Projekt des Fördervereins Stadtbücherei ging in die zweite Runde
Landschaften faszinieren

Steinfurt -

Einen spannenden Ritt durch die Landschaften erlebten die Teilnehmer des Projektes „Und Seitab liegt die Stadt“.

Sonntag, 25.04.2021, 17:46 Uhr aktualisiert: 25.04.2021, 17:50 Uhr
: Thorsten Trelenberg (l.) und Matthias Engels führten in das Thema „Landschaft“ ein.
: Thorsten Trelenberg (l.) und Matthias Engels führten in das Thema „Landschaft“ ein. Foto: nix

Mit einem facettenreichen, lebendigen Ritt durch Literatur und Kunst gestalteten die Autoren Matthias Engels und Thorsten Trelenberg am Freitag die Auftaktveranstaltung zum zweiten Teil des Projektes „Und Seitab liegt die Stadt“. Coronabedingt tauchten sie virtuell auf Youtube in das Thema „Landschaft“ ein, zahlreiche Literaturfreunde schalteten sich zu.

Das von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie vom Literarischen Colloquium Berlin geförderte Projekt wird auch in 2021 fortgesetzt. Federführend ist der Förderverein der Stadtbücherei Steinfurt, diesmal in Kooperation mit der Bibliothek.

„Sturm und Drang“

Landschaftsbeschreibungen ziehen sich durch nahezu sämtliche Epochen schriftstellerischen Schaffens. Eine gewisse Faszination geht für viele Menschen vom Begriff „Landschaft“ aus: Sensibel und detailliert näherten sich die Moderatoren dem Phänomen. Landschaft, das bedeutet nicht nur hier und da ein paar Wiesen, Bäume und Wälder, sie ist etwas „Geschaffenes“ mit vielen Komponenten. Das hat auf jeden Fall mit Kultur zu tun. Manche bringen sie mit Heimat und Wohlfühlen in Verbindung. Menschen widmen ihre Modellbauinteressen der Landschaft, spielt die Idee der „heilen Welt“ eine Rolle? Landschaften sind aus der Kunst nicht wegzudenken. Der Maler Caspar David Friedrich (1774 – 1840) schuf berühmte Bilder, in denen die Natur übermächtig wirkt, während Menschen nur winzig kleine Wesen sind. „Wird Landschaft in der Literatur letztlich nur Kulisse bleiben, weil den Leser eher Schicksale interessieren?“, fragt Engels und kommt zu überraschenden Ergebnissen.

Eduard Mörike

In dem Novellenfragment „Lenz“ von Georg Büchner (1813 – 1837) wandert der Protagonist durch ein winterliches Gebirge, sein Gefühl für Raum und Zeit geht verloren, er blüht geradezu auf, spürt werden Kälte noch Erschöpfung. In der Epoche des „Sturm und Drang“ (1765 – 1790) mündet die Verbundenheit mit Natur und Landschaft in einen „Pantheismus“, in die Auffassung, dass Gott eins ist mit Kosmos und Natur. Der Rhein und die Wälder sind urdeutsche Motive, unzählige Male besungen und beschrieben. Eduard Mörike (1804 -1875) schuf mit seiner Ballade „Die schöne Buche“ ein gutes Beispiel spätromantischer Naturlyrik: „Ganz verborgen im Wald kenn ich ein Plätzchen, da stehet eine Buche, man sieht schöner im Bilde sie nicht.“

„Das über Jahrhunderte weiter entwickelte, so genannte „Nature Writing“, umfasst ein weites Spektrum. Der die Natur beobachtende, beschreibende und empfindende Mensch wird als Subjekt betrachtet, ganz im Gegensatz zum objektiven Ansatz der Naturwissenschaft.“

Schöne Buche

„Was passiert, wenn ich Poesie in die Landschaft hänge?“, fragt Trelenberg. Das Projektthema ist vielschichtig, was die Akteure eindrucksvoll verdeutlichten. Wer die Veranstaltungsreihe weiter verfolgt, wird manche Überraschungen erleben. Die folgenden Highlights, soweit das Pandemiegeschehen es verlangt kontaktlos über das Internet zugänglich, intensivieren das Thema weiter. Einzelheiten werden rechtzeitig bekanntgegeben.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7934428?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686838%2F
Nachrichten-Ticker