Verbrennen von Schlagabraum
Rathaus kann keine Ausnahme machen

Steinfurt -

Die Telefone stehen beim Fachdienst Ordnung und Sicherheit nicht mehr still. Nein, diesmal geht es nicht um Corona. Oder doch, aber nur indirekt. Die Landwirte und Gartenbesitzer, die damit gerechnet hatten, ihre in Gärten und Hecken ausgedünnten Zweige und Äste auf einem Osterfeuer verbrennen zu können, haben nämlich ein Entsorgungsproblem.

Montag, 29.03.2021, 16:16 Uhr
Osterfeuer sind in diesem Jahr wieder verboten.
Osterfeuer sind in diesem Jahr wieder verboten. Foto: bel

„Alle sogenannten Brauchtumsfeuer wurden coronabedingt abgesagt“, erläutert Susanne Laumann als zuständige Fachdienstleiterin. Und das Abbrennen von „Schlagabraum“, wie dieser Grünschnitt korrekt heißt, war nur bis zum 15. März erlaubt. . .

Darum werden die Mitarbeiter des Fachdienstes derzeit mit Anfragen bombardiert, ob es unter diesen Umständen keine Ausnahmegenehmigungen gibt. Susanne Laumann bedauert: „Es gibt eine Allgemeinverfügung, in der festgelegt ist, dass Schlagabraum nur zwischen dem 15. Oktober und 15. März verbrannt werden darf.“

Unter normalen Umständen muss der Gartenbesitzer, der das Altholz abfackeln möchte, im Rathaus eine Genehmigung einholen. Die sei in den meisten Fällen problemlos erteilt worden, so Susanne Laumann. Ihr Fachdienst informiert nach der Genehmigung unter anderem die Feuerwehr.

Bei den Osterfeuern gibt es rechtlich eine Unterscheidung: Es gibt die großen, offiziell als Brauchtumsfeuer deklarierten, die Veranstaltungscharakter haben. Das sind die Feuer am Ostersonntagabend, die von Kirchengemeinden oder den Heimatvereinen veranstaltet werden. Und dann gibt es die vielen kleinen, die in Nachbarschaften oder anderen Gemeinschaften abgebrannt werden. Da hat das Rathaus bislang immer ein Auge zugedrückt. Durch Corona sind jetzt aber alle Treffen dieser Art abgeblasen worden. Und damit liegt an vielen Stellen Schlagabraum herum, der auf Entsorgung wartet. Die Mitarbeiter des Fachdienstes bekommen jetzt den Ärger vieler Bürger ab, die diese Regelung nur schwer verstehen können.

Erschwerend kommt hinzu, dass es eine Stadt im Kreisgebiet gibt, die in Zeiten von Corona eine Ausnahme macht und die Frist für das Verbrennen verlängert hat. „Da bekommen wir gesagt, warum geht das dort und nicht in Steinfurt“, berichtet die Fachdienstleiterin. Ihr seien aber die Hände gebunden. Sie können nur darauf hinweisen, dass die Zweige und Äste fachgerecht entsorgt werden müssen.

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