Bürgermeisterin lässt sich neues Rettungsgerät für Löschzug demonstrieren
Drehleiter ist kein Statussymbol

Burgsteinfurt -

Freude bei der Feuerwehr: 750 000 Euro investierte die Stadt in neues Fahrzeug – und zwar in eine neue Drehleiter. Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer nahm das neue Rettungsgefährt in Augenschein. Bislang verfügte lediglich der Löschzug Borghorst über eine Drehleiter.

Sonntag, 10.01.2021, 15:13 Uhr aktualisiert: 10.01.2021, 15:20 Uhr
Insgesamt elf Feuerwehrleute bekamen ihre Urkunde zum Maschinistenlehrgang überreicht. Bürgermeistern Claudia Bögel-Hoyer (kl. Foto) lässt sich die Technik des Rettungskorbes erklären..
Insgesamt elf Feuerwehrleute bekamen ihre Urkunde zum Maschinistenlehrgang überreicht. Bürgermeistern Claudia Bögel-Hoyer (kl. Foto) lässt sich die Technik des Rettungskorbes erklären.. Foto: nix

Freude bei der Feuerwehr, speziell beim Löschzug Burgsteinfurt. Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer nahm am Samstag die lang ersehnte Drehleiter in Augenschein, die ab jetzt den Fahrzeugpark der Burgsteinfurter Wehr ergänzt. Die Stadt investierte 750 000 Euro. Bislang verfügte lediglich der Löschzug Borghorst über solch ein Rettungsgerät.

Lehrgang

„Ich freue mich, dass wir jetzt für den Ortsteil Burgsteinfurt eine Versicherung haben, Menschen retten zu können, die in höheren Gebäuden zum Beispiel durch Feuer in Not geraten“, betonte die Bürgermeisterin. Feuerwehr-Chef Dirk Telgmann und sein Stellvertreter Rainer Frahling verteilten Urkunden an elf Feuerwehrkameraden, die den 40-stündigen „Drehleiter-Maschinistenlehrgang“ erfolgreich abschlossen. „Vielen Dank euch allen, Ausbildern und Teilnehmern“, so Telgmann. „Ihr habt beachtliche Arbeit geleistet, das war wirklich Klasse und die Ergebnisse überzeugen.“ Auch Bögel-Hoyer gratulierte zur bestandenen Prüfung. Frahling und seine Borghorster Mannschaft verfügen bereits über entsprechende Erfahrung mit ihrem sogenannten Hub­rettungsfahrzeug. Mit der Leiter des Borghorster Löschzuges sowie den Ausbildern Christoph Dephoff und Stefan Wenker erläuterte Frahling den Burgsteinfurter Kameraden während der Ausbildung alle wichtigen Details.

750000 Euro

Zwar nicht in der Sonne, dafür sogar unter bewölktem Himmel glänzte das Fahrzeug mit der sogenannten Magirus DLK 23-12, die eine Nennrettungshöhe von 23 Metern aufweist, in leuchtendem Rot. Montiert ist die Magirus-Leiter auf ein MAN-Fahrgestell. „Eine Drehleiter stellt bei der Feuerwehr den zweiten Rettungsweg dar“, erläuterte Frahling. Wenn eine Seite eines Gebäudes brennt, haben wir die Möglichkeit, mit der Leiter von der anderen Seite Hilfe zu leisten“, sagte er weiter. Sie dient auch der Unterstützung von Rettungsdiensten, falls ein Kranker auf schonende Weise aus einem höheren Stockwerk transportiert werden muss. Menschenrettung ist die klassische Aufgabe der DLK 23-12. „Sie ist also keineswegs Luxus oder ein Statussymbol“, so Telgmann. Die Notwendigkeit, sie bei der Feuerwehr vorzuhalten, ergibt sich darüber hinaus aus der Landes-Bauordnung. Gebäude von mehr als acht Metern Höhe dürfen nur errichtet werden, wenn die Brandschützer über eine Drehleiter verfügen. Alternativ müsste das Haus mit einem zweiten Fluchtweg, zum Beispiel einer Feuerleiter, ausgestattet sein.

Leben retten

„In dieses Fahrzeug ist eine sogenannte Vario-Abstützung installiert“, erläuterte Peter Schaupp von der Firma Magirus. Er wies die Ausbilder in die Details der neuen Leiter ein. „Diese Abstützung kann ganz individuell ausgefahren werden und bietet ein nahezu uneingeschränktes Arbeiten“, so der Experte weiter. Als spezifisch bezeichnete er auch den Gelenkarm und den Soforteinstieg in den Rettungskorb. Er kann direkt vor dem Fahrerhaus abgelegt werden und ermöglicht ein komfortables Betreten. Der Korb Bietet maximal fünf Menschen Platz. „Ich hoffe, wir können mit dieser Drehleiter im Ernstfall viele Leben retten und kommen anschließend alle wieder gesund von den Einsätzen zurück“, so Telgmann.

Kein Luxus

Folgende Feuerwehrmänner bekamen ihre Urkunde über den Abschluss des DL-Maschinistenlehrgangs überreicht: Olaf Hoffmann, Sören Busse, Frank Gerdener, Roland Marx-Kötterheinrich, Jörg Merker, Frank Rummeling, Jürgen Rummeling, Matthias Ratering, Pascal Specht, Christoph Hoge und Gero Kroesen-Scheer.

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