Theater
Köln verschiebt Wiedereröffnung von Oper und Schauspiel

Eine Hiobsbotschaft für die Kölner Kultur: Wenige Monate vor Beginn der neuen Spielzeit ist der Stadt klar geworden, dass die Sanierung von Oper und Schauspielhaus länger dauert.

Donnerstag, 23.07.2015, 14:03 Uhr aktualisiert: 23.07.2015, 14:06 Uhr
Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach verkündet die Hiobsbotschaft.
Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach verkündet die Hiobsbotschaft. Foto: Marius Becker

Köln (dpa) - Die für November geplante Wiedereröffnung von Oper und Schauspielhaus in Köln ist geplatzt. Die seit drei Jahren laufende Sanierung ziehe sich noch hin, sagte die Kölner Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach am Donnerstag.

Für die Eröffnung werde nun der Beginn der Spielzeit 2016/17 ins Auge gefasst. Da die Verschiebung so kurzfristig kommt, stehen die beiden Häuser vor großen Problemen. Die Oper ist zurzeit ohne Ersatz-Spielstätte.

«Wir sind unendlich traurig, dass wir diese Entscheidung treffen müssen», sagte Laugwitz-Aulbach. Schauspielintendant Stefan Bachmann zeigte sich entsetzt: «Ich befinde mich seit gestern eigentlich in so 'ner Art Alptraum», sagte er. Opernintendantin Birgit Meyer bezeichnete die Verschiebung als eine «ganz, ganz große Enttäuschung». Wieviel vom nächsten Spielplan noch zu retten sei, könne sie im Moment nicht sagen.

Die Oper steht vor besonderen Schwierigkeiten, weil sie ihr Ausweichquartier - ein Musical-Zelt - bereits gekündigt hat. In aller Eile sind nun Verhandlungen über eine neue Ausweichspielstätte aufgenommen worden - welche das sein soll, will die Stadt «in ein paar Tagen» mitteilen. Das Schauspiel bleibt weiter in seiner derzeitigen Übergangsspielstätte im Depot 1 und 2 in einer ehemaligen Fabrik in Köln-Mülheim.

Die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudeensembles im Zentrum der Stadt ist bisher auf 275 Millionen Euro veranschlagt. Welche Mehrkosten die Verzögerung zur Folge haben wird, kann die Stadt zurzeit noch nicht sagen. «Billiger wird's nicht», bemerkte die Betriebsleiterin der Städtischen Gebäudewirtschaft, Petra Rinnenburger.

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