Familienvater richtet Appell an Gartenbesitzer
Obstbäume pflanzen statt „zubetonieren“

Borghorst -

Dr. Tobias Herbold ist nicht nur dreifacher Familienvater, sondern auch Gartenbesitzer und damit Naturliebhaber. Der Borghorster macht sich zunehmen Gedanken zu den Themen Umwelt, Klimawandel und Insektenschutz. Es besteht dringender Handlungsbedarf, wolle man die Zukunftsperspektive späterer Generationen nicht verbauen, sagt er. Sein Appell an alle Gartenbesitzer: Pflanzt mehr Bäume!

Dienstag, 06.04.2021, 17:05 Uhr aktualisiert: 06.04.2021, 17:10 Uhr
Tobias Herbold in seinem Garten, den er in eine kleine Streuobstwiese verwandelt hat. Die Bäume und Sträucher entwickeln sich prächtig.
Tobias Herbold in seinem Garten, den er in eine kleine Streuobstwiese verwandelt hat. Die Bäume und Sträucher entwickeln sich prächtig. Foto: rs

Ein schönes Haus mit großzügigem Grün am Ortsrand von Borghorst, eine Familie mit drei Kindern, ein Job mit gutem Auskommen im medizinischen Bereich: Es ist sicher kein Trugschluss zu behaupten, das Schicksal habe es gut mit Dr. Tobias Herbold gemeint. Und doch macht sich der Augenarzt seine Gedanken über die Zukunft. Zur Umwelt, zum Klima und spezieller zur Insektenwelt. „Papa, ich möchte das nicht erleben, wenn die Polkappen abgeschmolzen sind“, sagte jüngst sein siebenjähriger Sohn. Es sind Aussagen wie diese, die den Familienvater mächtig ins Grübeln bringen – und er steht mit seinen Bedenken, wie es künftigen Generationen ergehen wird, sicher nicht alleine da. Seine Gedanken hat er zu einem Appell zusammengefasst – einen Aufruf an alle Naturliebhaber, die über eine eigene Scholle verfügen. „Es gibt doch bestimmt viele, die in ihrem Garten Platz für weitere Pflanzen haben – und sei es nur ein Obstbuschbaum“, wirbt der Familienvater darum, zusätzliches Grün in die Gärten zu bringen.

Nicht nur für das Klima sei das gut, sondern vor allem auch für Insekten seien Obstbäume wichtiger Lebensraum. Nur ein zusätzliches Exemplar in jedem Garten könnte da schon eine Menge bewegen. Herbold spricht aus Erfahrung: Sein Grundstück beherbergt eine kleine Streuobstwiese. Die Bäume seien gerade jetzt im Frühjahr nicht nur schön anzusehen. Sie gäben dem Besitzer übers Jahr auch viel zurück: „Wir haben jede Menge eigenes Bioobst, wovon wir einen guten Teil auch zu Saft verpressen lassen“, berichtet der Borghorster. Es sei geradezu paradox, dass in der heutigen Zeit, wo überall der Klimawandel und dessen Folgen für die Ökosysteme direkt zu spüren sind und die Nachrichten über das Ausmaß der Zerstörung der Umwelt erschrecken, viele im eigenen Garten einen Kahlschlag sondergleichen vollziehen und ihn mit Steinen „zubetonieren“, um dann Industrieobst aus dem fernen Ausland zu kaufen.

Ein Obstbuschbaum koste je nach Art zwischen 20 und 50 Euro. Ein Betrag, den jeder für sich, seine Umwelt und kommende Generationen übrig haben sollte, findet Herbold. Welche Sorte man pflanzt, sei Natur, Klima und Bienen vermutlich zunächst egal. Wer möchte und sich dafür interessiert, könne zum Beispiel auch ältere Sorten pflanzen, die aufgrund der Inhaltsstoffe gesünder und für Allergiker besser geeignet seien. Es gebe auch schöne regionale Sorten, die schon vor langer Zeit in Westfalen standen wie beispielsweise der „Dülmener Rosenapfel“. Die alten Sorten seien interessant und erhaltenswert für die Vielfalt und Biodiversität.

Tobias Herbold hofft, dass sein Appell nicht einfach so verpufft. „Jeder sollte etwas tun gegen den Klimawandel – wenn nicht jetzt, wann dann?“, fragt er.

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