Erster Beigeordneter Michael Schell engagiert sich für mehr Bürgerbeteiligung
Mit Offenheit und Ehrlichkeit

Steinfurt/Berlin -

Der just in Steinfurt gegründete Stadtelternrat ist für Michael Schell ein gutes Beispiel für Bürgerbeteiligung. Davon gibt es noch viel zu wenige, ist der Erste Beigeordnete überzeugt. Das möchte er ändern. Und engagiert sich deswegen in einer Bewegung auf Bundesebene.

Montag, 01.02.2021, 13:58 Uhr aktualisiert: 02.02.2021, 16:23 Uhr
Erster Beigeordneter Michael Schell, hier ein Foto von seiner Amtseinführung, engagiert sich bundesweit in der Allianz Vielfältige Demokratie für mehr Bürgerbeteiligung.
Erster Beigeordneter Michael Schell, hier ein Foto von seiner Amtseinführung, engagiert sich bundesweit in der Allianz Vielfältige Demokratie für mehr Bürgerbeteiligung. Foto: Axel Roll

„So ein Gremium macht es für alle Beteiligten einfacher“, ist der Erste Beigeordnete im Rathaus überzeugt. Die Eltern der Steinfurter Schüler haben ein Sprachrohr für ihre Interessen, Verwaltung und Politik einen Ansprechpartner, wenn es um die Belange der Eltern und ihren Kindern geht. Für den Dezernenten ist dieses Gremium ein Instrument von vielen, um Demokratie zu beleben und zu verbessern. Deutschlandweit. Schon seit einigen Jahren arbeitet Schell auf Bundesebene mit vielen Mitstreitern daran, Bürgerbeteiligung auf allen Ebenen zu verbessern. Ihrem Ziel, ein eigenes Kompetenzzentrum zu gründen, ist die „Allianz Vielfältige Demokratie“ gerade ein ganzes Stück näher gekommen. Sie hat einen Trägerverein dafür gegründet. Schell ist bei der unlängst durchgeführten Gründungsversammlung zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt worden.

Am Ziel sieht sich Schell noch lange nicht. „Aber in einem Jahr müssten wir schon wieder deutlich weiter sein“, ist der Erste Beigeordnete überzeugt. Der Verein möchte ein Beratungszentrum gründen, das Auskunft geben kann, welche Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung es gibt. Außerdem soll es Experten als Ansprechpartner und Helfer bei Bürgerbeteiligungen vermitteln sowie neueste Erkenntnisse zu allen Möglichkeiten der Partizipation aufarbeiten.

Warum sich ein Steinfurter Wahlbeamter für ein bundesweites Projekt ins Zeug legt? „Ich bin da irgendwie hängengeblieben“, schmunzelt Michael Schell. Die Bertelsmann-Stiftung hatte die Sache vor fünf Jahren angestoßen. Aus dem Projekt wurde eine Bewegung, daraus jetzt der Verein. „Und Bürgerbeteiligung hat mich schon immer interessiert“, betont der Dezernent.

In der täglichen Arbeit versucht Schell, die Ziele der Bewegung schon heute umzusetzen. „Ehrlichkeit und Offenheit gehören für mich dazu.“ So müsste bei einer Bürgerbeteiligung von Anfang an klar sein, welches Gewicht das Votum der Bürger habe. Reine Alibiveranstaltungen seien der falsche Weg. „Aber durch eine gute Beteiligung kann ich die Akzeptanz für ein Projekt erhöhen.“ Jeden zufriedenstellen, das gelinge in den seltensten Fällen. Beispiel Gewerbegebiet: Die Nachbarn können meist nicht davon überzeugt werden, dass die Einrichtung wichtig für eine Stadt ist.

Nach der Gründungsversammlung für den in Berlin ansässigen Verein geht es jetzt in die Vollen. „Der Vorstand trifft sich jetzt alle zwei Wochen online, um die nächsten Schritte anzugehen“, so Michael Schell. Dazu zählen der verstärkte Gang in die Öffentlichkeit mit dem Werben neuer Mitglieder und die Kontaktaufnahme mit der Politik genauso wie die Finanzen sowie die Beantwortung der zahlreichen inhaltlichen Fragen. Stichwort Öffentlichkeit: Auch wenn der Verein erst gerade gegründet wurde – ein Wikipedia-Eintrag zur Allianz Vielfältige Demokratie, den gibt es schon.

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