische Farb- und Formperformance, ein Farb-Klang-Rausch. Lackbilder werden durch den Tanz von Lackfigurinen zu sich immer wieder neu formenden, übermalenden und ständig anders erscheinenden Lichtmalereien. Durchaus im Geiste Oskar Schlemmers sei dies gleichermaßen eine zeitgenössische Kunstaktion wie ein Tanzkonzert.

 

Das Tanztheater hat eine Spieldauer von einer Stunde, die Plätze werden coronakonform vergeben. Karten gibt es es bei Steinfurt Marketing & Touristik (SMarT), Markt 2, Telefon 0 25 51/13 83.

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