LSG Steinfurt baut neu
Luftaufsicht sitzt im Container

Borghorst -

Heidi Balkenhol hätte sich nicht gewundert, wenn der Schnee der vergangenen Woche die Arbeiten erledigt hätte, die heute das Abbruchunternehmer machen muss. „Im Dachstuhl sitzt der Borkenkäfer, da hatten wir schon Bedenken, dass der Schnee dem Dach den letzten Rest gibt“, erzählt die Vorsitzender der Steinfurter Luftsportgemeinschaft (LSG). Darum haben die Mitglieder das alte Clubheim kurz vorher etwas überhastet leer geräumt. Wenn alles glatt läuft, können sie das neue Flugbetriebsgebäude, wie die Heimstatt der Freizeitflieger ganz korrekt heißt, zur Weihnachtsfeier in diesem Jahr wieder einräumen.

Mittwoch, 24.02.2021, 17:39 Uhr aktualisiert: 24.02.2021, 18:20 Uhr
Heidi Balkenhol schaut aus dem Container, der jetzt der Flugaufsicht dient, auf die 1000-Meter-Landebahn. Nebenan beginnen die Abrissarbeiten für das fast 60 Jahre alte Wilhelm-Passmann-Heim (kl. Foto).
Heidi Balkenhol schaut aus dem Container, der jetzt der Flugaufsicht dient, auf die 1000-Meter-Landebahn. Nebenan beginnen die Abrissarbeiten für das fast 60 Jahre alte Wilhelm-Passmann-Heim (kl. Foto). Foto: Axel Roll

 

Heidi Balkenhol geht von einer reinen Bauzeit von 30 Wochen aus. „Vielleicht geht es ja auch ein bisschen schneller.“

Im Angesicht der Vorfreude auf die neuen Räumlichkeiten nehmen die LSGler die Unannehmlichkeiten, die in den nächsten Wochen und Monaten auf sie zukommen, gerne in Kauf. Das alte Wilhelm-Passmann-Heim, 1964 feierlich in Füchten eingeweiht, war baulich nicht mehr zu retten. „Eine Renovierung hätte sich nicht mehr gelohnt“, erläuterte die Vorsitzende, warum der relativ kleine Verein, die LSG hat gut 100 Mitglieder, sich für das Stemmen so einer Mammutaufgabe entschieden hat. Und ohne die Förderung des Landes wäre es eh nicht gegangen. Das macht nämlich über 250 000 Euro locker. Der Verein selbst muss 130 000 Euro drauflegen, was er über ein günstiges Förderdarlehen sicherstellt.

Eineinhalb Jahre haben sich Heidi Balkenhol und ihre Mitstreiter die sprichwörtlichen Hacken abgelaufen, um das Projekt planerisch wie finanziell zum Laufen zu bringen. „Wir haben dabei viele Helfer gehabt, ohne die wir das alles nicht geschafft hätten“, betont Heidi Balkenhol. Sie lobt in diesem Zusammenhang ausdrücklich die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Behörden.

Während der Bauzeit kann das Clubleben natürlich nur eingeschränkt stattfinden. Damit die Piloten wenigstens abheben können, hat der Verein einen Container aufgestellt, in dem die Flugaufsicht den Betrieb an und auf der 1000 Meter langen Landebahn regeln kann.

Der Neubau, der ebenerdig und damit behindertengerecht konzipiert ist, wird nicht nur den Flugleiter in einem gläsernen Erker, sondern auch Schulungs- und Sozialräume, eine kleine Teeküche sowie den Sanitärbereich beherbergen. Heidi Balkenhol: „Die Nutzfläche beträgt rund 140 Quadratmeter.“

Zwei Jahre ist es her, da hatten es die Luftsportler schriftlich, dass das Wilhelm-Passmann-Heim nicht mehr zu retten war. „Ein Gutachter hatte sich das Gebäude angeschaut. Als sein Bericht vorlag, war klar, dass was passieren musste“, erinnert sich die Vorsitzende. Da wusste der Vorstand aber schon von den Fördermöglichkeiten des Landes. Und so nahmen die Dinge ihren Lauf.

Corona – auch in dieser Geschichte hat der Virus ein Wörtchen mitzureden. Durch die Beschränkungen konnte die LSG in der vergangenen Flugsaison kaum Öffentlichkeitsarbeit betreiben. „Die ist aber sehr wichtig für uns, wir benötigen neue Mitglieder“, erläutert die Vorsitzende. Schon allein, um den Verein auf Dauer nicht ins finanzielle Trudeln geraten zu lassen. Da kommt dann die neue Terrasse vielleicht zur passenden Zeit. Von der können die Besucher die Flugzeuge beim Starten und Landen beobachten. Und dabei die Sehnsucht wecken.

 

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