Kunst
Fast 50 Häuser öffnen zum Gallery Weekend in Berlin

Gallery Weekend in Berlin: Zum elften Mal lockt die quirlige Kreativszene internationale Sammler und Kuratoren in die Bundeshauptstadt.

Freitag, 01.05.2015, 15:34 Uhr aktualisiert: 01.05.2015, 15:38 Uhr

Berlin (dpa) - Im Vorfeld der Kunstbiennale von Venedig gibt Berlin an diesem Wochenende einen Einblick in neue Entwicklungen der zeitgenössischen Kunst.

Beim 11. Gallery Weekend (1.-3. Mai) stellen von Freitag an 47 ausgewählte Galerien renommierte internationale Künstler und vielversprechende Newcomer vor, wie Direktorin Maike Cruse am Donnerstag sagte. Auch zahlreiche nichtkommerzielle Projekt- und Ausstellungsräume beteiligen sich.

Ein Höhepunkt ist die Eröffnung der zu einer Galerie umgebauten St. Agnes Kirche im Stadtteil Kreuzberg. Initiator Johann König stellt hier unter dem Titel «The Smoking Kid» raumgreifende Tafelbilder der in Berlin lebenden Künstlerin Katharina Grosse vor. Die frühere katholische Kirche, in den 60er Jahren im Stil des Brutalismus erbaut, wurde von Architekt Arno Brandlhuber saniert und umgestaltet.

Beim Streifzug durch die verschiedenen Galerieviertel - von Charlottenburg über Mitte bis Kreuzberg - gibt es zahlreiche Entdeckungen zu machen. So zeigt Klara Lidén (Schweden) in der Galerie Neu eine faszinierende Installation mit Wasserkanistern. Bei Neugerriemschneider nutzt Renata Lucas (Brasilien) drei historische Berliner Brunnen für einen Blick auf die Strukturen der Stadt.

Und die polnische Bildhauerin Magdalena Abakanowicz bespielt für die Galerie Zak Branicka die ebenfalls als Kulturraum genutzte Elisabethkirche mit ihren verstörenden Skulpturen. Zu den wichtigen Künstlern gehören auch Isa Genzken, Tino Seghal, Helmut Newton, Rosa Barbra und Martin Eder. Eine Wiederentdeckung ist - parallel zur großen ZERO-Ausstellung im Martin-Gropius-Bau - der Fotograf Lothar Wolleh (1930-1979) mit seinen außergewöhnlich inszenierten Künstlerporträts bei pavlov's dog.

Das Gallery Weekend wurde 2005 als eine private Initiative Berliner Galerien gegründet. Längst zieht es viele internationale Sammler und Kuratoren an. Erwartet werden rund 20 000 Besucher. Die meisten Häuser wollen diesmal auch am Montag (4. Mai) noch öffnen, um die Zeit bis zur Biennale von Venedig zu verkürzen. Dort beginnen am Mittwoch (6. Mai) die offiziellen Vorschau-Tage.

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