Fortschritte beim Gesundheitscampus
Abriss im April, Baustart ungewiss

Borghorst -

„Deutschlandweit einmalig“, „eine Zukunftsvision, die Realität wird“, „Antworten auf die drängendsten Herausforderungen des deutschen Gesundheitswesens“ – die IGP Projekt GmbH als Bauherr für den Borghorster Gesundheitscampus – von den Berliner Projektentwicklern „Mauritius Health & Care Campus“ getauft – spart nicht mit Superlativen, wenn sie die Zielsetzungen für das Quartier auf dem Websaal-Gelände beschreibt. Fakt ist, dass der Abbruch der letzten baulichen Reste der Kock-Dynastie an dieser Stelle im April über die Bühne geht und wahrscheinlich nicht länger als zwei, drei Wochen in Anspruch nehmen wird, wie eine Sprecherin der IGP auf Anfrage bestätigte. Geht es nach der Stadt, sollten die Abbruchbagger schon im März rollen.

Donnerstag, 28.01.2021, 14:36 Uhr aktualisiert: 28.01.2021, 17:17 Uhr
Bis aus der Animation Realität geworden ist, kann noch eine Zeit vergehen. Einen Termin für den Baubeginn für den Gesundheitscampus gibt es noch nicht.
Bis aus der Animation Realität geworden ist, kann noch eine Zeit vergehen. Einen Termin für den Baubeginn für den Gesundheitscampus gibt es noch nicht.

Parallel sind die Bauanträge für den eigentlichen Start in Vorbereitung. „Allerdings wird es wohl noch ein Zeitchen dauern, bis da tatsächlich was aus dem Boden wächst“, dämpft Stefan Albers als zuständiger Fachdienstleiter im Rathaus die Erwartungen auf einen baldigen Baubeginn. „Jetzt geht es erst einmal um Abriss und die Baustraße“, so der Abteilungsleiter für Stadtplanung und Baurecht. Außerdem gebe es an einigen Stellen im Boden noch Verunreinigungen, die beseitigt werden müssten, ehe der erste Spatenstich erfolgen könne. Auch die IGP hält sich auf Anfrage mit einem Termin für den eigentlichen Baubeginn noch zurück.

Trotzdem gibt es weitere Fortschritte zu vermelden. Das Konzept für das 25 000-Quadratmeter-Areal ist offensichtlich rund. Und wird von der IGP gefeiert als „Steinfurter Modell“, das bundesweit einmalig sei und eine „optimale Verzahnung von Akutversorgung und Rehabilitation gewährleistet“.

So soll im Weberquartier eine Rehaklinik mit Bewegungsbad realisiert werden. Wer sie betreiben wird, ist noch offen. Es laufen Gespräche mit dem UKM-Marienhospital. Krankenhaus und Reha wollen eng miteinander kooperieren. Nach Mitteilung der IGP wird vom örtlichen Caritasverband das geplante Pflegeheim angemietet. Weiterhin ist eine Pflegeschule in Planung „zur Ausbildung der dringend benötigten Nachwuchskräfte“, wie die IGP schreibt.

Mit den Betreibern sei der Entwickler handelseinig, die Verträge würden in den nächsten Tagen unterschrieben. Zum Thema Wohnen, das auf dem Gesundheitscampus ja ebenfalls möglich sein soll, äußert sich die IGP vage, dass Wohnungen für Pflegekräfte und -schüler sowie klassisch frei finanzierte Eigentumswohnungen denkbar seien.

An die Vergangenheit des Geländes als Standort einer der größten Textilfabriken der Stadt soll künftig nur noch das Pförtnerhaus erinnern, das nach den jetzigen Planungen erhalten bleiben soll. Es wird ab Frühjahr als Showroom und Baubüro genutzt, kündigt die IGP an. Vorstand Stefan Gräf: „Der Showroom soll zu einem offenen Ort werden, an dem die aktuellen Pläne eingesehen und der Baufortschritt dargestellt werden können.“

Die Pläne für das Quartier gehen auf die Entwürfe des Rotterdamer Büros Kempe Thill zurück, das sich bei dem von der CDU-Fraktion angestoßenen städtebaulichen Qualifizierungswettbewerb durchsetzen konnte. Das Neue soll sich dabei in das Alte integrieren, um so „ein lebendiges Stadtquartier zu entwickeln“, wie Nils Schülke von der IGP Projekt betont. Ein besonderes Augenmerk soll dabei auf die Verbindung Krankenhaus und Campus gelegt werden. Technischer Beigeordneter Hans Schröder arbeitet parallel mit der Politik an einer Achse vom Websaal-Gelände vorbei an der Nikomedes­kirche durch die gleichnamige Straße bis in die Fußgängerzone, um die Borghorster Innenstadt zu beleben. Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer lobt diese „Kombination einer zukunftsweisenden medizinischen Nutzung mit einem attraktiven Städtebau“.

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