Lokaler Fahrradhandel verzeichnet erhöhten Absatz
Radklau: Peilsender immer beliebter

Steinfurt -

In Steinfurt ist jetzt der Polizei ein Dieb ins Netz gegangen, der offenbar gewerbsmäßig hochwertige Fahrräder stahl. Er wurde dank einer neuen Technik überführt: den GPS-Tracker. Die WN hörten sich bei einem großen lokalen Radhändler nach den Vor- und Nachteilen dieser innovativen Form des Diebstahlschutzes um.

Dienstag, 30.03.2021, 15:18 Uhr
Jannes Schnieder vom gleichnamigen Steinfurter Fahrradgeschäft zeigt einen der GPS-Tracker, der vor allem in hochwertige E-Bikes eingebaut wird.
Jannes Schnieder vom gleichnamigen Steinfurter Fahrradgeschäft zeigt einen der GPS-Tracker, der vor allem in hochwertige E-Bikes eingebaut wird. Foto: rs

Der 30-jährige Steinfurter wähnte sich nach dem Fahrradklau in Münster auf der sicheren Seite: Doch der junge Mann, von dem die Polizei am Montag berichtete, hatte die Rechnung ohne den Wirt, sprich den Besitzer des Pedelecs, das er am Wochenende in Münster entwendet hatte, gemacht. Das hochwertige Fahrrad war mit einem von außen nicht sichtbaren GPS-Tracker ausgerüstet, der die Beamten über die installierte App auf dem Smartphone des Besitzers direkt zum Diebesgut führte. Ermittlungserfolge wie diesen können die Ordnungshüter im Diebstahlsfall künftig wohl häufiger vermelden: Denn die kleinen Peilsender gegen den Radklau werden immer beliebter, wie Zeyno Iflazoglu berichtet. „Wir beobachten den Markt schon seit Jahren sehr genau“, sagt der Fachberater im Fahrradgeschäft Schnieder an der Goldstraße. Seit rund ein, zwei Jahren ziehe die Nachfrage nach den Überwachungseinrichtungen deutlich an. Das liege auch daran, dass die Tracker inzwischen sehr zuverlässig funktionierten, einfach in der Handhabung seien und zu einem guten Preis-Leistungsverhältnis angeboten würden. Ab 200 Euro gibt es qualitativ gute Geräte.

Beflügelt wird der Absatz neben der Tatsache, dass sich die Beliebtheit des Radfahrens durch die Corona-Pandemie allgemein gesteigert hat, auch dadurch, dass sich die Verbraucher immer mehr zum Kauf von hochwertigen Bikes beziehungsweise Pedelecs entschließen. Da sei der Schritt nur konsequent, dieses auch entsprechend zu schützen, sagt Jannes Schnieder, Juniorchef im Burgsteinfurter Fahrradgeschäft. Einige Hersteller gingen mittlerweile dazu über, den Peilsender serienmäßig einzubauen. Aber auch die nachträgliche Montage sei kein Problem. In der Regel werde der Tracker ins Motorgehäuse des E-Bikes integriert, von dem er auch den Strom bezieht. Meist sei mit dem Kauf ein Jahresabo der dazugehörigen App verbunden, eine Verlängerung koste wenige Euro im Monat. „Wir bekommen da sehr viel positives Feedback“, sagt Zeyno Iflazoglu. Die Mitarbeiter der Firma Schnieder erwarten, dass sich die Nachfrage nach den kleinen Peilsender in den kommenden Jahren weiter steigern wird.

Auch die Polizei empfiehlt den Einbau eines solchen Wächters. Für die Beamten ist es ein neuer, vielversprechender Ansatz, wie Diebstahlsdelikte aufgeklärt werden können. So wie bei dem 30-jährigen Steinfurter, den nun ein Strafverfahren wegen des Verdachts auf Handel mit gestohlenen Fahrrädern erwartet. Bei ihm stießen die Beamten auf weitere, möglicherweise auch geklaute teure Fahrräder.

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