Überraschung für Hendrik Janssen
FH-Absolvent erhält den Rolf-Pecher-Preis

Steinfurt -

Rund 20 Jahre ist es her, dass Prof. Dr. Helmut Grüning von der Fachhochschule in Steinfurt in Wuppertal ein Steuerungskonzept für die Bewirtschaftung des Entlastungssammlers Wupper (ESW) entwickelt hat. Das Ziel: verunreinigte Abflüsse zur Kläranlage zu leiten und damit die Gewässer zu entlasten. Dieses Konzept ist von der Dr. Pecher AG und der WSW Energie und Wasser AG in den vergangenen Jahren weiterentwickelt und sukzessiv umgesetzt worden. Jetzt führt Hendrik Janssen, ehemaliger Student von Prof. Grüning, die Arbeit des Hochschullehrers fort.

Dienstag, 12.01.2021, 16:11 Uhr aktualisiert: 12.01.2021, 16:34 Uhr
Hendrik Janssen, Absolvent der FH in Steinfurt, ist mit dem Rolf-Pecher-Preis ausgezeichnet worden.
Hendrik Janssen, Absolvent der FH in Steinfurt, ist mit dem Rolf-Pecher-Preis ausgezeichnet worden. Foto: MSD

Rund 20 Jahre ist es her, dass Prof. Dr. Helmut Grüning von der Fachhochschule in Steinfurt in Wuppertal ein Steuerungskonzept für die Bewirtschaftung des Entlastungssammlers Wupper (ESW) entwickelt hat. Das Ziel: verunreinigte Abflüsse zur Kläranlage zu leiten und damit die Gewässer zu entlasten. Dieses Konzept ist von der Dr. Pecher AG und der WSW Energie und Wasser AG in den vergangenen Jahren weiterentwickelt und sukzessiv umgesetzt worden. Jetzt führt Hendrik Janssen, ehemaliger Student von Prof. Grüning, die Arbeit des Hochschullehrers fort. In seiner Masterarbeit hat Janssen das komplexe System mit einem Softwareprogramm modelliert und durch Modellrechnungen simuliert, wie die Maßnahmen wirken und optimiert werden können. Dafür ist mit dem mit 2500 Euro dotierten Rolf-Pecher-Preis ausgezeichnet worden.

„Das war für mich eine große Überraschung“, sagt Janssen, der seit seinem Bachelor-Abschluss an der FH in Steinfurt als Ingenieur bei der Dr. Pecher AG am Standort Gelsenkirchen arbeitet. Eigentlich habe er nur der Weihnachtsansprache des Vorstandsvorsitzenden Dr. Klaus-Hans Pecher zuhören wollen, die digital übertragen wurde. „Plötzlich war Prof. Grüning als Überraschungsgast zugeschaltet und hielt eine kurze Laudatio. Bis dahin hatte ich keine Ahnung, dass ich den Preis bekomme“, war Janssen überrascht.

„Untersuchung der Möglichkeiten zur modelltechnischen Abbildung einer qualitätsabhängigen Kanalnetzsteuerung“ lautet der Titel seiner Arbeit. „Prof. Grüning hat damals sogenannte Photometersonden in der Kanalisation installiert, die äquivalente Partikelkonzentrationen online erfassen. Dadurch konnte er herausfinden, wo Verunreinigungen in den Abflüssen entstehen und wie diese gezielt zur Kläranlage geleitet werden können“, erklärt Janssen. Das sei schon damals ein innovativer Ansatz gewesen – und ist es auch heute noch. „In meiner Arbeit habe ich darauf aufgebaut und durch das Modell eine Grundlage für die weitere Verbesserung der bereits gut wirkenden Maßnahmen geschaffen.“

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Optimierungsbedarf sehe er bei der qualitativen Abbildung der Einzugsgebiete und bei der Weiterentwicklung zu einer übergeordneten Verbundsteuerung. Der Entlastungssammler Wupper (ESW) ist ein kaskadierter Stauraumkanal und verläuft auf einer Länge von rund zehn Kilometern in einer Tiefe von bis zu 15 Metern entlang der Talachse. Der Stauraumkanal hat einen Rohrdurchmesser von zwei bis 2,6 Metern. Insgesamt kann der ESW rund 46 000 Kubikmeter Volumen aktivieren. „Die Arbeit von Herrn Jassen ist beeindruckend“, lobt Prof. Grüning. Es sei für ihn deshalb keine große Überraschung, dass die Dr. Pecher AG den Jungingenieur eingestellt habe.

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