Corona erschwert Finanzierung
Angehende Abiturienten in Sorge um Abiball

Steinfurt -

Wer seinen Abiball feiern möchte, der muss viel Geld in die Hand nehmen. Die Abiturienten aus den letzten Jahrgängen konnten noch durch Partys und Aktionen Geld sammeln, doch was machen die Schüler, die in Zeiten von Corona solche Möglichkeiten nicht mehr haben?

Mittwoch, 11.11.2020, 14:02 Uhr aktualisiert: 11.11.2020, 16:52 Uhr
So sorgenlos werden die nächsten Abibälle wohl nicht sein. Für die Schüler gibt es neben Corona vor allem finanzielle Sorgen, da viele Möglichkeiten, Geld für den Ball zu sammeln, momentan wegfallen.
So sorgenlos werden die nächsten Abibälle wohl nicht sein. Für die Schüler gibt es neben Corona vor allem finanzielle Sorgen, da viele Möglichkeiten, Geld für den Ball zu sammeln, momentan wegfallen. Foto: Jan Gudorf

Die letzten Abiturjahrgänge vor Corona erinnern sich alle an ihren letzten Schultag, an die Zeugnisvergabe und vor allem an den Abiball. Jeder erscheint in seiner schönsten Abendgarderobe, es wird mit seinen Liebsten lecker gegessen, um dann bis in die frühen Morgenstunden ausgiebig das Ende seiner Schulzeit zu feiern. Für viele bleibt dieser Abend als eine der besten Partys aller Zeiten in Erinnerung. Corona machte dem diesjährigen Abijahrgang einen Strich durch die Rechnung und auch für nächstes Jahr ist noch nicht klar, ob der Abiball, wie es ihn sonst gab, stattfinden kann.

Keine Vorabi-Partys möglich

Was den Abiturjahrgängen dank Corona jetzt schon Schwierigkeiten bereitet, ist nicht nur die Frage, ob die Feier stattfindet, sondern viel mehr, wie sie bezahlt werden soll. Denn die Abiturienten müssen ihren Ball selber bezahlen und der kostet oft mehr als 10 000 Euro. Normalerweise gibt es Partys, bei denen ein Teil des Eintrittspreises dem Budget zu Gute kommt, sogenannte VoFiPas. Diese fallen coronabedingt flach genauso wie Stadtfeste oder Sportveranstaltungen, bei denen die Abiturienten sonst mit anpacken und einen Obolus für ihre Kasse bekommen.

 „Es ist problematisch, Finanzierungsalternativen zu finden. Die VoFiPas, die normalerweise das meiste Geld einbringen, sind weggebrochen“, schildert Franziska Böckenhoff vom Hermann-Emanuel-Berufskolleg die Situation ihrer Stufe. Nun gilt es für die Schüler, kreativ zu werden. „Wir machen bei dem ‚About you‘-Crowdfunding mit und haben noch ein paar Projekte in Planung. Dabei ist es total schwierig, coronakonforme Möglichkeiten zu finden. Dazu kommt die Schwierigkeit, dass wir uns als Stufe nur wenig sehen und vieles online abläuft. Ob wir am Ende genug Geld in unserer Abi­kasse haben, ist alles andere als sicher“, sagt Franziska Böckenhoff.

„Wir wollen unseren Abiball trotz aller Schwierigkeiten aber nicht aufgeben“

Nicht nur die ehemalige Wirtschaftsschule hat Probleme. Auch die anderen Schulen in der Umgebung bangen um ihren Abiball. Julia Blaszczyk vom Arnoldinum berichtet: „Jeder Jahrgang träumt von einem schönen Abiball, die Planung für unseren in 2021 gestaltet sich aber mehr als schwierig. Da wir kaum Möglichkeiten haben, Geld zu verdienen, muss fast alles aus der Tasche der Schüler und von Sponsoren bezahlt werden, was die Organisation einschränkt.“ Ihre Mitschülerin, Pia Niehues, ist trotzdem fest entschlossen, den Abiball wenigstens vorzubereiten: „Wir werden dennoch einen Ball planen. Es wird sich erst spät herausstellen, mit welchen Maßnahmen wir arbeiten müssen. Das macht die Planung schwierig und unsicher. Wir wollen unseren Abiball trotz aller Schwierigkeiten aber nicht aufgeben.“

Abiball 2019 des Gymnasium Arnoldinum

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Eva Hummels besucht das Gymnasium in Borghorst und ist dort mitverantwortlich für die Planung des Abi­balls. Auch am GymBo haben die Abschlussschüler massive Probleme, das Geld zusammenzukriegen. „Für uns ist es sehr schwer, den Abiball zu finanzieren. Wir haben zum einen Angst, dass wir aufgrund von Corona unser Abitur nicht feiern können, aber auch, dass wir zu wenig Geld erwirtschaften, um den Ball überhaupt auf die Beine zu stellen“, schildert sie ihre Befürchtungen.

Abiball Gymnasium Borghorst 2019

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Autowaschaktion lief erfolgreich 

Auch das GymBo musste also kreativ werden. Eva Hummels berichtet: „Wir haben einen Rabattcode von ‚About You‘, bei dem der Käufer zehn Prozent Rabatt auf den Einkaufspreis und wir zehn Prozent des Preises in unsere Abikasse bekommen. Wir haben im Oktober eine Autowaschaktion gemacht, die sehr gut verlaufen ist und im Frühjahr wiederholt wird sowie eine Nikolausaktion in Planung für den Dezember. Wir hoffen auf weitere Möglichkeiten, unser Geld für die Klasse aufzustocken.“

Die zukünftigen Abiturienten bangen um ihren Abi­ball. Wer die Schüler unterstützen möchte, kann sich an die Schulen wenden oder noch besser die Augen und Ohren offen halten nach Aktionen, die von den Schülern organisiert werden und sie direkt dort unterstützen.

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