Postkartensammlung mit Stemmert-Motiven
„Von hohem ideellen Wert“

Burgsteinfurt -

Bernd Elpers auch Borghorst ist passionierter Postkartensammler und findet eine Sammlung mit verblasstem blau-schwarzen Einband auf einem Emsdettener Flohmarktstand. Die alten Ansichten vom anderen Ortsteil gefallen ihm. Er kauft die Sammlung. „Ich finde, es ist auch mit dem Anschreiben in Gedichtform eine echte Kuriosität“, sagt der 62-Jährige, der beruflich Zusteller bei der Post ist.

Sonntag, 03.01.2021, 14:16 Uhr aktualisiert: 04.01.2021, 15:18 Uhr
Bagno-Forsthaus in Winter-Idylle. Es sind Postkarten wie diese, die den Reiz der Sammlung ausmachen.
Bagno-Forsthaus in Winter-Idylle. Es sind Postkarten wie diese, die den Reiz der Sammlung ausmachen. Foto: Sammlung Elpers

Der Name des Opas, der in dem Gedicht zu einem Album mit alten Foto- und Postkartenansichten von Burgsteinfurt erwähnt wird, ist nicht bekannt. Immerhin, so ist sicher, er muss ein Freund des alten Stemmerts gewesen sein, dem er allerdings den Rücken gekehrt hat (kehren musste?). Um dem im Kriegsjahr 1942 in Lüdenscheid weilenden Verwandten eine Freude zu machen, schenkten ihm Tochter, Enkel und Schwiegersohn besagtes Fotoalbum. Ansichten vom Schloss sind dort zu sehen, viele Motive zeigen das Bagno. Als Sehenswürdigkeiten wurden auch damals schon die Große Kirche, das Alte Rathaus oder die Kommende gesehen.

Rund 60 Jahre später fällt das Album Bernd Elpers auf. Der Borghorster ist passionierter Postkartensammler und findet die Sammlung mit dem verblassten blau-schwarzen Einband auf einem Emsdettener Flohmarktstand. Die alten Ansichten vom anderen Ortsteil gefallen ihm. Er kauft die Sammlung. „Ich finde, es ist auch mit dem Anschreiben in Gedichtform eine echte Kuriosität“, sagt der 62-Jährige, der beruflich Zusteller bei der Post ist.

Seitdem schlummert das Album im Fundus des Borghorsters – und wird immer mal wieder ergänzt. Zu den rund 60 Karten aus der Vorkriegszeit, teils mit Einzel- und teils mit Mehrfachmotiven versehen, gesellten sich mit der Zeit auch moderne Ansichten des Stadtteils. Insgesamt an die 90 Stück.

Elpers hängt richtig an der Sammlung. „Der materielle Wert ist zwar nicht besonders hoch“, sagt der Borghorster, der Ende der 1990er-Jahre von der Sammelleidenschaft durch eine Fotoausstellung von Ingrid König „so richtig gepackt“ wurde, wie er betont. Aber der ideelle eben schon. Es sei eine schöne zeitgeschichtliche Dokumentation, die auch offenbart, dass sich an vielen Stellen die althergebrachte Architektur in Stemmert bis heute bewahrt habe. Ganz im Gegensatz zu den Verlagen, die die alten Postkarten seinerzeit aufgelegt haben: Wer kennt heute noch Namen wie„F. Huschke“ oder „Friedrich Winter, Inh. Otto Krause“?

Wer Willy, Emmy und Hansemann waren, die ihrem Opa Weihnachten 1942 mit ihrem Geschenk eine besondere Weihnachtsüberraschung bereiteten, bleibt wohl auch ein Geheimnis. Ob sie geahnt haben, dass ihre Sammlung auch heute noch Freude bereitet?

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