Trotz zurückgehender Fallzahlen in Steinfurt von Entspannung keine Spur
Corona an zwei Borghorster Schulen

Steinfurt -

Auch wenn am Wochenende die Zahl der akut Corona-Infizierten von 46 am Freitag auf 34 am Montag in Steinfurt zurückgegangen ist, kann von einer Entspannung überhaupt keine Rede sein: Allein am Wochenende hat der zuständige Fachdienst im Rathaus rund 300 Quarantäne-Verfügungen geschrieben. Stand Montagmittag vermeldete das Gesundheitsamt des Kreises zwei Borghorster Schulen mit Corona-Fällen: Marien-Grundschule sowie die Realschule am Buchenberg.

Montag, 09.11.2020, 16:38 Uhr aktualisiert: 10.11.2020, 15:40 Uhr
Das Corona-Virus ist auch in Steinfurt immer noch auf dem Vormarsch
Das Corona-Virus ist auch in Steinfurt immer noch auf dem Vormarsch Foto: imagoimages

 

Susanne Laumann, Leiterin des Fachdienstes Ordnung und Sicherheit, schätzt die Situation mittlerweile prekärer ein als bei der ersten Corona-Welle im Frühjahr. „Kollegen aus anderen Abteilungen des Rathauses unterstützen uns wieder sowohl bei den Kontrollen in der Stadt als auch bei der Schreibtischarbeit“, so die Fachdienstleiterin. Die Quarantäne-Verfügungen müssen im Gegensatz zur Situation im Frühjahr persönlich zugestellt werden. Oftmals mit Dolmetscher, um den Betroffenen genau zu erläutern, was sie dürfen und was nicht.

In der Borghorster Mariengrundschule gibt es – Stand Montagnachmittag – zwei Corona-Fälle. Mit der Folge, dass am Mittwoch 44 und am Samstag nochmal 26 Jungen und Mädchen, fünf Lehrer und der Hausmeister in Quarantäne geschickt werden mussten. „Bei den Schülern sind aber eine ganze Reihe doppelt gezählt“, relativierte Schulleiterin Anja Kronen im Gespräch mit dieser Zeitung. Betroffen ist an der Schule auch der Offene Ganztag. Am kommenden Donnerstag können die ersten Kinder wieder in die Schule kommen. Bei den Lehrern gibt es bis dato keinen positiv Getesteten, stellte Anja Kronen klar. Eine Klasse hat derzeit Distanzunterricht. Die Schulleiterin beobachtet Verunsicherung bei den Eltern. So werde immer wieder gefragt, ob die Geschwister der Quarantäne-Kinder – wenn sie nicht infiziert sind – zur Schule gehen müssen. Antwort: „Ja, das müssen sie auf jeden Fall.“

An der Borghorster Realschule am Buchenberg kann heute nach einem Corona-Fall in der vergangenen Woche wieder halbwegs Normalität einkehren. „Die betroffene Klasse kann am Dienstag wieder den Präsenzunterricht aufnehmen“, erläuterte Romuald Mevert als Konrektor. Der Schüler war am vergangenen Dienstag wegen Unwohlseins nach Hause geschickt und dann positiv getestet worden. Neben seiner Schulklasse musste auch eine Lehrerin zu Hause bleiben.

„Für uns war das eigentlich der zweite Fall einer Infizierung“, so Mevert. Allerdings hatte der erste keine Auswirkungen auf den Schulbetrieb, da der Schüler in den Ferien erkrankt und gar nicht erst zur Schule gekommen war.

Sollte der Lockdown für die Realschule noch einmal kommen, Romuald Mevert sieht sie auf den erneuten Online-Unterricht gut vorbereitet. „Wir haben am Donnerstag den Ernstfall mit einem Lernmanagement-System geprobt, das hat gut geklappt.“ Generell werde es aber schwierig, Präsenz- und Online-Unterricht parallel nebeneinander laufen zu lassen. „Das hat einen erhöhten Koordinierungsbedarf zur Folge“, so Mevert. Der Lehrer, dessen Klasse gerade in Quarantäne sei, könne woanders keine Vertretung machen, weil er am Computer sitzen müsse. Abseits von Corona macht der Realschule gerade die ganz normale Grippewelle zu schaffen. Mevert: „Wir haben zahlreiche Krankmeldungen.“ Bei Lehrern wie Schülern.

Wie Kirsten Weßling, Pressesprecherin des Kreises Steinfurt, auf Anfrage erläuterte, zählt das Gesundheitsamt derzeit 44 Kitas und Schulen im Kreisgebiet, in denen das Virus festgestellt wurde. „Daran kann sich natürlich stündlich was ändern“, erläuterte die Pressesprecherin die Dynamik der Situation. Im Krisenstab des Kreises beschäftigt sich ein Team ausschließlich mit der Kontaktverfolgung an diesen Einrichtungen.

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