Verwaltungsvorschlag: Aus Veltruper Kirchweg soll eine Fahrradstraße werden
Vorfahrt für Pedalritter

Burgsteinfurt -

Betonzipfelmützen, Baumtore, Fahrbahnverengung, roter Asphaltanstrich, weiß-blaue Verkehrsschilder – die Verwaltung hat mit dem Veltruper Kirchweg Großes vor. Nach dem Vorbild des Nünningswegs auf der gegenüberliegenden Seite der Horstmarer Straße soll aus der Tempo-30-Haupterschließungs- eine Fahrradstraße werden. Im gleichen Atemzug soll dem Wunsch des Kreises entsprochen und der kreuzenden Radbahn die Vorfahrt eingeräumt werden. In der nächsten Sitzung des Planungsausschusses werden die Pläne der Öffentlichkeit vorgestellt.

Donnerstag, 26.11.2020, 15:22 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 17:28 Uhr
Im Sommer wurde auf dem Veltruper Kirchweg mit den Betonzipfelmützen experimentiert. Durch die Verschwenkung der Fahrbahn sollten die Autofahrer langsamer fahren. Der Erfolg war allerdings mäßig.
Im Sommer wurde auf dem Veltruper Kirchweg mit den Betonzipfelmützen experimentiert. Durch die Verschwenkung der Fahrbahn sollten die Autofahrer langsamer fahren. Der Erfolg war allerdings mäßig. Foto: Axel Roll

 

Die Verwaltung ist sich offensichtlich im Klaren darüber, dass das Vorhaben im Wohnquartier nicht auf ungeteilte Zustimmung stoßen wird. So müsse, wie es in der Vorlage für die Ratsfraktionen heißt, „eine gute Kommunikationsstrategie entwickelt werden“. Schließlich griffen die baulichen Veränderungen in die „täglichen Mobilitätsgewohnheiten“ der meisten Quartiersbewohner ein. Mit Wissensvermittlung, Transparenz und Beteiligung sei es möglich, die Bürger auf die Maßnahme vorzubereiten, ist die Verwaltung optimistisch.

Eine Fahrradstraße Veltruper Kirchweg, auf der, wie es der Name sagt, den Pedalrittern Vorrang vor den Autofahrern eingeräumt wird, hat nach Auffassung des Baudezernates einige Vorteile für die Stadt. So komme die Radverkehrsförderung einen großen Schritt voran. Wörtlich heißt es in der Vorlage: „Im Vorgriff auf das zu erstellende Mobilitätskonzept wird mit diesem Projekt eine erste Achse geschaffen, mit der der Radverkehr innerhalb von Steinfurt gefördert wird.“ Es entstehe ein „Netz aus Fahrradstraßen“, das dafür sorge, die beiden Stadtteile klimafreundlicher miteinander zu verbinden.

Parallel mit dem Umbau zu einer Fahrradstraße auf ganzer Länge des Veltruper Kirchwegs soll die Kreuzung mit der Radbahn umgestaltet werden. Den Autofahrern soll baulich signalisiert werden, dass die Radler auf dem Fahrradschnellweg jetzt Vorfahrt haben. Dazu sollen auf dem Kirchweg Baumtore angelegt werden, die die Fahrbahn von sechs auf vier Metern verschmälern. Damit ist Begegnungsverkehr nur noch im Schritttempo möglich. Auch soll die Fahrbahn angerampt werden, damit der Eindruck entsteht, dass sich die Autofahrer auf der untergeordneten Straße befinden.

Weiterhin möchte die Verwaltung eine sichere Radwegverbindung zum Nünningsweg schaffen, damit zwischen Borghorst und Burgsteinfurt mit der Leeze problemlos gependelt werden kann. Dafür muss unter anderem der Radweg entlang des Blocktors „saniert und aufgewertet werden“, wie die Verwaltung schreibt.

Der Veltruper Kirchweg, gilt, wie gesagt, als Haupterschließungsstraße für die umliegenden Wohngebiete. Bei einer Verkehrsmessung in diesem Jahr wurden bis 3200 Verkehrsteilnehmer gezählt.

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