Hanna Companie ist seit einem halben Jahr Quartiersmanagerin
Hinter den Kulissen tut sich eine Menge

Steinfurt -

Das Potenzial? Gewaltig. Der Wille? Groß. Die Umsetzung? Kommt ins Rollen, hakt aber noch aufgrund eines Bremsklotzes. Hanna Companie, seit gut einem halben Jahr zuständig für das städtische Quartierssanierungsmanagement, steckt in einem Dilemma. Die Angestellte der Steinfurt Energie und Infrastruktur GmbH (StEIn) hat jede Menge Ideen, Know-how und ein mittlerweile breites Netzwerk zu Fachleuten aus den Bereichen Handwerk und Fördermanagement aufgebaut – nur an Altimmobilienbesitzer, die sich mit den Gedanken tragen, eine energetische Sanierung in Angriff zu nehmen, kann sie diese Vorzüge derzeit nur bedingt herantragen.

Sonntag, 24.01.2021, 15:22 Uhr aktualisiert: 25.01.2021, 14:18 Uhr
Hanna Companie ist seit gut einem halben Jahr städtische Quartierssanierungsmanagerin.
Hanna Companie ist seit gut einem halben Jahr städtische Quartierssanierungsmanagerin. Foto: Ralph Schippers

 

„Die Corona-Pandemie hat auch mich in meiner Tätigkeit zurückgeworfen“, gibt die studierte Wirtschaftsingenieurin mit Schwerpunkt Gebäudetechnik freimütig zu. Dinge wie eine Haus-zu-Haus-Begehung seien in der derzeitigen Situation nicht möglich. Und dennoch: Hinter den Kulissen tut sich in Sachen Quartierssanierung viel, was im Gespräch mit ihr und ihrem Chef Rolf Echelmeyer deutlich wird.

Ein Ansatz, den die StEIn GmbH ganz zuvorderst verfolgt, ist eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit. „Wer sich mit dem Gedanken trägt, seinen Altbau energetisch zu sanieren, für den sind die Fördermöglichkeiten im neuen Jahr so gut wie noch nie“, weiß Hanna Companie. Nicht nur die Fördersätze zum Beispiel für die Erneuerung der Heizung oder eine Fassadendämmung wurden erhöht. Auch haben Hauseigentümer seit dem Jahreswechsel die Möglichkeit, mit nur einem Antrag an finanzielle Unterstützung zu kommen, auch wenn sie mehrere Maßnahmen im Auge haben.

Was an Sanierungsmaßnahmen möglich und sinnvoll ist, können Interessierte direkt vor Ort erfahren. In beiden Stadtteilen gibt es innerhalb der beiden beim Quartiersmanagement ausgewählten Pilotbereichen Overbergweg/Niedenkampstraße in Borghorst sowie Altstadt Burgsteinfurt zwei Musterhäuser, in denen eine umfassende Sanierung schon durchgeführt worden ist beziehungsweise im Fall des denkmalgeschützten Ackerbürgerhauses in der Hahnenstraße in Burgsteinfurt derzeit noch durchgeführt wird. Hanna Companie: „Zwar gibt es auch in diesem Fall coronabedingt Einschränkungen, ich nehme jedoch gerne Anmeldungen entgegen.“

Wer zudem Klarheit über den energetischen Zustand seines eigenen Altbaus haben möchte, bevor er sich weiter beraten lässt, für den bietet die StEIn GmbH einen Heizungscheck sowie die Erstellung eines Energieverbrauchsausweises an. Letzterer ist auch Pflicht, will man seine Immobilie verkaufen oder vermieten. Für zusammen rund 90 Euro erhält man ein unabhängiges, klares Bild vom energetischen Zustand seines Hauses, rührt StEIn-Geschäftsführer Rolf Echelmeyer die Werbetrommel für das Angebot.

Darauf aufbauend könne man sich von der Quartiersmanagerin individuell zu Fördermöglichkeiten beraten lassen. Wichtig ist Hanna Companie zu betonen, dass ihre Beratung in jedem Fall unverbindlich ist. „Es gibt keinen Zwang, Maßnahmen durchzuführen, es beruht alles auf Freiwilligkeit“, erklärt sie. Zudem verweist sie auf die neu erstellte Homepage der StEIn GmbH, auf der man sich umfassend informieren kann.

Ihr Scherflein zu mehr Energieeffizienz im Gebäudebestand und damit mehr Klimafreundlichkeit wollen auch die Stadtwerke beitragen. Rolf Echelmeyer kündigte an, in den Pilotbereichen Ladesäulenkonzepte erarbeiten und umsetzen zu wollen. Während im durch Einfamilienhäuser geprägten Wohnquartier in Borghorst Wallboxen Favorit sind, könnte es sich Echelmeyer in der Burgsteinfurter Altstadt vorstellen, nach dem Motto „Anwohnerparken mit Anwohnerladesäulen“ Lademöglichkeiten für E-Autos im öffentlichen Raum zu installieren.

Und dann gibt es noch ein besonderes Projekt, auf das sowohl Companie als auch Echelmeyer aufmerksam machen: die „Straße der Zukunft“. Zurückgehend auf eine Idee des Technischen Beigeordneten Hans Schröder soll im Borghorster Quartier eine Straße bestimmt werden, in der visionär unter Mitnahme der Anwohner exemplarisch ausgelotet werden soll, wie diese infrastrukturell – von der Grüngestaltung bis zur Frage der Mobilität – in Zukunft aussehen sollte oder könnte. Mit ihm Boot sitzt auch Uli Ahlke, Vorsitzender des Vereins „Wie wollen wir leben?“ Ein Traumschloss soll das Ganze nicht werden. „Wir werden in kleinen Schritten vorgehen und den Bürger mitnehmen, das ist uns wichtig“, verspricht Echelmeyer. Welche Straße ausgewählt wird, soll sich in Kürze entscheiden.

 

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