Kunst
Biennale-Kurator Enwezor: Geräusche und Kakofonie

Venedig (dpa) - Die 56. Biennale in Venedig soll nach dem Willen von Kurator Okwui Enwezor einen möglichst breiten Einblick in die internationale Gegenwartskunst geben.

Mittwoch, 06.05.2015, 15:39 Uhr aktualisiert: 06.05.2015, 15:48 Uhr

Er habe deshalb darauf verzichtet, ein Einheitsthema vorzugeben, sagte der 61-jährige Nigerianer am Mittwoch bei der Eröffnungspressekonferenz in Venedig . «Diese Ausstellung ist voller Geräusche und Kakofonie . Und das ist Absicht. Es ist Absicht, die Kunst als scheinbar hermetisch versiegelten Raum aufzubrechen.»

Die Biennale beginnt nach drei Vorschau-Tagen an diesem Samstag (9. Mai) mit der Vergabe der Goldenen Löwen. In der Hauptausstellung zeigen 136 Künstler aus 53 Ländern mehr als 700 Werke. Zudem beteiligen sich fast 90 Nationen mit Länderpavillons. Nigeria, Kenia und Costa Rica haben nach Angaben von Biennale-Präsident Paolo Baratta kurzfristig abgesagt.

Angesichts der Fülle von Werken riet Enwezor den Besuchern: «Sie müssen Ihren eigenen Weg finden. Sie müssen herausfinden, was wichtig und bedeutsam für Sie ist.» Baratta hob mit Hinweis auf den kommerziellen Kunstmarkt das besondere Interesse Venedigs hervor. «Wir wollen die Kunst da sehen, wo sie beginnt, nicht da, wo sie hingeht», sagte er. «Die Biennale muss dem Geheimnis des kreativen Akts auf der Spur sein.»

Insgesamt werden bis zum 22. November mehr als eine halbe Million Besucher erwartet. Allein 4500 Journalisten sind akkreditiert. Der Deutsche Pavillon wird am Donnerstag (7. Mai) eröffnet.

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