Das Steinfurter Kino und viele andere Einrichtungen kämpfen momentan um ihre Existenz
„Der große Bruch“

Seit Anfang November hieß es für Restaurants, Kneipen, Fitnessstudios, Kinos und viele weitere Lokalitäten: Bis auf weiteres geschlossen. Der zweite Lockdown zur Eindämmung des Corona-Virus wurde in Deutschland eingeleitet. Nachdem ein weiteres Mal viele Betriebe betroffen waren, die auch schon im Frühjahr dicht machen mussten, bangen viele jetzt um ihre Existenz. Zumindest einige Restaurants können weiterhin einen Außer-Haus-Service anbieten. Doch wie sieht es mit anderen Betrieben aus, die so ein Angebot nicht machen können?

Donnerstag, 19.11.2020, 14:58 Uhr aktualisiert: 19.11.2020, 15:00 Uhr
Tobias Hamer und seine Frau
Tobias Hamer und seine Frau Foto: Gunnar A. Pier

Seit Anfang November hieß es für Restaurants, Kneipen, Fitnessstudios, Kinos und viele weitere Lokalitäten: Bis auf weiteres geschlossen. Der zweite Lockdown zur Eindämmung des Corona-Virus wurde in Deutschland eingeleitet. Nachdem ein weiteres Mal viele Betriebe betroffen waren, die auch schon im Frühjahr dicht machen mussten, bangen viele jetzt um ihre Existenz. Zumindest einige Restaurants können weiterhin einen Außer-Haus-Service anbieten. Doch wie sieht es mit anderen Betrieben aus, die so ein Angebot nicht machen können?

Gerade für viele Jugendliche ist die Einschränkung ihrer Freizeitgestaltung ein Dilemma. Das Vereinsleben wurde stillgelegt, auch die Fitnessstudio in Borghorst, Burgsteinfurt Nordwalde sind alle zu.

Eine dieser Locations, die ebenfalls immer ein gut genutzter Anlaufpunkt der Jugend war, ist das Kino in Burgsteinfurt. Die Kinos waren in der Pandemie bisher eine der wenigen Unterhaltungsstätten, die überhaupt wieder öffnen durften, neben Theater und Varietés. Doch wenn man ehrlich ist, ist ein Ende des Lockdowns im November noch ziemlich unrealistisch. Tobias Hamer, Besitzer des Kino Steinfurts, ist skeptisch: „Wir gehen nicht davon aus, dass wir unseren Betrieb in diesem Jahr wieder aufnehmen können. Der Lockdown hat uns da schon einen großen Bruch reingehauen.“

Dabei ist das Kino, stellvertretend für viele andere Einrichtungen mit jungem Publikum, kaum noch aus dem Stadtbild wegzudenken. „Je nach Film haben wir natürlich eine große Bandbreite an Jung und Alt, die unsere Säle besuchen“, meint Tobias. Es ist ein Ort, an dem sich Generationen begegnen. Die Kinobar hat sich zusätzlich zu einer beliebten Treffpunkt gemausert. Sie ist immer noch geöffnet und bietet, wie viele andere Restaurants, einen Abholservice an. „Es ist für uns ein Riesenglück, dass wir wenigstens mit der Bar noch ein wenig Umsatz fahren können. Unsere Hoffnung, bis der Lockdown vorbei ist, liegt auch vor allem bei der Gastro. Neben den Hilfen vom Bund und Land, ist es aber vor allem die lokalen Unterstützung, die uns über Wasser hält.“

Diese Hilfe kommt nicht nur von großen Vereinen, sondern vermehrt auch von Jugendlichen. Jonas Timmerhues aus Steinfurt erzählt: „Ich hoffe sehr, dass das Kino auch diese Corona-Welle überstehen wird und bald wieder öffnet. Bis es soweit ist, sollte man auf jeden Fall einmal die Kinobar besuchen und sie unterstützen.“ Auch Franziska Böckenhoff hat schon ihren Teil dazu beigetragen, sie berichtet: „Ich bin oft im Kino gewesen. Und auch jetzt im Lockdown haben wir schon öfter Essen aus der Kinobar geholt. Wir müssen jetzt alle zusammenarbeiten, um diese Einrichtungen zu unterstützen und am Leben zu halten.“Tobias Hamer ist jetzt schon überwältigt, von der Hilfe, die vor Ort für das Kino mobilisiert wurde. „Wir haben Hilfe in vielerlei Hinsicht bekommen. Von Briefen mit ein paar Groschen über diejenigen, die für unsere Geistervorstellungen Tickets erwerben oder den Merchandise kaufen, haben wir ganz viel Rückhalt bekommen. Über diese Hilfe sind wir sehr dankbar und sind umso optimistischer, dass wir nächstes Jahr wieder voll durchstarten können.“

Das Kino an der Horstmarer Straße Steinfurt ist nicht der einzige Betrieb, der momentan zu kämpfen hat. Viele andere Einrichtungen wie Fitnessstudios oder Sportanlagen sind zurzeit geschlossen, Orte, an denen maßgeblich auch Jugendliche ihre Zeit verbringen. Wie die einzelnen Unternehmen unterstützt werden können, wird meistens über die sozialen Medien oder Webseiten mitgeteilt.

Max Roll

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