Fernsehen
Ans Aufhören denkt er nicht: Horst Sachtleben wird 85

Ob Unterhaltungsserie oder Krimi: Auch kurz vor seinem 85. Geburtstag steht Horst Sachtleben vor der Kamera. An Ruhestand denkt der vielseitige Schauspieler noch nicht. Neben der Arbeit macht er Reisepläne - in den Iran soll es gehen.

Mittwoch, 23.09.2015, 08:07 Uhr aktualisiert: 23.09.2015, 08:10 Uhr
Horst Sachtleben wird 85.
Horst Sachtleben wird 85. Foto: Bodo Marks

München (dpa) - Seit mehr als 60 Jahren steht Horst Sachtleben auf der Bühne und beinahe so lange schon vor der Fernsehkamera. Das Publikum kennt den Schauspieler aus Krimis, Familienfilmen und als Bischof im ARD-Dauerbrenner «Um Himmels Willen». 

Am 24. September wird der vielbeschäftigte Schauspieler 85 - und denkt deswegen keinesfalls ans Aufhören, wie er kürzlich der Deutschen Presse-Agentur erzählte. Im Gegenteil: Zurzeit steht Sachtleben in Halle/Saale für den Krimi «Zorn» vor der Kamera .

«Darauf freue ich mich, auch weil ich die Stadt nicht kenne», verriet der Schauspieler kurz vor Drehbeginn. Die Handlung spiele in einem Altersheim. «Der Film hat es in sich. Eine hochpolitische, kriminalistisch sehr interessante Geschichte und zugleich sehr anrührend.» Ausgestrahlt wird «Zorn» im kommenden Jahr in der ARD .

Dort feierte Sachtleben erst vor kurzem einen großen Quotenerfolg mit der Tragikomödie «Über den Tag hinaus». Mit seiner Darstellung eines todkranken Arztes auf Abschiedstour bewegte der Schauspieler fast fünf Millionen Zuschauer. «Ich bin ja eigentlich immer skeptisch, was meine Filme angeht - aber der gefällt auch mir.»

Begonnen hat der gelernte Schauspieler, Musical- und Chanson-Sänger seine Karriere in den 50er Jahren im Hebbel-Theater Berlin und wechselte anschließend ans Schauspielhaus Zürich. Mehr als 30 Jahre gehörte er dem Bayerischen Staatsschauspiel in München an, wo er auch als Regisseur tätig war. 2010 spielte Sachtleben bei den Bad Hersfelder Festspielen im «Wilhelm Tell».

In den 60er Jahren begann er seine Fernsehkarriere: Ob «Derrick» und «Tatort», «Forsthaus Falkenau», «Dahoam is Dahoam» oder ZDF-Sonntagsromanzen - Sachtleben ist regelmäßig im TV zu sehen. Eine seiner bekanntesten Rollen ist die des Bischof Rossbauer im ARD-Quotenhit «Um Himmels Willen». Neben seinen Theater- und Fernsehengagements machte Sachtleben immer wieder Abstecher auf die Kinoleinwand, etwa 1996 in «Jenseits der Stille» und 2013 in «Buddy», sowie in die Synchronisation. Jahrelang lieh er beispielsweise Peter Falk als «Columbo» seine Stimme. 

Auch kurz vor seinem 85. Geburtstag hat der gebürtige Berliner, der in Pullach bei München wohnt, viele Pläne. Sein Kalender ist voll. «Wenngleich in diesem Sommer etwas eingeschränkt, weil es so entsetzlich heiß war.» Da hätten sie gar den Urlaub abgebrochen. Sachtleben ist mit der Schauspielerin Pia Hänggi verheiratet. Eines der nächsten Reiseziele des Paares soll der Iran sein. «Das wollen wir unbedingt machen. Iran und dann vielleicht die Seidenstraße. Es soll ja wieder gut möglich sein, in den Iran zu fahren.»

Als nach eigener Aussage politisch eingestellter Mensch beschäftigt sich Sachtleben viel mit den Krisen in der Welt. «Ich bin eher Optimist - trotz pessimistischer Anwandlungen», sagt er von sich und fügt an: «Ich hoffe, dass wir die Menschheit wieder hinkriegen und die Welt retten, auch wenn man manchmal zweifeln kann.»

Wenn ihn Reisen nicht gerade in ferne Länder führen, dann genießt er die Berge und Seen im bayerischen Voralpenland. «Da halte ich die Kondition aufrecht.» Wie und wo er seinen Geburtstag feiern wird, weiß der Schauspieler noch nicht. «Das organisiert immer meine Frau und es ist immer herrlich.»

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