Fußball
Ex-Fußballstar Horst Hrubesch stellt Biografie vor

Seine Kopfballtore haben Horst Hrubesch berühmt gemacht. Heute ist er als Trainer der U21-Nationalmannschaft erfolgreich. Eine Biografie hat er lange abgelehnt. Jetzt ist doch eine erschienen.

Montag, 23.11.2015, 18:33 Uhr aktualisiert: 23.11.2015, 18:36 Uhr
Horst Hrubesch macht nicht viele Worte.
Horst Hrubesch macht nicht viele Worte. Foto: Markus Scholz

Lübeck (dpa) - Der frühere Fußball-Nationalspieler und aktuelle DFB-Trainer Horst Hrubesch hat eine Biografie vorgestellt. Autor Andreas Schier schildert in dem Buch ein Stück Fußball-Geschichte, aber auch die anderen Seiten von Hrubesch, dessen größtes Hobby das Angeln ist.

Der Mann mit dem Spitznamen «Kopfballungeheuer» erzielte in seiner Bundesliga-Zeit 136 Tore, mit der Nationalelf wurde er 1980 Europa- und 1982 Vize-Weltmeister.

Heute gilt der Coach der deutschen U 21-Auswahl als einer der erfolgreichsten Fußball-Nachwuchstrainer. Eigentlich habe er nie eine Biografie über sich schreiben oder lesen wollen, sagte Hrubesch. Im Nachhinein empfinde er das Buch aber «als Geschenk», sagte er am Montag in Lübeck.

Auf rund 300 Seiten schildert Schier Hrubesch als durch und durch bodenständigen Mann, der seine Familie und deftiges westfälisches Essen liebt, nicht viele Worte macht und für den Vertrauen und Ehrlichkeit an erster Stelle stehen. So schildert Ulla Hrubesch, dass ihr Bruder sie dafür bezahlte, dass sie ihm die ungeliebte Arbeit des Fußballschuhe-Putzens abnahm. Als er Ehefrau Angelika denselben Handel vorschlug, sagte sie: «Ne, putz sie dir selber. Mir putzt auch keiner die Schuhe.» Das Ehepaar Hrubesch ist seit fast 43 Jahren verheiratet, hat zwei Söhne und fünf Enkelkinder.

Der 1951 in Hamm/Westfalen geborene Ex-Profi kann den Rummel um seine Person noch immer nicht recht verstehen. «Ich habe eigentlich nichts Besonderes gemacht. Ich habe Fußball gespielt, mein Hobby zum Beruf gemacht und damit Geld verdient», sagte er.

Zur Buchvorstellung kamen rund 150 Gäste, darunter Fußball-Ikonen wie Uwe Seeler und Günter Netzer. «Am Anfang war Horst kein guter Fußballspieler, aber er war ein Macher. Er hat Verantwortung für die Mannschaft übernommen», so Netzer, der in der Biografie ausführlich zu Wort kommt. Als HSV-Manager hatte er Hrubesch 1978 nach Hamburg geholt. 

Hrubesch hätte auch als Handballer Karriere machen können. Eine Zeit lang betrieb er beide Sportarten, entschied sich dann aber doch für den Fußball. Seine Bundesliga-Laufbahn begann 1975 bei Rot-Weiß Essen. «Es war mein absoluter Traum, Fußballprofi zu werden», sagte Hrubesch, der immer darunter gelitten hat, auf seine Kopfballstärke reduziert zu werden. Sportlicher Höhepunkt seiner Vereins-Laufbahn war der Gewinn des Europapokals der Landesmeister 1983 mit dem HSV gegen das Starensemble von Juventus Turin. 1986 beendete er verletzungsbedingt seine Laufbahn und wechselte auf die Trainerbank.

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