Abiturprüfungen unter Corona ab Freitag
Selbsttests zusätzlicher Stressfaktor

Steinfurt -

81 Abiturienten am Gymnasium Borghorst bereiten sich derzeit auf die Prüfungen vor, die am Freitag beginnen. 96 sind es am Arnoldinum. Es ist der zweite Abi-Jahrgang, der unter Corona-Bedingungen den Schulabschluss macht. Wie stellt sich die Situation in den beiden Gymnasien in Steinfurt dar?

Dienstag, 20.04.2021, 15:18 Uhr aktualisiert: 21.04.2021, 11:34 Uhr
Zwei Mal in der Woche wird im Regelfall aktuell in den Schulen getestet.
Zwei Mal in der Woche wird im Regelfall aktuell in den Schulen getestet. Foto: IMAGO/Fleig/Eibner-Pressefoto

Das Abitur hat einen eigenen Stressfaktor – für die Schülerinnen und Schüler ohnehin und für die Schulen insbesondere. „Die Pandemie-Situation ist nicht neu“, kommentiert Dr. André Wenning die aktuelle Lage. Inzwischen habe das Gymnasium Borghorst viel Erfahrung beim „Hakenschlagen“ mit stetig neuen Vorgaben gesammelt.

Das wüssten auch die aktuell 81 Abiturienten der Schule, betont der Direktor. „Ein ganz neuer zusätzlicher Punkt ist aber der Selbsttest“. Dazu hat sich das Gymnasium etwas einfallen lassen, weil die Absolventen ohnehin aufgrund der bevorstehenden Arbeiten nervös seien. „Wir wollen keine zittrigen Hände“, fasst der Schulleiter zusammen: Deshalb werden die Abiturienten jeweils am Tag vor den Arbeiten getestet. „Dann kann es am nächsten Tag sofort losgehen“.

Er habe mit dem Gesundheitsamt gesprochen, um Regelungen zu finden, wenn Tests positiv ausfielen. „Einem positiven Selbsttest schließt sich ein PCR-Test an, um endgültig Gewissheit zu haben, ob es sich um einen Corona-Fall handelt.“ Es solle jeweils im Einzelfall über das weitere Vorgehen entschieden werden, habe er mit dem Gesundheitsamt vereinbart, erläutert Wenning. Das sei mitunter keine leichte Aufgabe: „Es muss versucht werden, eine Lösung im Interesse der Abiturienten und des Infektionsschutzes zu finden“.

Die am Gymnasium in Borghorst eingesetzten Selbsttests hätten eine hohe Spezifität und erlaubten ein „verlässliches Bild“. Dennoch dürfe die Möglichkeit eines positiven Tests nicht ausgeschlossen werden. Er freue sich, dass die Schülerschaft insgesamt sehr kooperativ sei. „Die Schüler gehen sehr verantwortlich miteinander um.“

96 Jugendliche sind für die Abiturprüfungen am Arnoldinum zugelassen. Oberstufenkoordinator Guido Bökenfeld betont, offiziell dürften die Schüler ohne Tests an den Prüfungen teilnehmen. Das Gymnasium habe entschieden, ungetestete Schüler in separaten Räumen teilnehmen zu lassen. Derzeit verweigerten drei Schüler die Tests. „Normalerweise wird bei uns donnerstags getestet. Für die Abi-Prüfung wollen wir am Freitag noch einmal testen, um auf der sicheren Seite zu sein. Dafür akzeptieren wir aber auch negative Bürgertests“, erläutert Bökenfeld das Verfahren. Sollte es einen Corona-Fall geben, so stünde hilfsweise die Sporthalle als Quarantäne-Raum für die Prüfungen bereit. Das müsse aber mit dem Gesundheitsamt abgestimmt werden. Bökenfeld verweist darauf, dass es auch zentrale Nachschreibtermine gebe, auf die die Schule auch ohne Corona wegen Krankheiten zurückgreifen könne. „Normalerweise werden die Klausuren in der Aula geschrieben. Dort ist ausreichend Platz und das Lüften unproblematisch.“

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