Chor „Once Again“ zeigt in Corona-Zeiten Improvisationstalent
Tolle Akustik – im Autohaus

Steinfurt -

Der Männergesangverein Borghorst im Stadion, die Kollegen aus Burgsteinfurt auf dem Schützenplatz und der Chor „Once Again“ eben im Autohaus: Die Steinfurter Chöre beweisen viel Fantasie und Improvisationstalent, um ihre Probenarbeit zumindest rudimentär auch in Corona-Zeiten fortsetzen zu können. „Bis wir wieder in Auditorien vordringen dürfen, die alle besuchen dürfen, müssen wir ja irgendwie am Ball bleiben“, sagt Sängerin Helga Fremmer.

Sonntag, 25.10.2020, 14:17 Uhr aktualisiert: 28.10.2020, 17:01 Uhr
Erst ein Parkplatz, dann der Campus Steinfurt und nun das Autohaus Schlüter: Die Choristen von „Once Again“ haben während der Corona-Zeit schon an vielen ungewöhnlichen Orten geprobt.
Erst ein Parkplatz, dann der Campus Steinfurt und nun das Autohaus Schlüter: Die Choristen von „Once Again“ haben während der Corona-Zeit schon an vielen ungewöhnlichen Orten geprobt. Foto: Helga Fremmer

Der Männergesangverein Borghorst im Stadion, die Kollegen aus Burgsteinfurt auf dem Schützenplatz und der Chor „Once Again“ eben im Autohaus: Die Steinfurter Chöre beweisen viel Fantasie und Improvisationstalent, um ihre Probenarbeit zumindest rudimentär auch in Corona-Zeiten fortsetzen zu können. „Bis wir wieder in Auditorien vordringen dürfen, die alle besuchen dürfen, müssen wir ja irgendwie am Ball bleiben“, sagt Sängerin Helga Fremmer. Ohne das Gemeinschaftsgefühl, das Miteinander beim Singen, können die Frauen und Männer der Pop- und Gospelformation halt nicht. Und gesanglich fit bleiben für kommende Auftritte nach der Pandemie wollen sie schließlich auch.

Und so hat der Chor um den rührigen Leiter Winne Voget (Foto) schon kurz nach dem Ausbruch der Pandemie im Frühjahr versucht, nach Auswegen zu suchen, die es erlauben, trotz der strengen Auflagen Proben durchzuführen. Inzwischen gibt es schon eine kleine Corona-Proben-Historie. Aber der Reihe nach.

„Zunächst haben wir uns in unseren Autos auf einem Parkplatz getroffen“, blickt Helga Fremmer zurück. Ein Video, das unter dem Titel „Hallelujah (Shrek Song) im Autokino“ noch stets auf YouTube anrufbar ist, erinnert daran. „Kein Ersatz für ein Live-Feeling – aber immerhin“, erinnert sich die „Once Again“-Aktive.

Die Sängerinnen und Sänger entwickelten ihre Idee schon bald weiter: Als Steigerung kam der Gesang zwischen den Autos. Mit im Boot die Fachhochschule: Sie erlaubte es den Choristen, auf dem Campus-Parkplatz zu proben. „Mit Kopfhörern, großer Motivation und sehr großem Sicherheitsabstand war das eine tolle Sache“, resümiert Helga Fremmer. Der Himmel sei ihnen dabei immer hold gewesen. „Wir bekamen eher einen Sonnenbrand, als Wasser in den Schuhen zu riskierten“, so die Sängerin.

Da sich Corona nicht anschickte, klein bei zu geben, mussten sich die Verantwortlichen für die kühlere Jahreszeit wieder eine neue Alternative suchen, wollte man nicht doch die genannte Wassereinbrüche riskieren. Und so hat die Sangesgruppe seit Ende der Sommerferien nun Probenspaß im Autohaus Schlüter im Gewerbegebiet Sonnenschein. „Familie Schlüter hat ein Herz für uns und bot uns die Möglichkeit, dort in voller Chorstärke zwischen den ,Sternen‘ zu singen“, berichtet Helga Fremmer. Die Akustik sei wesentlich besser als im Freien. Die Möglichkeit, zwischen Mercedes und Co. den „Lack der Stimmen“ wieder auf Vordermann zu bringen, werde sehr gut angenommen.

Und trotzdem: Dem Chor fehlt nach wie vor etwas Entscheidendes: das Publikum. Auftritte sind (noch) nicht in Sicht.

 

Der Chor stellt sich und seine Arbeit am kommenden Dienstag (27. Oktober) im Rahmen der Hörfunk-Sendung „Chor der Woche“ gegen 11.40 Uhr im Deutschlandfunk Kultur vor. Der Beitrag in Interviewform mit Gesangsbeiträgen ist auch nachträglich in der Mediathek abrufbar.

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