Theater
Theater-Neubau in Rostock vereinbart

Die Zukunft des Volkstheaters ist seit vielen Jahren ein Zankapfel in Rostock. Jetzt könnte es einen Durchbruch geben. Stadt und Land haben sich im Grundsatz auf die Finanzierung eines Neubaus verständigt.

Mittwoch, 06.05.2015, 14:37 Uhr aktualisiert: 06.05.2015, 14:43 Uhr

Rostock (dpa) - Die Stadt Rostock und das Land Mecklenburg-Vorpommern haben am Mittwoch eine Zielvereinbarung über den Neubau des Volkstheaters geschlossen.

«Damit ist der Weg geebnet, dass wir heute nicht nur über den Standort des Theaters entscheiden, sondern auch mit der Umsetzung beginnen», sagte Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) am Mittwoch vor einer Sitzung der Bürgerschaft zu dem Thema.

«Der finanzielle Rahmen beinhaltet, dass das Theater 40 bis 50 Millionen Euro kostet.» Das Land werde gemäß der Vereinbarung die Hälfte der Kosten tragen. Sofern notwendig, werde die Stadt Rostock die entsprechenden Kreditgenehmigungen bekommen.

Kulturminister Mathias Brodkorb ( SPD ) sprach von einer politischen Grundsatzentscheidung. «Die eigentliche Arbeit steht noch bevor.» Die Stadt Rostock müsse die Bau- und Finanzierungspläne jetzt im Detail erarbeiten. Der Minister erinnerte daran, dass bereits seit 20 Jahren über einen Theater-Neubau in Rostock gesprochen werde. «Das ist wahrscheinlich die letzte Chance», betonte Brodkorb unter Verweis auf die auslaufenden Solidarpaktmittel. Er äußerte die «dringende Bitte» an die Rostocker Bürgerschaft, diese Chance nun zu ergreifen.

Das Stadtparlament sollte am Mittwoch auch über den Standort entscheiden. Methling favorisiert den Stadthafen. Auch andere Städte im Ostseeraum wie Göteborg, Stockholm und Kopenhagen hätten ihre Theater-Neubauten am Wasser errichtet. Die Tendenz in Rostock gehe aber eher zu einem Ort in der Innenstadt, räumte der Bürgermeister ein. Das heutige Theater ist ein jahrzehntealtes Provisorium, das nach dem Krieg errichtet wurde. Das Theater der Stadt war 1942 durch Bomben zerstört worden.

Die Bürgerschaft muss auch erneut über die Zukunft des umstrittenen Intendanten Sewan Latchinian entscheiden. Ihm war Ende März vom Hauptausschuss der Bürgerschaft fristlos gekündigt worden. Grund war ein Vergleich der Theaterpolitik des Landes mit Kulturzerstörungen der Terrormiliz Islamischer Staat. Latchinian war auch kritisiert worden, weil er sich gegen den Beschluss des Parlaments zur Schließung der Sparten Musik- und Tanztheater gewandt hatte.

Die Bürgerschaft hatte die Kündigung zurückgenommen - dagegen war wiederum der Bürgermeister in Widerspruch gegangen. Methling bekräftigte seine Position am Mittwoch: Latchinian müsse sich für seine Äußerung entschuldigen und sich uneingeschränkt an die Beschlüsse der Bürgerschaft halten.

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