Mehr Mengen, sinkende Erlöse, steigende Kosten
Müllabfuhr wird teurer

Steinfurt -

Weil die Kosten steigen und die Erlöse sinken, sollen die Steinfurter Bürger ab 2021 höhere Gebühren für die Müllabfuhr bezahlen. Die Tarife sollen zwischen drei und 57 Euro für die Entsorgung von Rest-, Bio- und Sperrmüll angehoben werden.

Dienstag, 01.12.2020, 16:18 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 16:21 Uhr

Weil die Kosten steigen und die Erlöse sinken, sollen die Steinfurter Bürger ab 2021 höhere Gebühren für die Müllabfuhr bezahlen. Die Tarife sollen zwischen drei und 57 Euro für die Entsorgung von Rest-, Bio- und Sperrmüll angehoben werden. Über eine entsprechende Beschlussvorlage der Verwaltung wird der Stadtrat in seiner Sitzung am 10. Dezember (Donnerstag) beraten.

Die Gebührenanhebung hat nach Angaben des Rathaus-Fachdienstes Finanzen mehrere Gründe: So wird damit gerechnet, dass die Mengen an Restabfall von 3700 auf 3800 und beim Biomüll von 3200 auf 3300 Tonnen steigen. Auch beim Sperrmüll wird davon ausgegangen, dass die Volumina größer werden – von 245 Tonnen in 2020 auf 316 Tonnen in 2021. Hinzu kommen Preissteigerungen von drei Prozent bei den Entsorgungsunternehmen, die die Unternehmerentgelte teurer machen.

Voraussichtlich konstant auf Vorjahresniveau bleiben die Gebühren, die der Kreis Steinfurt für die Annahme von Haus- und Sperrmüll (129 €/t) sowie von Biomüll (40 €/t) nimmt. Gestiegen sind hingegen sind die städtischen Personalkosten im Bereich Abfallentsorgung von 161 000 auf etwa 176 000 Euro. Auch bei der internen Leistungsverrechnung mit dem Baubetriebsamt wird mit knapp 24 000 Euro Mehrkosten gerechnet.

Während die Aufwendungen steigen, sinken die Erträge. Besonders bitter für die Stadt Steinfurt ist, dass Erlöse, die mit Verwertung des Altpapiers erzielt werden, seit zwei Jahren deutlich sinken. Während 2017 noch Einnahmen von zirka 288 000 Euro verbucht werden konnten, wird für 2021 nur noch mit etwa 120 000 Euro gerechnet. „Das führt dazu, dass bei der Altpapierentsorgung erstmals nicht mit einem Überschuss geplant werden kann. Das Defizit von rund 33 000 Euro wird in der Gebührenkalkulation auf die Restmüllgebühren umgelegt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Erlöse in diesem Bereich in den nächsten Jahren entwickeln“, blicken die Experten mit Skepsis auf die weitere Entwicklung.

Hinzu kommt, so führt die Kämmerei an, dass in den Jahren 2016 bis 2019 bei der Nachkalkulation Defizite festgestellt worden sind. Unterm Strich sind das etwa 330 000 Euro. Dieses Minus muss ausgeglichen werden. 100 000 Euro sind für 2020 und 120 000 Euro für 2021 zur Defizitabdeckung eingeplant.

Schließlich soll auch die Sperrmüllabfuhr teurer werden, weil auch in diesem Bereich die Kosten und Mengen gestiegen sind. Verlangt werden zukünftig 20 statt bisher 15 Euro pro Abfuhr. Dazu heißt es in der Vorlage: „In 2019 wurden bei etwa 700 Sperrmüllanträgen über 300 Tonnen Sperrmüll entsorgt, was insgesamt Kosten in Höhe von über 70 000 Euro verursacht hat. Die Durchschnittskosten für einen Sperrmüllantrag lagen bei rund 100 Euro. Bei einer Sperrmüllabholung in 2019 wurden daher etwa 75 Euro pro Abholung über die Restmüllgebühren aller Gebührenzahler finanziert.“ Eine kurze Nachfrage bei Abfallberater Kurt Enting im Steinfurter Rathaus hat gestern ergeben, dass die Zahl der Sperrmüllanträge in diesem Jahr sogar deutlich über 1000 liegt. Naheliegend sei, dass viele Menschen, die wegen der Corona-Pandemie zu Hause bleiben mussten, dort „klar Schiff“ gemacht und kräftig aufgeräumt und aussortiert haben.

Mit 20 Euro pro Abholung, so heißt es in der Vorlage abschließend, bewege sich die Stadt Steinfurt im Vergleich zu vielen anderen Kommunen im Kreis Steinfurt, wo die Sperrmüllentsorgung kostenfrei ist, zwar an der Obergrenze, im Sinne des Verursacherprinzips wird diese Lösung aber als gerechter empfunden.

 

 

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