Ausschuss für Bildung, Schule, Kultur und Sport
Antisemitismus-Beauftragter als Ehrenamt

Steinfurt -

Eine Stelle für einen ehrenamtlichen Antisemitismus-Beauftragen wollen die Grünen für Steinfurt einrichten. Dieser soll ähnlich wie der Integrations-Beauftrage arbeiten. Außerdem solle es im kommenden Jahr Veranstaltungen anlässlich des Jüdischen Jubiläumsjahres geben.

Samstag, 17.04.2021, 09:00 Uhr
Die Stolpersteine erinnern an ehemalige jüdische Bürger der Stadt. Die Grünen wollen einenStelle für einen ehrenamtlichen Antisemitismus-Beauftragten einrichten.
Die Stolpersteine erinnern an ehemalige jüdische Bürger der Stadt. Die Grünen wollen einenStelle für einen ehrenamtlichen Antisemitismus-Beauftragten einrichten. Foto: Marc Brenzel

Die Grünen wollen für die Stadt Steinfurt eine Stelle für einen ehrenamtlichen Antisemitismus-Beauftragten einrichten. Einen entsprechenden Antrag haben sie jetzt im Ausschuss für Bildung, Schule, Kultur und Sport gestellt.

Dr. Reinhold Dankel von der Freien Wählergemeinschaft wollte diesem Anliegen so nicht zustimmen. Ihm war der Antrag „zu allgemein und nicht fassbar“. Zwar sei in dem Antrag ausdrücklich erwähnt, dass es sich um eine ehrenamtliche Aufgabe handeln solle, die Beschreibung der Aufgaben erinnere ihn aber eher an eine Einordnung in eine Besoldungsstelle. Dafür sei nach Corona jedoch kein Geld mehr im städtischen Haushalt, ist Dankel überzeugt. Der Antrag sei ihm zu offen formuliert. „Nur wenn es eindeutiger ist, dass es sich um ein Ehrenamt handelt, kann ich zustimmen.“

Kein Fulltime-Job

Ralf Binow von den Grünen stellte noch einmal klar, dass seine Fraktion bei diesem Anliegen ausdrücklich ein Ehrenamt ins Auge gefasst habe, ähnlich den Aufgaben des Integrationsbeauftragten. Hans-Dieter Jürgens von der CDU erklärte, dass er nichts gegen das Anliegen habe, ihm aber auch wichtig sei, welche Aufgaben dieses Amt konkret beinhalte. Martin Theile von der Grün-Alternativen Liste erklärte, dass er für den Antrag sei, er ebenfalls dafür plädiere, dass es kein Fulltime-Job sei. Martina Furchert (SPD) regte an, bei der Aufgabenbeschreibung auch den Verein Stolpersteine mit ins Boot zu holen. Günther Gromotka (CDU) stand dem Antrag der Grünen positiv gegenüber, regte aber an, für die Aufgabenbeschreibung und Besetzung dieses Amtes einen Arbeitskreis ins Leben zu rufen, der Details klären soll. Malte Saatjohann von den Grüne sagte: Es geht uns in diesem Antrag um die Sache, mit einem Arbeitskreis können wir leben.“ Über die Besetzung des Arbeitskreises soll noch einmal gesprochen werden, unter anderem sollen Vertreter der Fraktionen sowie der Verwaltung teilnehmen.

Jüdisches Leben

Die Grünen stellten außerdem den Antrag zur Bildung einer überparteilichen Projektgruppe zum Jüdischen Jubiläumsjahr. Ziel dieser Gruppe soll es sein, 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland durch vielfältige kulturelle Veranstaltungen zu dokumentieren. Die Ausschussvorsitzende Karin König (Grüne) erklärte, dass klar sei, dass für dieses Jahr keine derartigen Veranstaltungen geplant werden könnten, diese aber für das kommende Jahr möglich seien. Jürgens forderte, den Antrag konkreter zu formulieren und ihn dann auf das nächste Jahr zu übertragen. Dankel regte noch an, bei den Planungen auch die beiden Heimatvereine zu integrieren. „Den Verein Stolpersteine sollten wir auch hierbei dazunehmen“, erklärte Furchert.

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