Musical Company lässt nach zweifacher coronabedingter Premierenabsage Federn
„Horrorladen“: Neuer Anlauf im Juli

Steinfurt -

Der Frust sitzt tief bei den Akteuren der Musical Company Steinfurt: Nachdem der Premierentermin für das neue Stück „Der kleine Horrorladen“ bereits nach dem ersten Lockdown im Frühjahr vergangenen Jahres abgesagt werden musste, trat genau derselbe Fall im November noch einmal ein. Jetzt unternehmen die Theaterspieler einen neuen Anlauf im Juli.

Donnerstag, 04.03.2021, 18:59 Uhr
Das Foto zeigt eine Probe zum „Kleinen Horrorladen“ im Oktober vergangenen Jahres. Die Zuversicht, dass alsbald die Premiere auf der Bühne im Martin-Luther-Haus stattfinden kann, war da noch groß. Doch es sollte anders kommen.
Das Foto zeigt eine Probe zum „Kleinen Horrorladen“ im Oktober vergangenen Jahres. Die Zuversicht, dass alsbald die Premiere auf der Bühne im Martin-Luther-Haus stattfinden kann, war da noch groß. Doch es sollte anders kommen. Foto: rs

Der Frust sitzt tief bei den Akteuren der Musical Company Steinfurt: Nachdem der Premierentermin für das neue Stück „Der kleine Horrorladen“ bereits nach dem ersten Lockdown im Frühjahr vergangenen Jahres abgesagt werden musste, trat genau derselbe Fall im November noch einmal ein. Genau eine Woche bevor der Vorhang im Martin-Luther-Haus sich erstmals heben sollte, das Bühnenbild fertig war, die Technik stand und die Probenarbeit nahezu abgeschlossen war, kam das coronabedingte Aus.

Ein Doppel-Knockout, der nicht ohne Folgen blieb: Einige der Freizeit-Theaterspieler standen in der Folge für einen erneuten Anlauf auf die ersehnte Erstaufführung des spannungsgeladenen Musicals um eine fleischfressende Pflanze nicht mehr zur Verfügung. „Man kann es nachvollziehen, dass die Leute in ihrer Lebensplanung auch mal andere Prioritäten setzen müssen – zumal in einer Krisensituation“, sagt Regieleiter Daniel Lücke. Seitdem ruhe die Probenarbeit. „Wir haben den Betrieb heruntergefahren“, beschreibt Ronja Altehenger die aktuelle Situation.

Den Kopf hängen lassen will die Vorsitzende ebenso wie die restlichen Vorstandskollegen deshalb aber keineswegs. Im Gegenteil: Der verbliebende „harte Kern“ der MCS möchte die Lücken in der Besetzung – vor allem kleinere Rollen sind betroffen – wieder auffüllen und hat eine Mitgliederwerbung gestartet. Unter der Maxime „Irre genug fürs Theater? Trau‘ Dich, meld‘ Dich“ ist es bereits gelungen, mehrere Interessenten zu gewinnen, berichtet Lücke. In Zoom-Meetings lernen sich die „neuen und alten Hasen“ derzeit näher kennen.

In der Hoffnung auf baldige Lockerungen haben die Theaterspieler jetzt den Juli als neuen Premierentermin ins Auge gefasst. Es wird wohl die letzte Chance für den „Horrorladen“ sein. „Die Crux ist, dass wir für jede Verlängerung der angedachten Aufführungen Lizenzgebühren zu zahlen haben“, berichtet Daniel Lücke. Irgendwann werde das für einen so kleinen und ehrenamtlich geführten Verein zu viel. Spätestens im Mai müsse klar sein, ob die Corona-Auflagen ein Bespielen des „Termins Nummer drei“ zulassen. „Wir fangen zwar beileibe nicht bei Null an, müssen aber den Neuen eine Chance geben, ihre Rollen mit vertretbarem Zeitaufwand einzustudieren“, ergänzt Ronja Altehenger.

Fest steht schon jetzt, dass es für die Sommeraufführungen keinen Vorverkauf geben wird. „Karten werden lediglich an der Abendkasse erhältlich sein“, kündigt Daniel Lücke an. Mit dieser Vorgehensweise reagieren die MCS-Verantwortlichen auf die bisherigen coronabedingten Absagen. Inhaber von Tickets, die für die November-Vorstellung erworben worden sind, werden gebeten, diese beim Servicepartner Steinfurt Marketing & Touristik zurückzugeben. Der Kaufpreis wird dann in voller Höhe erstattet.

Darüber hinaus freuen sich die Kulturschaffenden, wenn sie durch Spenden unterstützt werden. Dass sie sehr viele Gönner haben, die ihre Arbeit zu schätzen wissen, zeigte sich während der ganzen Pandemiezeit. Zuletzt im Januar habe man eine Crowdfundingaktion auf der Plattform der Volksbank Münsterland Nord gestartet. Innerhalb kürzester Zeit sei das Mindestbudget erreicht worden. Ein Ergebnis, das den gebeutelten Akteuren Mut macht. Erfüllung indes werden sie wohl erst wieder finden, wenn sich der Bühnenvorhang öffnen und das Publikum applaudieren wird.

 

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