Coronazahlen in Steinfurt
Zweithöchster Wert im Kreis sorgt für Beunruhigung

Steinfurt -

Der Hinweis des Lesers aus Borghorst, der sich Aufklärung suchend an die Redaktion gewandt hat, kommt nicht ganz unberechtigt: 106 Infizierte weist die Corona-Statistik des Kreises Steinfurt, Stand Mittwoch, für die Kreisstadt aus. Nach Rheine ist das kreisweit der zweithöchste Wert. Zu viel für eine 33 000-Einwohner-Kommune?

Donnerstag, 07.01.2021, 09:40 Uhr

Der Hinweis des Lesers aus Borghorst, der sich Aufklärung suchend an die Redaktion gewandt hat, kommt nicht ganz unberechtigt: 106 Infizierte weist die Corona-Statistik des Kreises Steinfurt, Stand Mittwoch, für die Kreisstadt aus. Nach Rheine ist das kreisweit der zweithöchste Wert. Zu viel für eine 33 000-Einwohner-Kommune? Der Eindruck entsteht in der Tat. Aber was ist der Maßstab in einer Pandemie-Krise, auf der nur auf Sicht gefahren werden kann und die für alle Beteiligten gänzlich neu ist?

Kirsten Weßling, Pressesprecherin des Kreises und als solche in stetigem Kontakt mit dem Gesundheitsamt, stuft diese Zahl als noch nicht außergewöhnlich ein. „Steinfurt ist kein Hotspot“, lautet ihr Kommentar zur aktuellen Lage. Es gebe auch keine vereinzelten Infektionsherde innerhalb der Stadt. Einrichtungen wie Alten- oder Asylbewerberheime, die andernorts in dieser Hinsicht in die Schlagzeilen geraten sind, seien nicht auffällig. Das Geschehen sei vielmehr diffus auf die (Stadt-)fläche verteilt. Auf die Frage, ob Verschärfungen der Auflagen denkbar seien, wenn sich das Infektionsniveau weiter ausbreite, sagte die Kreissprecherin: „Wir befinden uns bereits im harten Lockdown.“

Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer zeigte sich im Gespräch mit dieser Zeitung beunruhigt, vor allem auch angesichts der Schnelligkeit des Anstiegs seit Weihnachten. Zuvor lag die Infiziertenzahl noch unter 50. Auch die Verwaltungschefin betont: „Es gibt keine Hotspots in der Stadt.“ Ihr Appell an die Bürger angesichts der Entwicklung lautet, sich vorsichtig zu verhalten, Kontakte auf ein Minimum zu beschränken. Bögel-Hoyer: „Es geht in dieser Situation nicht darum zu überlegen, was möglich ist. Es gilt, sich auf das zu beschränken, was unbedingt nötig ist.“ Die Corona-Auflagen seien bindend – auch draußen beispielsweise im Bagno. Menschenansammlungen seien zu vermeiden. Die Steinfurter seien ihrem Eindruck nach in dieser Hinsicht im Allgemeinen sehr diszipliniert. „Wir dürfen angesichts der Lage nun nicht nachlässig werden und uns in Sicherheit wiegen“, so die Bürgermeisterin auch in Bezug auf die Verbreitung der Virus-Mutation.

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