Fr., 05.02.2016

Medien Arte setzt auf Themenabende

Anne Durupty (l), Vizepräsidentin von Arte, und Peter Boudgoust, Präsident von Arte, in Hamburg.

Anne Durupty (l), Vizepräsidentin von Arte, und Peter Boudgoust, Präsident von Arte, in Hamburg. Foto: Lukas Schulze

Ob ein Themenabend zu Syrien oder ein Schwerpunkt zu Shakespeares Todestag, ein Klassikkonzert oder eine Serie über Flüchtlinge - der TV-Sender Arte setzt auf Information und Kultur.

Von dpa

Hamburg (dpa) - Spezielle Themenabende wie zum Krieg in Syrien und zum Rechtspopulismus in Europa gehören zu den Höhepunkten der nächsten Monate auf Arte.

Im krisengeschüttelten Europa sei der Bedarf an Informationen und Hintergründen groß, sagte Arte-Präsident Peter Boudgoust am Freitag in Hamburg bei der Vorstellung des Programms für das erste Halbjahr 2016.

Die Aufgabe des deutsch-französischen Senders, zum Verständnis und zur Annäherung zwischen den Völkern Europas beizutragen, sei noch nie so aktuell gewesen, betonte Boudgoust, der auch Intendant des Südwestrundfunks (SWR) ist. Ein «weltoffener Sender» wie Arte sei «wichtiger denn je».

Die Themenabende am Dienstag befassen sich neben Syrien (15. März), unter anderem mit der Dokumentation «Inside Rakka: IS-Deserteure packen aus», und den Rechtspopulisten («Rechts, Zwo, Drei - Driftet Europa ab?»/im April) unter anderem auch mit «30 Jahre Tschernobyl» (April). Am Weltfrauentag (Dienstag, 8. März), zeigt Arte den Dokumentarfilm «Power of Women», in dem Persönlichkeiten wie Hillary Clinton, Melinda Gates, Christine Lagarde und Margot Käßmann zu Wort kommen, sowie eine Dokumentation über Kriegsfotografinnen.

«Neben seinem europäischen Auftrag bleibt Arte aber natürlich seinem Image als starker Kultursender treu», betonte Boudgoust. So gibt es etwa einen Shakespeare-Schwerpunkt zum 400. Todestag des Dramatikers (April). «Die große Literatour» begibt sich auf die Spuren von berühmten Reiseschriftstellern (Juni). Auch dem 80. Geburtstag von Stardirigent Zubin Mehta (April) widmet sich der Sender, ebenso dem 100. Geburtstag, den Geigenlegende Yehudi Menuhin begangen hätte (Mai).

Kinoschwerpunkte zur Berlinale und zu Cannes stehen ebenso auf dem Programm wie opulente Entdeckungsreihen wie «Die Kelten» und Serien wie die Erstausstrahlung «Die Erbschaft» aus Dänemark und die zweite Staffel der «Peaky Blinders» aus Großbritannien. Zudem entwickelt ein deutsch-französisches Drehbuchautorenteam den Stoff für eine Serie, in der es um die Flüchtlingsthematik gehen soll. Die Ausstrahlung ist für 2017 vorgesehen, wie Arte-Vizepräsidentin Anne Durupty sagte. «Arte will mehr denn je für europäische Serienkompetenz stehen und Vorreiter sein», betonte Boudgoust

Nicht nur Hochkultur, auch Populärkultur gehört dazu: So gibt es einen Thementag «Tankstelle», «an dem Arte sich und seine Zuschauer daran erinnert, was für ein magischer Ort die Tankstelle sein kann», meinte Boudgoust. Unter dem Titel «Ziemlich beste Gegner» geht es um die Fußball-EM in Frankreich sowie in weiteren Dokumentarfilmen um Olympia in Brasilien. Auch eine neue Auflage der Reihe «Summer of...» soll folgen: der «Summer of Scandals». Das vergangene Sommerspecial habe das bislang beste Ergebnis (im Schnitt 1,65 Prozent Marktanteil) erreicht, hieß es.

Vom Herbst dieses Jahres an wird der Sender, von der Europäischen Union (EU) unterstützt, einen Teil seines Programms mit polnischen Untertiteln anbieten - nach Französisch, Deutsch, Englisch und Spanisch die fünfte Sprache. Die Zusammenarbeit mit dem polnischen Fernsehsender TVP hatte Arte indes nach der Verabschiedung des umstrittenen Mediengesetzes in Polen bis auf weiteres ausgesetzt.

Der durchschnittliche Marktanteil des Arte-Programms 2015 lag den Angaben zufolge in Deutschland wieder bei 1 Prozent, in Frankreich erhöhte er sich leicht auf 2,2 Prozent (2014: 2 Prozent).



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