Mi., 12.11.2014

Medien Kommissarin Heller - Der Beutegänger

Lisa Wagner als Kommissarin Winnie Heller und Hans-Jochen Wagner als Hendrik Verhoeven ermitteln fürs ZDF. Foto: Fredrik von Erichsen

Lisa Wagner als Kommissarin Winnie Heller und Hans-Jochen Wagner als Hendrik Verhoeven ermitteln fürs ZDF. Foto: Fredrik von Erichsen Foto: dpa

Berlin (dpa) - Ein Stalker, der in Frauenkleidern durch die Wohnung schleicht. Er bedient sich aus dem Kühlschrank und hinterlässt in der Badewanne ein Herz mit Lippenstift.

Von dpa

Überall sind Kameras. Damit kann der Verfolger sein Opfer vom Laptop aus beobachten. Szenen zum Gruseln aus dem Krimi «Der Beutegänger», der am Samstag um 20.15 Uhr im ZDF läuft.

Ein Stalker als Motiv, das hat auch im «Tatort» schon verlässlich funktioniert. Überhaupt mischt das ZDF mit seinen neuen Samstagsfahndern erfolgreich beim Krimiboom mit. Bei «Kommissarin Heller » liegt das an der Hauptdarstellerin Lisa Wagner und ihrem Namensvetter Hans-Jochen Wagner. Die beiden sind besser als manches «Tatort»-Duo.

Wer Krimis nicht leiden kann, die viel aus dem Privatleben der Fahnder erzählen, wird «Kommissarin Heller» nicht mögen. Wer originelle Charaktere, eine aufwendige Kamera und die thrillerhafte Atmosphäre mag, sollte einschalten. Selten sahen Weinberge und Wiesbaden so schön schaurig aus. Die Theaterschauspielerin Lisa Wagner, Jahrgang 1979 und damit die jüngste Fahnderin beim ZDF, darf sich austoben. Vorlage für die Produktion der Berliner Filmfirma Ziegler sind die Bücher von Silvia Roth.

Die Hauptfigur hat einige Macken: Kommissarin Winnie Heller kann besser mit ihren Aquariumsfischen als mit Vorgesetzten umgehen. Ihre Gefühle mag sie nicht zeigen. Stattdessen horcht sie beim Besuch ihrer Psychologin (Lena Stolze) diese lieber über ihren Fall aus, anstatt sich dieser anzuvertrauen. Die Schwester der Kommissarin, die schon im ersten Fall eingeführt wurde, liegt im Koma.

Auch Hellers Kollege Hendrik Verhoeven hat private Sorgen: Er hat «irrationale Verlustängste», wie seine Frau (Nina Kronjäger) findet. Angenehm, dass in diesem Fernsehfilm einmal ein Mann vermeintlich weibliches Verhalten zeigt. Vielleicht sind die Figuren in «Kommissarin Heller» etwas gewollt unkonventionell angelegt, aber im zweiten Fall geht es noch gut auf.

Der Geschichte ist nichts Besonderes. In einer Rückblende ist ein Junge zu sehen, der neben seiner toten Mutter trauert. Der Zuschauer ahnt: Das wird ein Trauma. Logisch ist dann, wer Jahrzehnte später die zwei Frauen auf dem Gewissen hat, die kurz hintereinander tot aufgefunden werden. Beide waren im selben Fitnessstudio, dessen Trainerin (Annika Blendl) von einem Stalker (Godehard Giese) verfolgt wird. Es ist also kein richtiger «Wer war's»-Krimi, sondern die Geschichte einer Jagd. Etwas bemüht kommt die Idee daher, dass sich der Täter als Frau verkleidet. Aber geschenkt: Am Ende geht die spröde Kommissarin auf ihren Kollegen zu. Fall drei kann kommen.



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