Oliver Tieck übergibt den kommissarischen Vorsitz der Werbegemeinschaft Burgsteinfurt an Berthold Probst
„Wir brauchen eine neue Strategie“

Burgsteinfurt -

Bei der Werbegemeinschaft Burgsteinfurt hat es über den Jahreswechsel personelle Änderungen gegeben: Der bisherige kommissarische Vorsitzende Oliver Tieck hat sein Amt niedergelegt, laut Satzung ist ihm sein Stellvertreter Berthold Probst gefolgt. Sobald es die Corona-Auflagen zulassen, soll eine Mitgliederversammlung als Präsenzveranstaltung einberufen werden. Dabei soll es nicht nur um Personalfragen, sondern auch um eine Neuausrichtung der Interessengemeinschaft der Kaufleute gehen.

Montag, 11.01.2021, 18:46 Uhr aktualisiert: 11.01.2021, 18:50 Uhr
Oliver Tieck (r.) präsentierte 2020 als kommissarischer Vorsitzender der Werbegemeinschaft die neue Burgsteinfurt-Karte. Mit Beginn dieses Jahres hat er sich aus diesem Posten verabschiedet. Berthold Probst (l.) füllt die Lücke bis zur kommenden Hauptversammlung aus.
Oliver Tieck (r.) präsentierte 2020 als kommissarischer Vorsitzender der Werbegemeinschaft die neue Burgsteinfurt-Karte. Mit Beginn dieses Jahres hat er sich aus diesem Posten verabschiedet. Berthold Probst (l.) füllt die Lücke bis zur kommenden Hauptversammlung aus. Foto: dru

Fast zwei Jahre hatte er den Vorsitz der Werbegemeinschaft Burgsteinfurt nach dem Ausscheiden von Mechthild Dörr kommissarisch inne – zum Jahreswechsel gab es nun den Schlussstrich: Oliver Tieck hat sich aus der Vorstandsarbeit der Interessengemeinschaft der Kaufleute zurückgezogen. „Ich musste jetzt einfach ein Statement zeigen“, sagt der Inhaber der Vinothek im Gespräch mit dieser Zeitung und verweist auf die seiner Meinung nach fehlende Manpower und mangelnde Bereitschaft, sich für den Verein einzubringen, aber auch auf seine persönliche Situation als Einzelunternehmer. „Mit dem neuen Konzept, dass ich mit dem Umzug der Vinothek eingeführt habe, fehlte schlichtweg die Zeit, mich als Vorsitzender einzubringen.“ Er sei zwar nun „nur“ noch einfaches Mitglied, aber nichtsdestotrotz bereit, mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und für Lösungsvorschläge offen, wie der lokale Einzelhandel, gebeutelt durch die Corona-Krise, gestärkt werden kann. Denn nach wie vor sei er davon überzeugt, dass die Idee der Werbegemeinschaft, gemeinsam das zu machen, was ihr Name schon sagt, unabdingbar ist, um Erfolg zu haben.

Laut Vereinssatzung als neuer kommissarischer Vorsitzender nachgerückt ist Berthold Probst. Der Konditormeister fungierte bislang als Stellvertreter und wird seine neue Aufgabe bis zur Mitgliederversammlung ausüben. Indes: Gleich übernächste Woche wird diese nicht stattfinden. „Eine Online-Veranstaltung halte ich für wenig hilfreich, es muss schon eine ordentliche Diskussionsmöglichkeit gegeben sein“, möchte Probst lieber zu einer Präsenzveranstaltung einladen, sobald dies möglich ist. Es gehe nicht weniger als um eine grundlegende Neuorientierung. „So wie es jetzt ist, kann es jedenfalls nicht weitergehen“, nimmt Probst kein Blatt vor den Mund.

Sowohl Probst als auch Tieck setzen darauf, künftig mit der neuen Steinfurt Marketing & Touristik-Geschäftsführerin Marion Kessens sowie einem Zentrenmanager den stationären Einzelhandel wieder wettbewerbsfähiger zu machen. Dabei schließen beide nach dem Motto „Gemeinsam sind wir stärker“ auch einen Zusammenschluss mit den Borghorster Kaufleuten nicht aus. Es gelte nach dem vorläufigen Scheitern des Wirtschaftsforums, gemeinsam mit möglichst viel Know-how eine Zukunftsstrategie für die Innenstädte zu entwickeln. Vielversprechende Ansätze seien mit der Attraktivität der Burgsteinfurter Altstadt und dem kommenden Gesundheitscampus in Borghorst vorhanden. Darauf gelte es, auch mit den Erkenntnissen des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) aufzubauen.

Kurzfristig wolle man sich gemeinsam mit SMarT auf die Organisation der 2020 komplett ausgefallenen Märkte konzentrieren. Diese haben als Frequenzbringer nach wie vor eine hohe Bedeutung für die Einzelhändler. Probst hofft, dass der Leinen- und Handwerkermarkt im Mai den Anfang machen kann.

Auf eine Strategie, aufbauend auf Grundlagenarbeit im Rahmen des Wirtschaftsforums, setzt auch Marion Kessens. Sie führe derzeit Gespräche mit allen Beteiligten. Das Ziel: Einen gemeinsamen Nenner finden. „Das ist keine leichte Aufgabe, zumal es wegen Corona viel Unruhe gibt“, hat die SMarT-Chefin festgestellt.

Impulse erhofft sich Kessens durch das neue Zentrenmanagement. Die Aufgabe, die aus dem von der Landesregierung aufgelegten Sofortprogramm zur Stärkung der Innenstädte und Zentren finanziert wird, schreibt die Stadt kurzfristig aus, so der Erste Beigeordnete Michael Schell auf Anfrage. Wenn es gut läuft, könnte der Zentrenmanager dann im Sommer beginnen. „Auch wir werden unseren Hut in den Ring werfen“, kündigte Marion Kessens an.

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